Neues Betriebsgebäude auf Heilbronner Deponiegelände im zweiten Anlauf abgespeckt
Der Heilbronner Gemeinderat stimmt im zweiten Anlauf den neuen Büroräumen für das Entsorgungszentrum zu. Zuvor musste die Stadtverwaltung die Kosten und den Umfang drosseln.

Auf dem Entsorgungszentrum der Heilbronner Deponie Vogelsang wird ein neues Betriebsgebäude gebaut. Das entsprechende Raumprogramm hat der Gemeinderat jetzt in seiner jüngsten Sitzung genehmigt. Die Kosten betragen voraussichtlich knapp 3,5 Millionen Euro. Damit kann die Betriebsleitung der Entsorgungsbetriebe jetzt ein Fachbüro für einen Planungswettbewerb beauftragen.
„Das bestehende Betriebsgebäude im Entsorgungszentrum ist seit langer Zeit deutlich zu klein und entspricht bei weitem nicht mehr dem aktuellen Bedarf“, heißt es in der Vorlage der Stadtverwaltung. So könne etwa die erforderliche Anzahl an Sanitär-, Aufenthalts-, Sozial- und auch Büroräumen nicht für die Mitarbeiter vor Ort bereit gestellt werden. Stattdessen würden seit mehr als zehn Jahren Büro- und Verwaltungsräume und teilweise auch sanitäre Anlagen behelfsweise in Container ausgelagert.
Deponie ist noch viele Jahrzehnte in Betrieb
„Der Neubau ist dringend erforderlich“, sagte Ulrike Morschheuser (Bündnis 90/Die Grünen) im Gemeinderat. Immerhin rechnet die Verwaltung damit, dass das Entsorgungszentrum die nächsten 50 Jahre in Betrieb ist. Nach der Verfüllung der Deponie schließe sich darüber hinaus eine Phase der Nachsorge an. Die dauere laut Stadtverwaltung mindestens weitere 30 Jahre.
Trotz des offenbar dringlichen Bedarfs hat der Gemeinderat erst im zweiten Anlauf grünes Licht für die Planung gegeben. Noch im September hatte das Gremium die Entscheidung vertagt. Grund: Den Bürgervertretern war das Projekt mit rund vier Millionen Euro nicht nur zu teuer. Allen voran kritisierte CDU-Stadtrat Albrecht Merkt auch die Raumplanung der Verwaltung. Merkts Bedenken schlossen sich im September Rainer Hinderer (SPD), und Nico Weinmann (FDP) an.
Eine zusätzliche Erweiterung ist erst im zweiten Bauabschnitt vorgesehen
Mit der Überarbeitung des Konzepts fällt das Betriebsgebäude deutlich kleiner aus. Sah die Planung für Büroflächen rund 240 Quadratmeter vor, sind es jetzt noch 168 Quadratmeter. Ein später eventuell weiterer notwendiger Bürobedarf – die Verwaltung kalkuliert mit rund 72 Quadratmeter – sei erst in einem zweiten Bauabschnitt vorgesehen.
„Sie haben die Kuh vom Eis geholt“, sagte CDU-Stadtrat Merkt. Mit der neuen Planung sei eine „solide Grundlage geschaffen“. Und darüber hinaus rund 500 000 Euro im Vergleich zum ersten Entwurf eingespart. Auch für SPD-Stadtrat Harald Pfeifer und Malte Höch (Freie Wähler), ergibt die neue Planung Sinn. Michael Seher (AfD) hält das Betriebsgebäude für notwendig. Aus Sicht seiner Fraktion sei es aber nach wie vor zu groß.
Neubau soll 2025 fertig sein
Im kommenden Jahr soll die Entwurfsplanung erstellt werden. Die Stadtverwaltung rechnet damit, dass Ausführungsplanung und Ausschreibung bis Mitte 2024 vorliegen. In der zweite Jahreshälfte 2024 soll mit dem Bau begonnen werden. Die Fertigstellung des neuen Betriebsgebäudes ist für 2025 terminiert. Das Gebäude soll in Holzbauweise errichtet werden. Dies ermögliche bei Bedarf auch eine zügige Fertigstellung des zweiten Bauabschnitts. Die benötigte Energie wird mittels Photovoltaik und Deponiegasverwertung gewonnen.
Was aus dem bisherigen Betriebsgebäude künftig wird, stehe derzeit noch nicht fest, so die Stadtverwaltung. Im Raum steht, das Gebäude zumindest vorübergehend als Archiv und Lager etwa für Arbeitskleidung und persönliche Schutzausrüstung zu nutzen.
Beschäftigte pendeln derzeit hin und her
Im Entsorgungszentrum Heilbronn sind derzeit 17 Personen beschäftigt. Die Stadtverwaltung plant, vier Personen aus dem Sachgebiet „Planung und Bau“ der Abteilung Abfallwirtschaft aus dem Technischen Rathaus auf die Deponie zu verlagern. Damit sei von einem Personalbestand von 21 Beschäftigten im Entsorgungszentrum auszugehen. Der Umzug der Mitarbeiter sei nötig, weil sie derzeit mehrmals täglich zwischen Technischem Rathaus und Deponie hin und her pendelten.
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