Nach Messerangriff auf Heilbronner Marktplatz: Staatsanwaltschaft klagt 38-Jährigen an
Eine Blutspur hatte sich nach einer Auseinandersetzung am 4. Januar über Hunderte Meter durch Heilbronns Innenstadt gezogen. Jetzt hat die Staatsanwaltschaft gegen einen 38-jährigen Mann Anklage erhoben. Der Vorwurf lautet versuchter Totschlag in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung.
Der Tatverdächtige befindet sich nach Angaben der Staatsanwaltschaft weiterhin in Untersuchungshaft. Über die Zulassung der Anklage und die Eröffnung des Hauptverfahrens habe nun die zuständige Kammer des Landgerichts zu entscheiden, teilte Sprecherin Mareike Hafendörfer am Dienstag mit.
In einer ersten Pressemitteilung von Polizei und Staatsanwaltschaft im Januar hatte es geheißen, der deutsche Tatverdächtige stehe im Verdacht, einen 17-Jährigen und einen 22-Jährigen arabischer Herkunft mit einem Messer schwer verletzt zu haben.
Verfahren gegen zweiten Verdächtigen wurde eingestellt
Zunächst war die Rede von einem zweiten Tatverdächtigen, der an einer von zwei Auseinandersetzungen beteiligt gewesen sein soll. Das Verfahren gegen den 40-jährigen Deutschen wurde nach Angaben Hafendörfers aber eingestellt. Dem Ergebnis der Ermittlungen zufolge sei er nicht am Messerangriff des 38-Jährigen beteiligt gewesen.
Der mutmaßliche Messerangriff hatte seinen Ausgang in der Nähe der Haltestelle Rathaus am Marktplatz genommen. Blutspuren zogen sich von dort bis zur Stadtgalerie. Ermittler hatten sie zur Spurensicherung markiert. Viele Menschen reagierten erschrocken auf das Geschehen.
Auch bei der Heilbronner Stadtverwaltung hatte man sich im Januar bestürzt gezeigt. „Ereignisse wie in den vergangenen Tagen sind sehr schockierend“, sagte Claudia Küpper, Sprecherin der Stadtverwaltung. „Sie werfen uns in unserem intensiven Bemühen zurück, das subjektive Sicherheitsgefühl der Menschen zu verbessern.“ Die Bewertung, ob der Marktplatz ein Brennpunkt sei, habe die Polizei zu treffen. Küpper: „Bisher hat sie dies verneint."
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