Neue Räume für das Seniorenbüro im Heilbronner Südviertel
Der Heilbronner Verein "Senioren für Andere" bietet älteren Menschen Beratung und Möglichkeiten, sich in der Gemeinschaft einzubringen. Dafür nutzt der Verein nun Räume in der Charlottenstraße, die die Landes-Bau-Genossenschaft für ihn umgebaut hat.

Hell und geräumig ist es im neuen Seniorenbüro mit Quartierstreff im Südviertel Heilbronns. In der Charlottenstraße 11 hat die Landes-Bau-Genossenschaft Württemberg (LBG) Räume für den Verein "Senioren für Andere" umgebaut, die dieser nun mietet.
Zu den Aktivitäten des Vereins zählen unter anderem die Beratung von Senioren, die sich einbringen und engagieren möchten, Literatur-, Musik- und Malkreise sowie Hilfe und Beratung in verschiedenen Bereichen, zum Beispiel zu Patientenverfügungen oder digitalen und sicherheitsrelevanten Themen. Dieses Jahr feiert der Verein sein 30-jähriges Bestehen.
Seniorenbüro soll zu erhöhter Lebensqualität in dem Wohnumfeld beitragen
Bei der Einweihung des neuen Treffpunkts wünschen sich die beteiligten Partner - die LBG, der Seniorenverein und die Stadt - vor allem viele neue interessante und nachbarschaftliche Verbindungen, die durch das Büro in dem Quartier entstehen sollen. Das Seniorenbüro sei in dem Wohnquartier an einem optimalen Standort und "trägt zur Lebensqualität in dem Wohnumfeld bei", sagt Josef Vogel, der kaufmännische Vorstand der LBG.
Schon seit Jahren, erklärt er, beteilige sich die Genossenschaft an der Entwicklung des Südbahnhof-Areals. Mit dem Seniorenverein habe die LBG einen Partner gefunden, "mit dem die Chemie stimmt", um ein "zukunftsweisendes Konzept" umzusetzen.
Senioren sollen Know-how weitervermitteln können
Auch Sozialbürgermeisterin Agnes Christner gratuliert zu dem neuen Standort. Die Zusammenarbeit der LBG mit dem Seniorenverein zeige, "dass sie sich für eine gute Gemeinschaft verantwortlich fühlt", sagt Christner.
Der Verein übernehme wichtige Aufgaben und es gelinge ihm, ältere Menschen nach dem Ausscheiden aus dem Beruf zu gewinnen, um ihr Wissen und Können weiterzuvermitteln. "Es wäre äußerst schade, wenn dieses Know-how verloren ginge", sagt die Bürgermeisterin.
Wegen Corona derzeit hauptsächlich Einzelberatungen und keine Gruppenangebote möglich
Wolfgang Arndt, der Vorsitzende des Seniorenvereins, betont, Mitarbeiter und Mitglieder "scharren schon mit den Hufen". Momentan seien viele Gruppenangebote wie Musik- oder Theaterkreise wegen der Corona-Situation nicht möglich. Er hofft, dass der Treffpunkt bald wieder normal genutzt und Menschen zusammenkommen könnten. Für die Nutzung der neuen Räume "denken, planen und träumen wir schon, was daraus werden kann", sagt Arndt.
Unter anderem bietet der Verein ein Reparier-Café, das sich momentan auch im Seniorenbüro befindet. Fachleute, die nun im Ruhestand sind, reparieren dort Alltagsgegenstände oder helfen bei der Reparatur. Damit habe man "den Zeitgeist und das Umweltbewusstsein aufgegriffen", sagt Josef Vogel. Außerdem können sich Senioren in der Hausaufgaben- und Kinderbetreuung engagieren.
Hilfsangebote rund um Sicherheit, Internetnutzung und mehr
Auf der anderen Seite gibt es auch Hilfsangebote für ältere Menschen. Agnes Christner betont, während der Corona-Pandemie habe das Büro auch Impftermine für Senioren ausgemacht und sie begleitet. Die Digitalisierung, erklärt Josef Vogel, werde ebenfalls immer wichtiger. Der Senioren-Internet-Helfer des Vereins biete älteren Menschen die Möglichkeit, am digitalen Leben aktiv teilzuhaben.
Außerdem geht es bei der Beratung um Sicherheitsthemen, um ältere Menschen zum Beispiel gegen Trickbetrüger wehrhaft zu machen. Bürgermeisterin Christner hofft, dass viele Menschen das Angebot nutzen und Verantwortung in der Gemeinschaft übernehmen werden. Mit einem zusätzlichen statistischen Vorteil, den sie am Ende ihrer Rede erwähnt: "Wer sich engagiert, lebt länger."
Details zum Umbau
Der Umbau in der Charlottenstraße 11 hat insgesamt rund 400.000 Euro gekostet, berichtet Antje Durach, die technische Vorständin der Landes-Bau-Genossenschaft (LBG). Die Architektur des Seniorenbüros, so Durach, solle Flexibilität widerspiegeln. So lässt sich der große Saal zum Beispiel durch eine Trennwand zu zwei Räumen umbauen, die auch schalltechnisch gut von einander abgegrenzt werden könnten. Eine kleine Küche stehe auch für Aktivitäten bereit. Einen Teil der Räume stellt die LBG dem Verein "Senioren für Andere" mietfrei zur Verfügung.
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