Stimme+
Heilbronn
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Inklusionscup in Böckingen: Wie Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam Spaß haben

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Beim Inklusionscup in Böckingen mit zehn gemischten Teams holt der "FC Bierkasten alkoholfrei" denTurniersieg und den Zusatzpokal.

Von Ralf Schick
Marcel Streib, Inklusionsbeauftragte Irina Richter und Alen Dugalic (von links nach rechts) freuen sich über die gemischten Teams beim achten Inklusionscup in Böckingen.
Marcel Streib, Inklusionsbeauftragte Irina Richter und Alen Dugalic (von links nach rechts) freuen sich über die gemischten Teams beim achten Inklusionscup in Böckingen.  Foto: Ralf Schick

Am Ende bekam jeder einen Pokal und eine von Oberbürgermeister Harry Mergel unterzeichnete Urkunde. Und das erfolgreichste Team ergatterte zusätzlich den Inklusionspokal für Zusammenhalt, Fairness und den Umgang miteinander. Zehn gemischte Teams - Kicker mit und ohne Behinderung - traten am Samstag (23. Juli 2022) auf dem Unionsgelände in Böckingen beim achten Inklusionscup gegeneinander an. Der war zugleich der offizielle Abschluss des "Sommers der Vielfalt".

"Wir wollen einfach Spaß miteinander und Erfolg haben", sagt der 22-jährige Marcel Streib, seit rund 15 Jahren ein leidenschaftlicher und engagierter Kicker. Mit dem 34-jährigen Alen Dugalic spielt er beim gemischten Jobcenter-Team mit und wird am Ende Turnierdritter. "Klasse, das ist doch mehr als nichts, oder", sagt Streib freudestrahlend, der in Lichtenstern arbeitet und weder lesen noch schreiben kann.

Inklusionscup in Heilbronn: erstmals mit gemischten Teams

"Dieses Jahr waren die Teams zum ersten Mal gemischt", sagt Organisator Carsten Hummel von der Offenen Hilfe. Mindestens zwei Kicker mit Behinderung mussten in einer Mannschaft mit sechs Spielern vertreten sein, "die jeweils zwölf Minuten gegeneinander kicken", so Dominik Hager von der Jugendabteilung Union Böckingen und dem Verein "Anpfiff ins Leben".

"Die Teilnehmer sind im Alter zwischen sechs und 62", sagt Hummel. Die jüngsten Kicker stellte die Union Böckingen, auf dessen Sportgelände der Cup auch ausgetragen wurde. Manche waren schon bei den vergangenen Cups dabei, andere, wie die 13-jährige Lea-Sophie Röthenbacher, spielen erstmals mit. "Ich bin durch meinen Vater dazu gekommen und weil ich mich beim Fußballspielen verbessern will", erzählt die Jugendliche, deren Vater Andreas beim Jobcenter als Arbeitsvermittler arbeitet.

Kicker mit ganz unterschiedlichen Behinderungen

"Die Kicker mit Handicap haben ganz unterschiedliche Behinderungen", weiß die Inklusionsbeauftragte für den Stadt- und Landkreis, Irina Richter. Manche haben Lernschwierigkeiten oder eine psychische Beeinträchtigung, andere leben mit dem Down-Syndrom. Veranstaltet wird der Cup von den Offenen Hilfen, Stadt- und dem Landkreis sowie der Aufbaugilde.

Während sich die Kicker von Landratsamt, dem TSV Bad Friedrichshall, der Offenen Hilfe, aus Lichtenstern oder von der Susanne- Finkbeiner-Schule in der Mittagspause stärken, sitzen Irina Richter, die kommunale Behindertenbeauftragte Susanne Theves und Bettina Visser als Klientin der Offenen Hilfe am Tisch und diskutieren als Jury gerade darüber, welches Team für den Inklusionscup in Frage kommt.

Der Sieger heißt: "FC Bierkasten alkoholfrei"

"Die haben nicht nur gut harmoniert, sondern hatten einen Blick auf alles", sagt Theves über das Team "FC Bierkasten alkoholfrei" mit Kickern der Susanne-Finkbeiner-Schule und dem TSV Bad Friedrichshall. Sie holen sich auch am Ende den Zusatzpokal und den Gewinnerpokal nach einem Sieg gegen den "FC Bundesland", der mit Fußballern der C-Jugend der Union Böckingen und der Offenen Hilfen spielte.

OB Harry Mergel lobte bei der Siegerehrung das hohe fußballerische Niveau und die große Leidenschaft. "Was mich aber am meisten beeindruckte, war die Fairness", sagte Mergel, der beim ersten Inklusionscup noch selbst mitspielte. "Es geht hier nicht nur um Fußball, sondern vor allem um Teilhabe", beschreibt Irina Richter den Inklusionscup, mit dem der "Sommer der Vielfalt" zu Ende ging.


Mehr zum Thema

Beim "Sommer der Vielfalt" ging es um Rassismus und Diskriminierung, aber auch darum, wie Vielfalt und Toleranz gelebt werden können.
Foto: Kostiantyn/stock.adobe.com
Stimme+
Heilbronn
Hinzugefügt. Zur Merkliste Lesezeichen setzen

Mit dem "Sommer der Vielfalt" gegen Rassismus und Diskriminierung


Inklusionscup beschließt den "Sommer der Vielfalt"

Rund 50 Veranstaltungen gab es bei der Aktion, die von der Antidiskriminierungsstelle der Stadt koordiniert wurde. "2021 lag der Schwerpunkt auf dem Thema Rassismus, dieses Jahr ging es vorwiegend um Frauen sowie Lesben, Schwule, bisexuelle, trans- und intergeschlechtliche Menschen", sagt die Bildungsreferentin Tanja El Ghadouini. "Wir geben die Themen nicht vor. Die Vereine und Organisationen reichen die Themen ein", erklärt er. "Und das ist dann schon ein ganz interessanter Spiegel der Gesellschaft", betont die Bildungsreferentin. "Und so bekommt das Thema Vielfalt noch mehr Sichtbarkeit."

Ein Dienstleister für alle

Der "Sommer der Vielfalt" wurde veranstaltet von der Antidiskriminierungsstelle Heilbronn. Diese versteht sich als eine Art Dienstleister für alle Einwohner in der Region Heilbronn. Das Ziel ist neben einer regionalen Öffentlichkeitsarbeit und Sensibilisierung zum Thema Antidiskriminierungsarbeit die Unterstützung von Einzelpersonen - unter anderem mit Beratungsangeboten. "Ich habe mich sehr darüber gefreut, dass noch mehr Organisationen teilgenommen haben als im vergangenen Jahr", sagt Bildungsreferentin Tanja El Ghadouini.

Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben