Umfrage in Heilbronn: Wie zufrieden sind Sie mit ARD und ZDF?
In der Krise rund um die fristlos entlassene RBB-Intendantin Patricia Schlesinger gerät der öffentlich-rechtliche Rundfunk in Erklärungsnot. Wir haben uns in der Heilbronner Innenstadt umgehört, was Passanten von der Arbeit von ARD und ZDF halten.

Martina Heinkele, Lauffen
Ihr Mann schaue sich keine Talkshows an, erzählt Martina Heinkele und lacht. "Er regt sich dann auf und sagt, da sitzen immer die selben drin." Die 66 Jahre alte Frau aus Lauffen bleibt da eher entspannt.
"Hart aber fair", der Krimi freitagabends im ZDF und vor allem "Tagesschau" im Ersten und "Heute Journal" im Zweiten gehören zu ihren Favoriten. Heinkele ist im Großen und Ganzen zufrieden mit dem Programm der Öffentlich-Rechtlichen (ÖRR). Sportübertragungen schaut sie nicht nur mit Begeisterung, die Übertragung von Sportereignissen gehört für sie klar zur Aufgabe des ÖRR. Es sollten noch viel mehr Randsportarten gezeigt werden, sagt sie und nennt den Zehnkampf als Beispiel. Die Höhe des Rundfunkbeitrags stößt ihr nicht sauer auf. "Das passt schon."
Bernd Golm, Heilbronn
Täglich schaltet Bernd Golm aus Heilbronn-Sontheim den Fernseher ein, spätestens zur "Tagesschau". Auf dem Programm stehen bei dem 59-jährigen Großhandelskaufmann weitere Nachrichtensendungen wie "Landesschau" und "SWR aktuell" im Dritten. Ihn interessiere die Tagespolitik. Die Vorkommnisse um die geschasste RBB-Intendantin Patricia Schlesinger bringt ihn ins Grübeln. Dem öffentlich-rechtlichen Rundfunk habe er vertraut, sagt er. Durch den jüngsten Skandal sei er skeptischer geworden.
Die Tochter guckt Filme und Serien ausschließlich über den Streamingdienst Netflix. Auf Unterhaltungsformate kann Golm dagegen gut verzichten. Und mit großen Samstagabendshows wie "Wetten, dass ...?" sei es vorbei. "Das passt nicht mehr in die Zeit."
Gudrun Weimar, Flein
Wenn fernsehen, dann meistens die Länderprogramme, erklärt Gudrun Weimar aus Flein. Ab und an schaut sie mit ihrem Mann auch 3sat oder N24. "Bei den privaten Sendern kommt mir zu viel Werbung und es ist zu viel Geschrei", sagt die 71-Jährige. Zu den Vorkommnissen beim RBB erklärt Weimar, dass sich die drum kümmern sollen, die die Kontrollfunktion inne haben.
Dass der öffentlich-rechtliche Rundfunk (ÖRR) über Gebühren finanziert wird, ist für sie in Ordnung. "Das zahlen wir halt mit." Dem Auftrag, zu bilden und zu unterhalten, komme der ÖRR nach. Neben den Radio- und Fernseh-Programmen informiert sich Weimar auch über die Tageszeitung. "Die Heilbronner Stimme ist uns sehr wichtig. Wir haben es daheim aber oft auch still."
Selim Aksoy, Heilbronn
"Das Angebot des öffentlich-rechtlichen Rundfunks finde ich gut und nutze es auch", sagt Selim Aksoy (31), der bei den SLK-Kliniken in Heilbronn als Leiter der zentralen Notaufnahme arbeitet. Bei ARD und ZDF schaut er gerne Krimis. ",Tatort‘ und ,Aktenzeichen XY...ungelöst‘." Er schätzt das größtenteils werbefreie Programm des öffentlich-rechtlichen Rundfunks (ÖRR), sagt aber auch, dass das Angebot eher ein älteres Publikum anspreche.
Kritik übt er am Angebot für junge Menschen. "Da gehört meiner Meinung nach mehr gemacht." Neben den Angeboten des ÖRR schaut sich der Heilbronner Filme auf der Streamingplattform Netflix an. Über den Skandal um den RBB kann er nichts sagen. "Da bin ich einfach nicht tief genug drin."
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