Nach fast einem Jahr: Turm der Kilianskirche wird wieder angeleuchtet
Um Energie zu sparen, waren die Strahler der Heilbronner Kilianskirche seit vergangenem September ausgeschaltet. Pünktlich zum Heilbronner Weindorf im September geht das Licht nun wieder an.

Es ist ein knappes Jahr her, da ging die Angst vor einem dunklen, kalten und vor allem sehr teuren Herbst und Winter im Land um. Der Krieg in der Ukraine hatte die Energiepreise in die Höhe schnellen lassen. Energiesparen war das Gebot der Stunde - was in Zeiten des Klimawandels ja grundsätzlich nicht verkehrt ist.
Ein Ergebnis davon war noch dieser Tage sichtbar: Der Turm der Heilbronner Kilianskirche wurde seit dem 7. September nachts nicht mehr angestrahlt. Das hat sich am Montag geändert.
Energieeinsparverordnung: Lichter an Heilbronner Kilianskirche blieben aus
Zum 1. September 2022 trat die Energieeinsparverordnung des Bundes in Kraft. Neben öffentlichkeitswirksam abgegeben Tipps von Politikern wie Waschlappen statt Dusche oder der Bitte an die Bevölkerung, schon zur Schonung des eigenen Geldbeutels die Heizung niedriger zu stellen, beinhaltete diese auch ganz konkrete Vorgaben. So durften etwa Bürogebäude auf maximal 19 Grad geheizt werden - eine Innentemperatur, von der aktuell viele Menschen sehnsuchtsvoll träumen dürften.
Ein weiterer Teil beschäftigte sich mit dem Licht. Darin war unter anderem zu lesen: "Die Beleuchtung von Gebäuden und Baudenkmälern von außen mit Ausnahme von Sicherheits- und Notbeleuchtung ist untersagt." Überall im Unterland blieben nachts die Lichter aus. Burg Stettenfels und die Weibertreu? Dunkel. Die Wimpfener Altstadt? Schemenhaft zu erkennen. Die Stadt Heilbronn beschloss, die Strahler an Götzen-, Hafenmarkt- und Bollwerksturm sowie an der Kilianskirche aus zu lassen.
Pünktlich zum Weindorf gehen die Strahler an der Kilianskirche wieder an
Das ist fast ein Jahr her. Die meisten markanten Gebäude erstrahlen längst wieder im Licht, werden von wohl positionierten Strahlern charmant in Szene gesetzt. Nicht jedoch an der Kilianskirche, dem bekannten Wahrzeichen der Stadt. In der helleren Jahreszeit wurde darauf zur Energieeinsparung weiter verzichtet, wie eine Sprecherin der Stadt erklärt. Seit Montagabend, überpünktlich zum Weindorf also, sind die Strahler aber wieder an. Eine Frage der öffentlichen Sicherheit sei das nie gewesen, sondern eine rein optische Angelegenheit. Die nächtliche Beleuchtung wird voraussichtlich auch über den Winter so bleiben, es sei denn, es kommen neue Energiesparvorschriften.

Bei der evangelischen Gesamtkirchengemeinde kommt die Nachricht erwartungsgemäß gut an. "Das freut uns natürlich sehr", erklärt Stephan Bartel, Leiter der Kirchenpflege. Die Beleuchtung sei eine reine Sache der Stadt, und seines Wissens habe es seit dem Ausschalten zumindest keine offiziellen Gespräche über das Thema gegeben. "Ich habe aber schon von einigen Kirchengemeinderäten den Wunsch gehört, doch mal auf die Verwaltung zuzugehen, aber da war die Stadt jetzt schneller."
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