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Auto besser abmelden? Social-Media-Beitrag der Stadt Heilbronn geht schief

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Wenn der Sprit zu teuer ist, das Auto bequem über i-Kfz abmelden? Dieser humorvoll gemeinte Social-Media-Beitrag der Stadt Heilbronn hat Nutzer verärgert. Jetzt ist er verschwunden. 


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Dieses Bild auf den Social-Media-Kanälen der Stadt Heilbronn fanden Nutzer gar nicht witzig: Schweißgebadet hadert eine Comic-Figur mit der Entscheidung, einen von zwei Knöpfen zu drücken. Entweder, man entscheidet sich dafür, für mehr als zwei Euro pro Liter Treibstoff zu tanken. Oder man meldet sein „Auto einfach und bequem“ über i-Kfz, also die digitale Zulassungsstelle, ab. Die Einleitung zu dem Post lautet: „Bei den Spritpreisen vielleicht die bessere Option – wir meinen ja nur.“

Auto abmelden: Instagram- und Facebook-Beitrag der Stadt Heilbronn geht schief

Angesichts der aktuell hohen Spritpreise, auch im Raum Heilbronn, ist vielen Autofahrern allerdings nicht nach Humor zumute. An einer Heilbronner Tankstelle mit günstigen Preisen gingen kurzzeitig aufgrund der hohen Nachfrage sogar die Kraftstoffe Super E5 und Super E10 aus. Erste Reaktionen in den Social-Media-Kommentaren auf den Beitrag fielen entsprechend aus: „Für alle, die aufs Auto angewiesen sind, weil sie sonst wo um 7 Uhr in der Früh anfangen müssen, ist das Hohn und Spott“, schreibt ein Nutzer.

Der Social-Media-Post auf den Kanälen der Stadt Heilbronn kam bei einigen Usern nicht gut an.
Der Social-Media-Post auf den Kanälen der Stadt Heilbronn kam bei einigen Usern nicht gut an.  Foto: Screenshot

Strittiger Social-Media-Beitrag der Stadt Heilbronn macht auf i-Kfz aufmerksam

„Schön, dass man in der Verwaltung darüber lachen kann“, schreibt ein anderer Nutzer. „Ganz schön frech von der Stadt“ lautet ein weiterer Kommentar.

Das Social-Media-Team der Stadt Heilbronn reagiert auf die verärgerten Kommentare und weist auf die humoristische Ebene des Beitrags hin: „Wäre natürlich schön, wenn nicht nur wir hier in der Verwaltung über einen offensichtlichen Witz lachen können, sondern auch die Bürgerinnen und Bürger von Heilbronn. Wir finden es jetzt nicht so schwer zu erkennen, dass es sich um Satire handelt, um mit einem Augenzwinkern auf die Dienstleistung i-Kfz hinzuweisen. Vielleicht manchmal nicht alles im Internet zu ernst nehmen.“

Kürzlich sorgte auch die einschränkte digitale Buchbarkeit von Sperrmüll-Terminen bei den Heilbronner Entsorgungsbetrieben für Unmut.

Ein weiterer Kommentar des städtischen Social-Media-Teams ordnet ein: „Niemand muss sein Auto abmelden, aber jeder, der das möchte, kann das super einfach über i-Kfz machen.“ Ein bisschen Spaß bei den hohen Preisen sollte aus Sicht der Kommunikationsabteilung der Stadt Heilbronn schließlich erlaubt sein. Bereits wenige Stunden nach der Veröffentlichung am Montagmittag, 16. März, ist der Beitrag allerdings von den Social-Media-Kanälen verschwunden und offline genommen. Drohten weitere verärgerte Kommentare? 

Humorvoll gedachter Social-Media-Beitrag der Stadt Heilbronn kommt nicht gut an

Auf Nachfrage bei Suse Bucher-Pinell, Leiterin der Kommunikationsabteilung der Stadt Heilbronn, erklärt diese: „Der angesprochene Beitrag war als niedrigschwelliger Hinweis auf unsere digitalen Dienstleistungen rund um das Thema i-Kfz gedacht und sollte, wie in sozialen Medien üblich, in einer zugespitzten, humorvollen Form durch ein Meme Aufmerksamkeit erzeugen.“

Allerdings haben die Reaktionen darauf gezeigt, dass der Tonfall als unpassend empfunden wurde, „insbesondere im Kontext der aktuell angespannten weltpolitischen Lage und deren wirtschaftlichen Auswirkungen“. Das Kommunikationsteam nehme diese Empfindungen ernst und habe den Beitrag daraufhin wieder entfernt.

Bucher-Pinell erklärt weiter: „Unser Anspruch ist es, auch in den sozialen Medien eine ausgewogene und sensible Kommunikation zu gewährleisten.“ Humor könne hierbei hilfreich sein. „Es war zu keinem Zeitpunkt unsere Intention, dass der Beitrag als unsensibel oder verharmlosend wahrgenommen wird. Wir haben darauf reagiert, weil genau dieser Eindruck entstanden ist. Die mögliche Diskrepanz zwischen beabsichtigter Wirkung und tatsächlicher Wahrnehmung werden wir künftig noch sorgfältiger berücksichtigen.“




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