Schutz vor Anschlägen in Heilbronn: Sicherheit ist wichtig, doch sie hat auch ihre Grenzen
Heilbronn investiert Millionen in ein neues Sicherheitskonzept, um die Innenstadt vor Anschlägen mit Fahrzeugen zu schützen. Doch angesichts steigender Kosten für Schutzmaßnahmen stellt sich die Frage: Wie viel darf Sicherheit die Stadt und ihre Gesellschaft kosten?
Was darf Sicherheit kosten? Diese Frage müssen sich Kommunen, Städte, Bundesländer, der Staat und die Gesellschaft generell stellen, in Zeiten, in denen Angst vor Anschlägen herrscht. Der Gemeinderat der Stadt Heilbronn beschließt am Donnerstag, 26. Februar, wohl ein Sicherheitskonzept, das allein für den Kauf zertifizierte Schutzvorrichtungen für einen Teil der Innenstadt etwa 2,4 Millionen Euro vorsieht. Für das vergangenen Jahr lieh sich die Stadt die Poller aus, um das Lichterfest, das Weindorf und den Weihnachtmarkt zu schützen. Allein diese Kosten schlugen mit 600.000 Euro zu Buche.
Terrorgefahr in Heilbronn: Warum Schutzmaßnahmen an Grenzen stoßen
Was darf Sicherheit kosten? Die Frage wird sich vordergründig nicht seriös beantworten lassen. Denn leider ist zu befürchten, dass der Schutz allein gegen Terrorfahrzeuge, die die Stadt mit dem aktuellen Maßnahmenpaket trifft, bald nicht mehr ausreichen wird. Denn das Arsenal an Grausamkeiten, die sich verblendete Fanatiker ausdenken können, ist groß: Gewehre, Drohnen, Sprengstoffgürtel – die Vorstellungskraft kennt keine Grenzen. Die Schutzmaßnahmen dagegen auch nicht. Diese würden aber weit mehr kosten, als viel Geld.
Deshalb darf Sicherheit auf jeden Fall eines nicht kosten: Die Schönheiten unseres gesellschaftlichen Lebens. Die Feste in lauen Sommernächten, das Glas Wein am Neckarufer, im Biergarten oder auf der Terrasse einer Gaststätte. Die Open-Air-Musikveranstaltungen, den Stimme-Firmenlauf oder den Trollinger Marathon. Unsere Art zu leben. Dieser Preis, den schließlich eine ganze Gesellschaft bezahlen muss, wäre jedenfalls entschieden zu hoch.
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