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Warum Heilbronn zum Oldtimer-Mekka wurde

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Zum zweiten Young- und Oldtimertreffen des Motorsportclubs Heilbronn am Sonntag (7. Mai 2023) an der Genossenschaftskellerei Heilbronn kommen zahlreiche Teilnehmer und Interessierte, der Andrang ist enorm. Um 11.30 Uhr stehen bereits über 400 Fahrzeuge auf dem Platz.

Von Stefanie Pfäffle
Da bekommen Fans von Oldtimern Schnappatmung. So manches schöne und auch edle Stück konnte man am Sonntag an der Genossenschaftskellerei bewundern.
Da bekommen Fans von Oldtimern Schnappatmung. So manches schöne und auch edle Stück konnte man am Sonntag an der Genossenschaftskellerei bewundern.  Foto: Pfäffle, Stefanie

Bernd Sandrisser spricht in sein Handy. "Nein, die Zuschauer können da nicht parken, Teilnehmer sind mir wichtiger, es tut mir leid." Ja, der Andrang beim zweiten Young- und Oldtimertreffen des Motorsportclubs Heilbronn am Sonntag (7. Mai 2023) an der Genossenschaftskellerei Heilbronn ist enorm. Um 11.30 Uhr stehen bereits über 400 Fahrzeuge auf dem Platz. "Wenn es so weitergeht, haben wir in 20 Minuten unser Maximum von 540 bis 580 Fahrzeugen erreicht", staunt der Organisator nicht schlecht. Auf dem ganzen Gelände steht ein Schätzchen neben dem anderen. Da ist wirklich für jeden Geschmack etwas dabei.


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Wenn jede Möglichkeit zur Erfrischung zählt: Besonders die hohe Luftfeuchtigkeit machte den Teilnehmern am Sonntag zu schaffen. Die Versorgungsstationen waren auf jeden Fall willkommen.
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Größtes Schmuckstück: Maybach der Berufsschule

Bei strahlendem Sonnenschein blitzen Chrom und Karosserien nur so vor sich hin. Doch selbst bei Regen wären wohl viele gekommen, denn: "Es gibt nur noch wenige solche Veranstaltungen - und dann auch noch an so einer tollen Location mit Biergarten, Toiletten und der wunderschönen Landschaft", sagt Bernd Sandrisser über die Besonderheit. Dazu mache sich das ganze Organisationsteam im Vorfeld viele Gedanken, damit der Tag reibungslos verläuft. Das größte Schmuckstück verlässt zu diesem Zeitpunkt schon wieder das Gelände: der alte Maybach der Berufsschule.

 Foto: Tina Schulze

Es ist ein stetes Kommen und Gehen. Da kommt auch schon das nächste Kleinod an: ein Fiat 50, Baujahr 1924. "So ein Vorkriegsfahrzeug ist ein Ritterschlag für jeden Veranstalter. Das sieht man ganz, ganz selten", sagt Sandrisser erfreut. In der Welt dieser Treffen ist ein Oldtimer alles bis Baujahr 1975, danach, bis 2003, sind es Youngtimer. Etwa 40 Prozent der Teilnehmer besitzen die ganz Alten, 60 die etwas Jüngeren. "Die sind halt auch für einen Familienvater finanzierbar."

In Liebe ergraut: Porsche und Polo

Ein Mustang röhrt vorbei, danach ein alter Polo, ein VW Bus und ein Porsche. Es ist diese Vielfalt, die das Treffen auch für Besucher so interessant macht. Udo Gentner zum Beispiel, angereist mit einem Chevrolet Pickup aus den 1960ern, interessiert sich für Autos, die in den 60ern bis in die 80er hinein gebaut worden sind. "Vor allem, wenn sie groß, laut und schnell sind", sagt der Bretzfelder grinsend. Das sei eben seine Zeit gewesen. Er linst zu einem Ford aus dieser Zeit: "Da war ich 16, 18. Da geht mein Herz auf. Ein solches Auto wollte ich fahren, wenn ich groß bin."

Nostalgie und Technik zum Selberschrauben

 Foto: Tina Schulze

Da sei das Design noch nicht so ein Einheitsbrei gewesen wie heute, die Fahrzeuge hatten Charakter, sagt Gentner. Wolfgang Albrecht sieht das ähnlich. "Das sind doch noch Autos im Gegensatz zu heute", erklärt er. Da sehen eben nicht fast alle gleich aus. An der Technik konnte man noch selbst schrauben, sagt der ehemalige Kfz-Mechaniker. Leider hat der Heilbronner selbst keinen Platz für so ein Auto. Deswegen geht er mit Ehefrau Ulrike, die ihre Oldtimer klein und kompakt mag, unheimlich gern auf solche Treffen. Langenburg Classics, Käthchen Rallye, das Bergrennen in Prevorst früher - die Heilbronner waren überall dabei.

Gefühlt sind hier alle Marken vertreten. In einer Kurve hat sich der Fiatclub Heilbronn positioniert. "Ein perfekter Platz, wir sehen alles, was vorbeikommt", sagt der Vorsitzende Bernd Kirchert grinsend. Für den Verein ist es natürlich ein Heimspiel. Etwa 50 Mitglieder werden wohl kommen. Die ganze Fiatgroup ist vertreten. Das älteste Modell zu diesem Zeitpunkt: ein Fiat Campagnola von 1957. Und ein neues Mitglied haben sie an diesem Tag auch schon gewonnen.

Zurück in die 1980er

Alex und Annika drücken mit ihren Anfang 20 ein bisschen den Altersdurchschnitt. Der Untereisesheimer mag vor allem Modelle aus den 1980ern und 1990ern, aber auch die klassischen Modelle wie die Fiats oder Golf. "Ich würde schon gerne mal so ein Schmuckstück besitzen, für Sonntagsausfahrten oder solche Treffen", träumt Alex vor sich hin. Annika würde es dagegen schon reichen, einmal damit um den Block zu fahren.

An diesem Sonntag müssen sie sich noch aufs Schauen beschränken. Aber bei weit über 500 immer wieder wechselnden Fahrzeugen sind das Pärchen und die anderen Besucher bei Traumwetter damit ein ganzes Weilchen beschäftigt.

Nächstes Mal zur Käthchen Classic

Der Motorsportclub Heilbronn, Ortsclub im ADAC, veranstaltet am 23./24. September die zwölfte ADAC Rallye Käthchen Classic, eine Gleichmäßigkeitsrallye für Old- und Youngtimer in Nord-Baden-Württemberg mit Start und Ziel in Heilbronn. Ziel ist es, die 40 Lichtschrankenmessungen auf der Strecke so genau wie möglich in der vorgeschriebenen Zeit zu durchfahren. Die Käthchen Classic sind ein Wertungslauf zur ADAC Historic Trophy und zum ADAC Classic Pokal Südwest.

 
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