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Warum europäische Unternehmen auf den AI Act hoffen

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Es gibt zwar weiterhin viel Kritik im Detail, doch insgesamt erwartet die KI-Industrie positive Auswirkungen durch die Regulierung. Ein aufschlussreicher Abend im Heilbronner KI-Zentrum Ipai.

Der AI Act treibt betroffene Unternehmen und Unternehmer um. Nachdem der letzte Entwurf der Richtlinie öffentlich wurde, weist der KI Bundesverband auf einige seiner Meinung nach problematische Aspekte hin. "Wir sehen insbesondere die in der Verordnung enthaltene Definition von KI kritisch", heißt es vom Verband.

Über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz: Ipai-Geschäftsführer Moritz Gräter (von links), Frauke Goll, Geschäftsführerin des AppliedAI Institute, und Andreas Liebl, Gründer und Geschäftsführer von AppliedAI.
Über die Zukunft der Künstlichen Intelligenz: Ipai-Geschäftsführer Moritz Gräter (von links), Frauke Goll, Geschäftsführerin des AppliedAI Institute, und Andreas Liebl, Gründer und Geschäftsführer von AppliedAI.  Foto: Christian Gleichauf

Die KI-Industrie wünsche sich eine innovationsfreundliche Regulierung und möglichst wenig Unsicherheit, heißt es weiter. Aus diesem Grund möchte der Verband auch ein Scheitern des AI Acts auf jeden Fall vermeiden. Denn unter dem Strich sind auch strengere Rahmenbedingungen offenbar durchaus im Sinne der europäischen KI-Entwickler und -Anwender.

In Davos war der AI Act das große Thema

Das wurde vergangene Woche auch bei einer Veranstaltung von AppliedAI im Heilbronner KI-Zentrum Ipai deutlich. Ipai-Chef Moritz Gräter sowie die Geschäftsführer von AppliedAI, Frauke Goll und Andreas Liebl, erzählten unter anderem von ihren jüngsten Erlebnissen beim Weltwirtschaftsgipfel in Davos und welche Bedeutung eine "vertrauenswürdige KI" für Europäer habe.

"Nicht nur die Anwendung, auch die Entwicklung der KI ist wichtig, wir müssen deshalb interdisziplinär und ganzheitlich drangehen", so Frauke Goll.

Liebl ergänzte: "In Davos hat Alex Karb, der Chef des amerikanischen KI-Unternehmens Palantir, gesagt: 95 Prozent der Wertschöpfung von KI wird in den USA stattfinden." Wie auch immer diese Prognose einzuschätzen sei: Die einzige Chance für Europa liege darin, zusammenzuarbeiten und voneinander zu lernen.

Ein attraktiver Markt kann sich das leisten

Till Klein, der bei AppliedAI für die vertrauenswürdige KI oder "Trustworthy AI" zuständig ist, betont den weltweiten Wettbewerb, in dem man mit der KI schon jetzt stehe. "Markteintrittsbarrieren - nichts anderes sind solche Regulierungen - können auf einem attraktiven Markt durchaus Wirkung entfalten", so Klein, "und Europa ist ein attraktiver Markt."

Ein Unternehmen wie Microsoft habe die Zeichen der Zeit längst erkannt und sei führend bei dem Thema. Zugleich gebe es auch in Europa Unternehmen, die auf höhere Standards drängen. Die Zurich Versicherung etwa, die hohe Ansprüche an die eigene KI stelle, erläuterte in Davos, wie sie vom AI Act profitiert.

Prozess für Prozess betrachten

Zunächst müssten viele Unternehmen erst dazu kommen, KI sinnvoll einzusetzen. Dabei will AppliedAI helfen. Johannes Keller, ebenfalls in der Führungsriege der Initiative, betonte die Bedeutung von dokumentierten Anwendungsfällen. "Ihre Stärke kann KI ausspielen, wenn sie über mehrere Prozesse hinweg oder für ähnlich gelagerte Prozesse immer wieder genutzt werden kann." Es lohne sich also, richtig an das Thema heranzugehen.

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