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Im Bahnbetriebswerk am Sonnenbrunnen in Böckingen herrscht weiter Unfrieden

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Über die Zukunft des Bahnbetriebswerks im Heilbronner Stadtteil Böckingen kann derzeit nur spekuliert werden. Der Generalpächter, dem zum 30. Juni 2023 gekündigt wurde, hofft auf eine Lösung mit dem Eigentümer.

Die Dampftage im Süddeutschen Eisenbahnmuseum in Böckingen waren immer ein Besuchermagnet. Über die Zukunft des Standorts am Sonnenbrunnen kann nur spekuliert werden.
Foto: Archiv/Mugler
Die Dampftage im Süddeutschen Eisenbahnmuseum in Böckingen waren immer ein Besuchermagnet. Über die Zukunft des Standorts am Sonnenbrunnen kann nur spekuliert werden. Foto: Archiv/Mugler  Foto: Mugler

Fällt über kurz oder lang alles in Trümmer und Scherben, oder blüht das Bahnbetriebswerk Heilbronn am Sonnenbrunnen wieder auf? Wohin die Reise geht, darüber kann derzeit nur spekuliert werden. Aktuell liegen dunkle Gewitterwolken über dem Standort in Böckingen. Ob Eigentümer, Generalpächter oder Untermieter - jeder, so gewinnt man den Eindruck, setzt sich konsequent für seine Belange ein, um es galant zu umschreiben.

Einrichtungen stehen zum Teil unter Denkmalschutz

Jüngster Hauptknackpunkt ist die Kündigung des Generalpächters, der Verein UEF - Historischer Dampfschnellzug (HDS), durch die SEH-Verwaltungs GmbH zum 30. Juni 2023. Diese Gesellschaft vertritt die Interessen der Grundstückseigentümerin Margarete Wilhelm aus Aalen. Mitbetroffen von der Kündigung ist auch der Verein Süddeutsches Eisenbahnmuseum, der Untermieter eines Teilbereichs ist. Auf dem Gelände befinden sich im Wesentlichen eine Drehscheibe mit angrenzendem Ringlokschuppen, eine große Wartungshalle mit vorgelagerter Schiebebühne und ein Verwaltungsgebäude, in dem zwischenzeitlich Wohnungen eingerichtet wurden und bewohnt sind.

Weg der Kommerzialisierung eingeschlagen

Um nach dem überraschenden Tod des Grundstückseigentümers 2019 das denkmalgeschützte Ensemble des Bahnbetriebswerks in Böckingen zu erhalten, hatte sich der Verein HDS in Übereinstimmung mit der Verwaltungs GmbH daran gemacht, Mittel und Wege zu suchen, um das Areal an der Leonhardstraße zu sichern und zu entwickeln. HDS-Geschäftsvorstand Dr. Burkhard Pick: "Auf unser Betreiben hin wurde die Grundlage dafür geschaffen, dass auch kommerzielle Unternehmen die Infrastruktur am Sonnenbrunnen mieten und nutzen können."


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Streit um die Zukunft des Böckinger Eisenbahnmuseums


Es wurden Arbeitsplätze geschaffen

So sei beispielsweise die betriebsnahe Instandhaltung des Verkehrsunternehmens Flix Train nach Heilbronn verlagert worden. Betriebsvorstand Patrick Schönenberg ergänzt: "Nach der Gründung der HDS-Technik GmbH haben sich weitere Unternehmen angesiedelt. Es wurden Arbeitsplätze geschaffen." Ziel sei stets gewesen, den Standort als Knotenpunkt für Eisenbahndienstleistungen weiter zu etablieren. Von Bereicherung und illegalem Gewerbe, so Vorwürfe der SEH-Verwaltungs GmbH, könne keine Rede sein.

Das Gelände ist bahntechnisch nicht entwidmet

Weshalb die SEH-Verwaltungs GmbH nun mit dem HDS gebrochen hat, darüber können Pick und Schönenberg nur spekulieren. Sie gehen davon aus, dass das Gelände vermarktet werden soll. Der Heilbronner Baubürgermeister Wilfried Hajek sieht hierfür jedoch hohe Hürden: "Das Gelände ist nicht bahntechnisch entwidmet, und Gebäude stehen unter Denkmalschutz." Burkhard Pick geht noch einen Schritt weiter: "Die Bahn wird ihre Einrichtungen hier kaum aufgeben, zumal mit Stuttgart 21 Wartungseinrichtungen für Loks und Waggons zurückgebaut wurden.

Museum fehlt die baurechtliche Genehmigung

Vorwürfe, die HDS führe "einen Vernichtungsfeldzug" gegen den Museumsverein, weisen beide Vorstände zurück: "Wir arbeiten für die Sache." Ohne schmutzige Wäsche zu waschen, erinnert Pick nur daran: "Das Verwaltungsgebäude und der Ringlokschuppen waren bis zum März 2020 teilweise vom Museum als Ausstellungsfläche für Sammlungsobjekte genutzt worden. Bedingt durch die fehlende baurechtliche Genehmigung seitens der Stadt für einen Museumsbetrieb konnte das Museum nach dem ersten Lockdown nicht wieder eröffnet werden." In der Folge seien zahlreiche Objekte, die nicht Eigentum des Museums waren, von ihren Eigentümern verkauft und an andere Standorte verbracht worden.

Generalpächter zeigt sich gesprächsbereit

Trotz des Streits suchen Pick und Schönenberg immer noch eine Gesamtlösung: "Wir möchten, dass es hier in Böckingen weitergeht. Es wäre schade für den Standort, schade für den verstorbenen Initiator Raimund Wilhelm und schade für Heilbronn." Auch künftig sei es möglich, Tage der offenen Tür oder den Julbockmarkt auszurichten. Beide Vorstände versichern: "Wir sind nach wie vor gesprächsbereit. Wir reichen der SEH-Verwaltungs GmbH die Hand."

Einstweilige Verfügung zurückgewiesen

Eine bittere Niederlage musste jetzt die SEH-Verwaltungs GmbH, Interessenvertretung der Eigentümerin des Bahnbetriebswerks in Böckingen, hinnehmen. Das Amtsgericht Heilbronn hat den Antrag auf einstweilige Verfügung zurückgewiesen. Richterin Marieke Brennecke hatte in der schlecht vorbereiteten Argumentation der Kläger keine Eilbedürftigkeit und auch keine Gefahr im Verzug aufgrund angeblich defekter Handwerkergeräte gesehen.

Die SEH-Verwaltungs GmbH wollte mit der einstweiligen Verfügung erwirken, dass sie, ohne als Bittsteller aufzutreten, wie berichtet wieder auf ihr eigenes Gelände kann. Nach rechtlichen Streitereien zwischen dem Generalpächter, dem Verein UEF - Historischer Dampfschnellzug (HDS), und dem Untermieter, dem Verein SEH-Eisenbahnmuseum, waren auf Weisung eines Gerichtsvollziehers die Schlösser am Haupttor gewechselt worden. Dass ein Mitarbeiter der SEH-Verwaltungs GmbH einen Schlüssel erhalten hatte, ließ der GmbH-Bevollmächtigte vor Gericht nicht gelten. 

 

 

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