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Horkheimer suchen Bauplätze und beklagen Verkehrsprobleme

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In dem Heilbronner Stadtteil Horkheim stagniert die Einwohnerzahl seit Jahren. Neues Bauland lässt auf sich warten. Was die Bürger dort außerdem beschäftigt, zeigt unser Rück- und Ausblick.

Für die Entwicklung des Ortskerns will ein Rahmenplan Orientierungshilfen geben. Das Neubaugebiet Hossäcker III (ganz rechts) lässt auf sich warten, der Kelterweg (Mitte) ist ein Dauerbrenner.
Fotos: Ralf Seidel
Für die Entwicklung des Ortskerns will ein Rahmenplan Orientierungshilfen geben. Das Neubaugebiet Hossäcker III (ganz rechts) lässt auf sich warten, der Kelterweg (Mitte) ist ein Dauerbrenner. Fotos: Ralf Seidel  Foto: Seidel, Ralf

Kinderfasching, Oktoberfest und eine gelungene Teampräsentation der TSB-Handballer, die zur Jahreswende in der dritten Liga ganz oben mitspielen: immerhin. Nach den Corona-Wirren ist in Horkheim mehr oder weniger Normalität eingekehrt. Wobei es auch in diesem Heilbronner Stadtteil nicht an Aufregern mangelt. So war der Jubel über die im Herbst 2021 vom Impfzentrum befreite Stauwehrhalle noch nicht verklungen, da mussten im Frühjahr 2022 viele Sportsfreunde auf ihre Alte Turnhalle verzichten, obwohl die dort installierten Flüchtlingsbetten so gut wie nicht genutzt wurden.


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Immer wieder Ärger am Kelterweg

Ein Dauerbrenner war und ist der Kelterweg, der zum Reiterhof mit gut besuchtem Reiterstüble weiterführt. Außerhalb des Orts kommt es dort oft zu brenzligen Situationen zwischen Autos und Fußgängern oder Radlern. Das Amt für Straßenwesen hat zwar Pläne zu einem parallelen Fuß- und Radweg mit Beleuchtung in der Schublade, im Stadtetat 2023 stehen dafür gar 250 000 Euro bereit. Die Realisierung scheitert aber an einigen der 20 Grundstücksbesitzer, die nicht bereit sind, 60 bis 100 Quadratmeter an die Stadt zu verkaufen. Auf Anregung der Bezirksbeiräte prüft die Stadt nun, die Zufahrt zum Reiterhof über den Hossäckerweg zu führen und die Abfahrt über den Kelterweg. Eingespielt hat sich dort offenbar der Autoverkehr zur neuen Seniorenwohnanlage mit 30 betreuten Wohnungen und Tagespflegeplätzen, wo im Frühjahr 2022 noch die Außenanlagen gerichtet wurden.

Perspektiven für die Ortskern-Entwicklung

Die Kreuzung Hohenloher Straße auf Kelterweg gehört zu den neuralgischen Punkten der Ortsdurchfahrt.
Foto: Archiv
Die Kreuzung Hohenloher Straße auf Kelterweg gehört zu den neuralgischen Punkten der Ortsdurchfahrt. Foto: Archiv  Foto: Berger

Ein ähnliches Projekt, das allerdings nach heftigem Protest nicht realisiert wurde, gab vor Jahren den Anstoß zum Rahmenplan für den Ortskern. In dem Planwerk werden die heutige städtebauliche Situation dargestellt, Perspektiven und Orientierungshilfen für die zukünftige Entwicklung aufgezeigt. Wobei der Rahmenplan, anders als von Kritikern befürchtet, kein rechtlich bindendes Instrument ist.

Vielmehr dient er Bürgern und Verwaltung als Grundlage für konkrete Planungen, etwa auch für den neuen Bebauungsplan Horkheim-West, der 2022 auf den Weg gebracht wurde - und der womöglich punktuell Bauaktivitäten ankurbelt. Denn außer einem von der Volksbank Flein-Talheim gegenüber der Stauwehrhalle geplanten Wohnhaus mit Gewerbefläche tut sich seit Jahren nicht viel, weshalb die Zahl der Horkheimer bei 4000 stagniert.

Neubaugebiet kommt nicht vor 2027

Vor diesem Hintergrund sollen im Gebiet Hossäcker III auf rund 3,5 Hektar etwa 150 Wohneinheiten in unterschiedlichen Bauformen ausgewiesen werden, jeweils ein Drittel Einzel- und Doppelhäuser, Reihenhäuser und Mehrfamilienhäuser. Baureif wird das Gebiet aber frühestens im Jahr 2027 sein, wie der neue Heilbronner Baubürgermeister Andreas Ringle jüngst im Bezirksbeirat hat durchblicken lassen.

Derweil ist die Zahl der Läden und Lokale arg geschrumpft. Die letzten Anlaufstellen: Bäckerei Gruner, Metzgerei Klein, der "Sparladen" genannte Edeka sowie Lamm, Reiterstüble und der Döner 20.

Ärgerliche Randerscheinungen

Anstelle des Getränkemarktes an der Stauwehrhalle plant die Volksbank Flein-Talheim ein Wohnhaus mit Gewerbefläche.
Anstelle des Getränkemarktes an der Stauwehrhalle plant die Volksbank Flein-Talheim ein Wohnhaus mit Gewerbefläche.  Foto: Seidel, Ralf

Nur punktuell, nicht regelmäßig gepflegt werden die Sportanlagen auf der Horkheimer Insel. Derzeit tummeln sich hier überwiegend Hobbykicker, sommers aber auch junge Leute, die zum Leidwesen der Bauhof-Mitarbeiter kaum auf ihre Hinterlassenschaften achten.

Keine gute Kinderstube beweisen auch Hundehalter, die mit ihren Lieblingen den Verbindungsweg Stauwehrhalle-Grundschule durch den Friedhof nutzen und deren Häufchen trotz Kotbeutel-Ständer liegen lassen. In einer aktuellen Stellungnahme heißt es, die Stadt werde besprühte Schilder regelmäßig reinigen und habe mit der Umstellung auf LED auch die Beleuchtung im Blick.

Nicht im neuen Stadtetat für 2023 enthalten ist die vom Bezirksbeirat gewünschten E-Ladestation. Und für einen Carsharing-Standort konnte sich bisher kein Privatinvestor erwärmen, damit sich das rentiert, braucht es gut 100 Buchungsstunden pro Monat.

Pläne an der Talheimer Straße in Horkheim

Beruhigt haben sich in Horkheim die Parkplatzprobleme, an der zur Fahrradstraße umgewidmeten Unteren Kanalstraße. Während an der Talheimer Straße mobile Blitzer sowie parkende Autos Raser ausbremsen sollen, fasst die Stadt dort einen separaten Fuß- und Radweg ins Auge. Denn die dortigen Vereine, Hundesportverein, Schützen- und Kleintierzuchtverein Z 550, dürften in naher Zukunft Zuwachs bekommen: Die Züchter vom Z 80 sollen ans Hasenwäldle umsiedeln, weil sie im Industriegebiet einer Firma Platz machen müssen.

 
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