Aus für das Süddeutsche Eisenbahnmuseum in Heilbronn
Die Eigentümerin des ehemaligen Bahnbetriebswerks Heilbronn bekommt in einer Berufungsverhandlung vor dem Oberlandesgericht Stuttgart Recht. Der beklagte Verein muss jetzt reagieren. Was das für das Museum bedeutet.

Das Süddeutsche Eisenbahnmuseum in Böckingen auf dem Gelände des ehemaligen DB-Bahnbetriebswerks Heilbronn ist endgültig Geschichte. Nachdem das Museum aufgrund von Rechtsstreitigkeiten, die teilweise unter die Gürtellinie gingen, seit 2020 geschlossen ist, haben jetzt die Eigentümerin der Anlagen am Sonnenbrunnen und der Generalpächter, der Verein UEF - Historischer Dampfschnellzug (HDS), in einer Berufungsverhandlung vor dem 13. Zivilsenat des Oberlandesgerichts Stuttgart einen gütlichen Vergleich geschlossen. Damit ist der Rechtsstreit beendet.
Geregelt wird darin, dass sich der beklagte Verein zur Räumung des Geländes bis zum 31. Januar 2025 verpflichtet und in geräumtem Zustand an die Eigentümerin, eine Unternehmerin aus Aalen, herausgibt. "Eine weitergehende Räumungspflicht haben die Richter nicht gewährt", betont auf Anfrage Elena Gihr, Pressesprecherin am Oberlandesgericht. Die Parteien seien sich einig, dass das Mobiliar, die Tische und Stühle in der Cafeteria des Mietobjekts verbleiben. Die Kosten des Verfahrens trägt in beiden Instanzen der Verein UEF.
Aus für Eisenbahnmuseum in Böckingen: Landgericht Heilbronn traf andere Entscheidung
Das Landgericht Heilbronn hatte im August des vergangenen Jahres die Kündigung der Klägerseite noch abgelehnt. Der Verein Historischer Dampfschnellzug hatte danach noch von einer gedeihlichen Zukunft in Böckingen geträumt. Zwischenzeitlich steht dem Verein ein neues Vorstandsteam vor. Die alten Protagonisten sind auf der Homepage nicht mehr präsent.
Hochzufrieden ist man auf Klägerseite über den vor dem Oberlandesgericht zustande gekommenen Vergleich: "Das war unser Ziel", erklärt Thomas E., der Berater der Eigentümerin auf Anfrage. Seinen vollen Namen will er nicht in der Zeitung lesen. Ebenso wenig den der Eigentümerin. Bis auf die Wohnungen und die Exponate, die der Eigentümerin gehören, müsse das Areal bis zum Stichtag im kommenden Jahr geräumt werden. Um Klarheit zu schaffen, wem welche Dampf-, Diesel- und Elektrolokomotiven und Waggons gehören, soll in absehbarer Zeit ein Vor-Ort-Termin mit allen Beteiligten stattfinden.
Gebäude stehen unter Denkmalschutz
Zu einer Aussage, was mit dem geräumten Gelände und dem unter Denkmalschutz stehenden Ringlokschuppen mit funktionierender Drehscheibe und der großen Wagenhalle passieren wird, ist Thomas E. nicht bereit: "Das wäre zum jetzigen Zeitpunkt absolut falsch." Er sagt aber auch: "Das Süddeutsche Eisenbahnmuseum kann in seiner jetzigen Form nicht weitergeführt werden. Allein wegen der Auflagen. Zu nennen sind unter anderem der Brandschutz. Es gibt keine Perspektive darüber hinaus außer die Räumung." Betrieben wurde das Museum in den letzten Jahren vom Trägerverein Süddeutsches Eisenbahnmuseum Heilbronn.
Auch mit dem neuen UEF-Vorstand erwartet Thomas E. keine Annäherung: "Da gibt es nichts zu reden. Da gibt es zwar neue Leitwölfe, aber die Meute ist die alte." Noch immer nagt an ihm, dass die Eigentümerin, wie er sagt, von Vereinsseite unter Druck gesetzt und er selbst am Rande der Verhandlung beleidigt worden sei.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare