Hautgesundheit in der Jugend und im Alter: Was man bei Sonneneinstrahlung unbedingt beachten sollte
SLK-Klinikdirektor Harald Löffler erklärt, wie ein kluger Umgang mit Sonne aussieht und wie man auffällige Veränderungen selbst erkennen kann.

Hautgesundheit ist stark vom eigenen Verhalten abhängig. Das wurde beim Vortrag von Harald Löffler deutlich. Seine Tipps für die Gäste der Abendvorlesung:
Kinder und Sonne: Niemand solle sich im Sommer im Keller verstecken, sagt Löffler. Der Mensch brauche Sonne für körperliche Gesundheit und psychisches Wohlbefinden. Ihm geht es darum, den klugen Umgang mit Sonne aufzuzeigen. Besonders wichtig sei es, die Haut von Kindern vor zu viel und zu aggressiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Denn im Kindesalter können Sonnenschäden noch nicht so gut ausgeglichen werden. "Kinder unter zwei Jahren sollten gar nicht länger in die Sonne", appelliert Löffler.
Antizyklisches Verhalten: Auch für Ältere gilt: Wer nach draußen geht, sollte das richtig ausgestattet tun. Löffler, der selbst ein begeisterter Langstreckenwanderer ist, wie er verrät, schützt sich bei seinen Touren mindestens mit Hut, langem Shirt und an den unbedeckten Körperstellen wie den Händen oder Ohren mit Sonnencreme. Und davon muss es ausreichend sein, wie der Chefarzt anhand eines Diagramms erklärte. Das Problem: "Wenn man soviel Sonnencreme aufträgt, wie man eigentlich auftragen müsste, geht man total speckig raus, legt sich einmal in den Sand und ist paniert."´Sein Tipp: nach einigen Stunden nachcremen, um die Schutzwirkung zu erhöhen. Auch wer im Wasser war, sollte wieder Sonnenschutz auftragen. "Wasserfest ist höchstens die Verpackung." Beim Strandurlaub im Sommer gelte es, sich antizyklisch zu verhalten. Sprich: Die Mittagssonne meiden oder, wenn das nicht möglich ist, den Körper mit Kleidung bedecken, wenn die Sonne hoch am Himmel steht und besonders sticht. Ein solches Verhalten müsse man sich in Mitteleuropa angesichts der fortschreitenden Erderhitzung angewöhnen.
Selbstuntersuchung: Anhand von Fotos übt Löffler mit dem Publikum das Erkennen krankhafter Veränderungen. Es gilt die A-B-C-D-E-Regel, um weißen oder schwarzen Hautkrebs zu entdecken. Sind Hautveränderungen asymmetrisch, ist ihre Begrenzung unscharf oder verwaschen, ist das Colorit mehrfarbig, der Durchmesser groß und sind eine Evolution oder Erhabenheit feststellbar, sollte man das ärztlich abklären lassen. Wer ein bestimmtes Muttermal über einen längeren Zeitraum im Auge behalten möchte, dem rät er dazu, im jährlichen Abstand Fotos zu machen und die Dateien auf dem PC zu hinterlegen. So könne man nachvollziehen, ob sich das Muttermal verändert. Besondere Wachsamkeit gelte den Fußsohlen: "Wann immer Sie da etwas haben, was längere Zeit nicht abheilt, gehen Sie zum Arzt." Weißer Hautkrebs sei auch an rauen Stellen zu erkennen. Der Tipp, vor allem an die älteren Männer im Publikum: "Streiche Sie über den Kopf, wenn Sie da Verkrustungen spüren oder es blutet, reagieren Sie."
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