Mit dem "Sommer der Vielfalt" gegen Rassismus und Diskriminierung
Die Heilbronner Veranstaltungsreihe "Sommer der Vielfalt" ist zu Ende gegangen. Hauptorganisatorin Tanja El Ghadouini von der Antidiskriminierungsstelle Heilbronn berichtet von Aha-Momenten, sowohl bei den Besuchern der Events wie auch bei den Organisatoren.

Rassismus und Diskriminierung, zum Beispiel aufgrund von Herkunft, sexueller Identität oder Behinderung - all dem will die Antidiskriminierungsstelle (Adi) Heilbronn etwas entgegensetzen. Zum Beispiel mit der mehr als dreiwöchigen Veranstaltungsreihe "Sommer der Vielfalt", die an diesem Mittwoch zu Ende ging.
Vom 21. Juni bis zum 14. Juli hatte die Adi zusammen mit fast 20 Kooperationspartnern, darunter etwa das Theater Heilbronn, kirchliche Bildungswerke und die Volkshochschule Neckarsulm, verschiedene Lesungen, Workshops, Theateraufführungen, Filme und einen Poetry Slam auf die Beine gestellt.
Anti-asiatische Vorurteile auch wegen Corona wieder sichtbarer
"Richtig gut“ sei alles gelaufen, resümiert die Hauptorganisatorin Tanja El Ghadouini von der Adi Heilbronn. „Vor Corona wäre es bombastisch gewesen“, ergänzt sie gleich darauf. Wegen der Pandemie hätten manche Events online, manche in Präsenz stattgefunden – ein paar Formate hätten sich damit eher schwergetan. Von null bis hundert Teilnehmenden sei alles dabei gewesen, insgesamt schätzt El Ghadouini die Zahl der Besucher auf 400. Ausgebucht sei zum Beispiel die Veranstaltung des Deutsch-Chinesischen Kulturzentrums Neckar zu anti-asiatischen Vorurteilen und Rassismus gewesen. „Das Feedback ging bis nach China“, erzählt El Ghadouini. Selbst das baden-württembergische Sozialministerium sei bei der Online-Runde vertreten gewesen.
Die intensive Beteiligung ist für El Ghadouini einerseits ein Aufruf, „sich mit anti-asiatischem Rassismus zu beschäftigen“. Gerade in der Pandemie sei dieser verstärkt zum Vorschein gekommen. Andererseits zeige das Interesse, dass Programme wie der „Sommer der Vielfalt“ nötig seien. „Das Ziel war, Vielfalt sichtbar zu machen. Manche Veranstaltungen wären ohne diese Plattform vielleicht untergegangen oder eher in der betroffenen Community geblieben“, erklärt die Organisatorin.
Welche Begriffe rund um sexuelle Identität gibt es
Auch andere Formate wie Lesungen der VHS, der Film "Girl" oder die Veranstaltung "Was sag" ich denn jetzt?" seien gut besucht gewesen. Letztere, erklärt El Ghadouini, habe besonders die LGBTQ-Community (lesbisch, schwul, bisexuell, transgender, queer) der Stadt in den Fokus gerückt und Begriffe rund um geschlechtliche und sexuelle Vielfalt aufgegriffen. "Und auch beim Barcamp ,Wir in Heilbronn" kamen sehr viele schöne Impulse", freut sich Tanja El Ghadouini.
Für die Organisatoren, erzählt sie, habe es ebenfalls so manche Aha-Momente gegeben. Denn wer eine Veranstaltungsreihe zum Thema Vielfalt anbietet, müsse natürlich auch dafür sorgen, dass möglichst viele unterschiedliche Menschen daran teilnehmen können. Also sei es in der Planung auch darum gegangen, "Barrieren abzubauen", berichtet sie.
Barrierefreies Programm sollte auch zu Vielfalt beitragen
Dabei sei es wichtig zu wissen, an wen man sich bei bestimmten Themen wenden kann, zum Beispiel wenn es darum geht, Gebärdensprachendolmetscher zu finden, Inhalte in einfacher Sprache darzustellen oder etwa eine Höranlage zu besorgen. Generell, sagt Tanja El Ghadouini, gebe es beim Thema Vielfalt, Toleranz und Respekt immer noch mehr zu tun, um "eine tolle, bunte, friedliche Gesellschaft" zu schaffen. Und das, meint die Expertin, gehe eben nur im Zusammenschluss. Das Heilbronner Netzwerk "Vielfalt stärken" sei hier schon auf einem guten Weg.
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