Heilbronner Hoover-Siedlung bekommt Quartierszentrum
Der Heilbronner Süden bekommt ein zweites Quartierszentrum, und zwar in der Herbert-Hoover-Siedlung. Es soll als weiterer Treffpunkt für Bürger und Gruppen im Süden der Stadt dienen.

Das zweite Quartierszentrum (QZ) im Heilbronner Süden soll in der Herbert-Hoover-Siedlung entstehen, und zwar als Außenstelle des QZ, das die Arkus GmbH in Kooperation mit der Stadt seit zwei Jahren an ihrem Stammsitz an der Happelstraße betreibt.
Der Gemeinderat machte in seiner letzten Sitzung vor der Sommerpause den Weg frei, indem er fürs Jahr 2022 einen Zuschuss von 28.000 Euro genehmigte, für die künftige Weiterentwicklung jährlich 67.000 Euro.
Fünf Quartierszentren gibt es inzwischen in Heilbronn
In Heilbronn gibt es inzwischen fünf solcher QZ, die aus den sogenannten Familienzentren hervorgegangen sind, wobei die Stadt hier jeweils mit einem Träger kooperiert: im Bürgerhaus Böckingen, im Böckinger Kreuzgrund, im Nordstadt-Mehrgenerationenhaus an der Schellengasse, im Wilhelm-Waiblinger-Haus in der Bahnhofsvorstadt und eben bei Arkus plus Außenstelle. Hinzukommen soll noch das Jugend- und Familienzentrum Augärtle im Industriegebiet.
Im Prinzip handelt es sich um Drehscheiben und Treffpunkte, in denen Nachbarn zusammenkommen und ein vielfältiges Programm, Projekte und Veranstaltungen für Jung und Alt erleben können. Auch gegenseitige Unterstützung in schwierigen Situationen wird angeboten. Geführt werden die QZ von sogenannten Quartiersmanagern, die als Ansprechpartner für Gruppen, Vereine und Initiativen vor Ort fungieren. Angebote sollen ausgebaut werden, und zwar zusammen mit den Einwohnern, wodurch auch ehrenamtliche Strukturen gestärkt und die etablierten Akteure vor Ort vernetzt werden.
Im Süden wurde schnell deutlich, dass es viele Überschneidungen und gemeinsame Kooperationen mit der Herbert-Hoover-Siedlung gibt, etwa in der Jugendarbeit, im Bereich Inklusion und Senioren- sowie Familienarbeit. Die ehemalige US-Siedlung und das angrenzende Quartier werden im Wesentlichen von der Stuttgarter Straße und Schweinsbergstraße begrenzt. Hier leben rund 2500 Menschen.
Hoover wird zur Anlaufstelle mit Infopoint entwickelt
Grundlage eines jeden Quartierszentrums ist eine Sozialraumanalyse. Schon hier sollen möglichst viele Einwohner aus der Nachbarschaft sowie Akteure, also etwa Vereine und Kirchengemeinden, eingebunden werden: Um einerseits die Akzeptanz der Quartiersentwicklung zu fördern und andererseits den Gesamtbedarf und die Wünsche zu ermitteln. Analog zum bereits erprobten Vorgehen in anderen Quartieren wurden in einem ersten Schritt aktive "Stakeholder" identifiziert, also Projektbeteiligte, und deren Expertise für und aus dem Quartier durch Interviews erfragt.
Die Ergebnisse wurden in einer Sozialraumanalyse und in einem Eckpunktepapier aufbereitet, das als erste Ausrichtung der Quartiersarbeit zu verstehen ist: Demnach wird Hoover zur Anlaufstelle mit Infopoint entwickelt, weiter wichtig: Vernetzung und Aufbau von Kooperationen, Angebote für Kinder und Jugendliche in Kooperation mit den Schulen, Angebote für Familien und Berufstätige, für Senioren und das Zusammenleben unterschiedlicher sozialer und ethnischer Gruppen. In einem zweiten Schritt, einer Bedarfsanalyse mit Beteiligung der Bewohner, werden 2023 diese Ergebnisse näher untersucht und vertieft.
Derzeit werden die leicht zugänglichen Räumlichkeiten in der Herbert-Hoover-Straße 8 bereits zur Vorbereitung und zum Aufbau der Quartiersarbeit genutzt, sogar ein Spieletreff für ukrainische Kinder wurde eingerichtet. Außerdem ist geplant, dass die Räumlichkeiten bereits nach den Sommerferien für eine Kooperation mit der Luise-Bronner-Realschule zur Mittagsverpflegung als Mensa genutzt werden. Darüber hinaus soll dann auch die Tagespflegegruppe von Arkus aus der Happelstraße 17 hierher verlegt werden.


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