Der erste Baum fürs Klimawäldchen der Hochschule Heilbronn ist gepflanzt
Neben der Mensa am Campus Sontheim wird in den nächsten Jahren ein Mischwald entstehen. Beim Spatenstich war kein geringerer als Peter Wohlleben, Deutschlands bekanntester Förster und Bestsellerautor, dabei.

Auf dem Campus Sontheim der Hochschule Heilbronn (HHN) wird in den nächsten Jahren ein Klimawäldchen entstehen. Rund 300 Bäume sollen auf der Grünfläche neben der Mensa gepflanzt werden, für die sogar ein Teil der angrenzenden Studentenparkplätze weichen wird. Neben einem Rückzugsort und einem Zeichen für den Umweltschutz soll der Klimawald künftig auch Raum für Forschung und Studienprojekte bieten.
Nun wurde der erste Baum gepflanzt, genauer gesagt ein Feldahorn. "Das ist ein großer Tag für mich. Das Projekt ist in Rekordzeit umgesetzt worden", schwärmte Initiator Roland Schweizer, Personalratsvorsitzender der HHN und Leiter der zentralen Studienberatung. "Erst im November war das Kickoff-Meeting, und heute steht schon der erste Baum."
"Das geplante Klimawäldchen mit 300 Bäumen ist eine Hausnummer"
Zum Spatenstich am Montagnachmittag konnte Roland Schweizer Deutschlands bekanntesten Förster, Peter Wohlleben, gewinnen. "Dass Fläche teilweise entsiegelt wird, ist genau das richtige Zeichen", lobte der Bestsellerautor das Vorhaben. Das geplante Klimawäldchen mit 300 Bäumen sei eine Hausnummer.
"Wir sind erst am Anfang des Klimawandels, egal, was wir machen, es wird heißer. Deswegen müssen wir mit allen Mitteln dagegensteuern." Ein Baum könne die Temperatur in seinem unmittelbaren Umfeld um ein bis zwei Grad senken, ein intakter Wald schaffe bis zu 15 Grad. Abgesehen von ihrer positiven Wirkung auf den Menschen und ihren kühlenden Effekt sind sie "auch einfach schön anzusehen. Für die Lebensqualität gibt es nichts besseres als Bäume."
Für Abkühlung und Forschung
"Ich freue mich sehr und unterstütze die Idee des Klimawaldes, mit der wir an unserem Campus Sontheim ein kraftvolles und sichtbares Zeichen für den Umweltschutz setzen", sagte HHN-Rektor Oliver Lenzen. "Das Thema Nachhaltigkeit wird mit dem Klimawald einmal mehr verankert."
Aber auch Forschung soll dort künftig betrieben werden: "Beispielsweise ist vorgesehen, mit angebrachten Sensoren Klimaveränderungen zu messen und darzulegen." Für die Umsetzung des Klimawandels sei man nun auf tatkräftige Unterstützung angewiesen. "Jeder, der will, kann eine Baumpatenschaft übernehmen", warb Lenzen.
Klimaresistente Bäume sollen robusten Mischwald ergeben
Robinie, Esskastanie, Feldahorn, Schwarznuss, Felsenbirne, Amberbaum, Traubeneiche, Siberlinde: Die Bäume, die in den nächsten drei Jahren auf dem Campus Sontheim gepflanzt werden, sollen einen robusten Mischwald ergeben und klimaresistent sein, kündigte Initiator Roland Schweizer an.
Die Idee kam dem Personalratsvorsitzenden vergangenes Jahr, als eine Hitzewelle über Deutschland rollte. Schweizer erzählt, dass er sich im Klimawäldchen gegenüber der Sparkasse aufhielt und einen spürbaren Temperaturunterschied unter den Bäumen wahrnahm. "Es war wie eine kleine Oase. Ringsum hat der Verkehr getobt. Unter den Bäumen war es kühl und ruhig. Da war die Idee geboren."
In Zusammenarbeit mit Rektor Oliver Lenzen holte der Personalratsvorsitzende daraufhin verschiedene Akteure ins Boot wie die Grünen-Landtagsabgeordnete Gudula Achterberg oder Frank Berkenhoff, Leiter des Vermögen und Bau Baden-Württemberg Amt Heilbronn, da das Hochschulareal dem Land gehört. Für die Umsetzung innerhalb weniger Monate und die Unterstützung ist Schweizer dankbar.
HHN-Studierende freuen sich auf Vorhaben
Auch von den Studierenden selbst gab es lobende Worte. "Ich finde es cool, dass sich die HHN für die Umwelt einsetzt", sagt Dorothea Jaspers, die im dritten Semester Business Engineering Logistics studiert. Die Grünfläche neben der Mensa sei zwar mit Sitzgelegenheiten ausgestattet, an Sommertagen sei es aber oft zu heiß. Auch Turgut Günar vom selben Studiengang freut sich: "Das Klimawäldchen ist eine gute Sache, man kann es nicht grün genug haben", so der 26-Jährige.
Kooperationen mit umliegenden Schulen geplant
Auch wenn bisher nur ein Feldahorn steht, hat Roland Schweizer schon einige Ideen, was mit dem Klimawald später einmal alles umgesetzt werden kann. Dem Personalratsvorsitzenden schweben etwa Kooperationen mit umliegenden Schulen wie dem Justinus-Kerner-Gymnasium oder der Mörike-Realschule vor. "Das Klimawäldchen kann als außerschulischer Lernort genutzt werden." Auch mit der Klimaarena Sinsheim hat Schweizer bereits Kontakt aufgenommen. Geplant ist eine wetterfeste Ausstellung rund um den Klimawandel. Schon in ein paar Monaten sollen Bagger anrücken. "Ich will Tempo machen. Der Klimawandel ist jetzt."
Spatenstich war Auftakt der Earth Week
Der Spatenstich des Klimawäldchens ist Auftakt der Earth Week, die die Hochschule Heilbronn erstmals ins Leben ruft. Bis zum 25. April sind unter anderem Vorträge, ein Markt der Möglichkeiten oder eine Vernissage geplant. Mehr Informationen online unter www.hs-heilbronn.de. Eintrittskarten können telefonisch bestellt werden: 07131/504-507.
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