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IGP und Agility
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Deutschlands Schäferhund-Elite zeigt ihr Können im Frankenstadion Heilbronn

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Deutschlands Schäferhunde-Elite zeigt bei der Bundessiegerprüfung in Heilbronn ihr Können in IGP und Agility. Wie verlief der Wettkampf der Vierbeiner im Frankenstadion ab?

Von Stefanie Pfäffle
Teilnehmer aus ganz Deutschland kamen am vergangenen Wochenende zur Bundessiegerprüfung ins Frankenstadion. Ein Teil der Prüfung im Gebrauchshundesport ist das makelose Apportieren, auch über Hindernisse hinweg. 
Foto: Stefanie Pfäffle
Teilnehmer aus ganz Deutschland kamen am vergangenen Wochenende zur Bundessiegerprüfung ins Frankenstadion. Ein Teil der Prüfung im Gebrauchshundesport ist das makelose Apportieren, auch über Hindernisse hinweg. Foto: Stefanie Pfäffle  Foto: Pfäffle, Stefanie

Wie von der Tarantel gestochen schießt der schwarze Schäferhund über die Rasenfläche. Dann der Befehl seines Herrchens, nur ein lautes Wort, und innerhalb von zwei Sekunden dreht sich das Tier und legt sich ab, wartet hechelnd, was sein Mensch als Nächstes von ihm möchte. Ein Raunen geht durchs Publikum ob dieser makellosen Darbietung, Applaus brandet auf. Sie ist ein Teil der Prüfung im internationalen Gebrauchshundesport IGP. Am Wochenende fand im Heilbronner Frankenstadion die Bundessiegerprüfung im IGP und Agility des Vereins für Deutsche Schäferhunde statt.

Deutsche Schäferhunde treten im Heilbronner Frankenstadion gegeneinander an

Die Herrchen und Frauchen sind aus ganz Deutschland angereist, um mit ihrer Fellnase anzutreten oder anderen dabei zuzuschauen. "Die Starter haben sich alle in ihren jeweiligen Landesgruppen qualifiziert", erläutert Pressesprecherin Barbara Ullrich-Kornadt. Je nach Größe haben diese ein unterschiedliches Starterkontingent. Im IGP sind insgesamt 131 Hunde am Start, im Agility 73.

Ben Pöpping tritt aus dem Stadion und wird von allen Seiten beglückwünscht. Der 13-Jährige und sein Wotan haben ihre Gehorsamsprüfung bestanden. "Ich mach das quasi schon seit ich geboren wurde", erzählt der Borkener. Die ganze Familie ist im Hundesport aktiv. Ein Welpe springt an Wotan hoch, sein Halbbruder - der ist wiederum für Bens Bruder vorgesehen. Drei bis vier Mal die Woche trainieren die beiden. "Die Arbeit mit dem Hund macht mir einfach Spaß." Inzwischen haben sie auch Agility angefangen, weil der Teenager das vergangenes Jahr bei den Deutschen Jugendmeisterschaften gesehen hat und spannend fand. "Wotan hat da auch richtig Spaß dran."

Gehorsam und Trieb: Was leisten die Schäferhunde am Wochenende in Heilbronn?

Das ist überhaupt das Allerwichtigste und sie ist den vierbeinigen Akteuren auch jederzeit anzusehen. "Letztendlich passiert alles aus dem Trieb heraus und unser Ziel ist es, dass der Hund auch in hoher Trieblage noch für den Hundeführer ansprechbar ist", betont Barbara Ullrich-Kornadt und tritt damit vor allem Kritikern des Schutzdienstes, der neben Gehorsam und Fährtensuche zu IGP gehört, entgegen. "Ein Hund, der im Schutzdienst ausgebildet ist, steht auch im extremen Gehorsam." Sobald der Helfer seinen Schutzärmel auszieht, sei der Mensch überhaupt nicht mehr interessant für das Tier. "Unsere Hunde kennen auch keine Vollschutzausrüstung."

Während auf dem Nebenplatz weiter Gehorsam gezeigt wird und sich so mancher Besitzer auf dem kleinen Marktplatz den 153. Ball für seinen Liebling aussuchen, bietet sich im Stadion selbst ein merkwürdiges Bild. Männer und Frauen laufen mit nach links ausgestreckten Armen durch einen Parcours - ohne Hunde. Es sind die Agility-Teilnehmer, die vorab den Parcours begehen. Christina Bienert steht noch am Rand. "Man schaut schon mal von außen, aber von innen sehen die Linien nochmal anders aus", erklärt sie. Das heutige Ziel lautet, mit ihrem Crash von Ratzfatz durchzukommen. "Gestern ist er bei der Landung nach einer Hürde gerutscht und in die nächste gekracht", erzählt das Frauchen.

Voraussetzung für die Teilnahme am Wettkampf im Frankenstadion Heilbronn: Tiergesundheit

Die Gesundheit der Tiere ist dem Verein für Deutsche Schäferhunde sehr wichtig. Jeder Teilnehmer braucht ein Gesundheitszeugnis vom Tierarzt. Außerdem finden tatsächlich auch Dopingproben statt, um sicherzugehen, dass kein Vierbeiner unter Schmerzmitteln läuft. Platz eins bis drei werden direkt im Anschluss dazu abgeführt, außerdem Platz zehn und dreißig sowie auffällige Tiere.

"Da sind dann quasi Bodyguards dabei, damit niemand behaupten kann, der Hund hätte unterwegs was aufgenommen", erläutert Pressesprecherin Barbara Ullrich-Kornadt. "Wenn ein Hund nicht fit ist, dann lässt man ihn zu Hause."

Auch inFlein wird regelmäßig Hundesport und Agility-Training angeboten.

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