Neue Wohnungen in Heilbronn: Kirchardter Unternehmen setzt auf sozialen Wohnbau
Ein Kirchardter Unternehmen baut in Heilbronn einen Wohnkomplex. Das Besondere: 40 der 47 Wohnungen sind sozial gefördert.
Wohnraum – vor allem bezahlbarer – ist ein knappes Gut. Davon kann nicht nur Heilbronn ein Lied singen. Doch besonders in Zeiten hoher Baukosten wagen nur wenige Firmen den Schritt, sich auf diesem Gebiet zu engagieren. Die Kirchardter Stefan-Gruppe schwimmt nun gegen den allgemeinen Strom: Spätestens Ende 2026 sollen zwischen der Peter-Bruckmann-Schule und der Helene-Lange-Realschule 40 sozial geförderte Wohneinheiten in zwei Gebäuden entstehen.
Von der Notwendigkeit eines solchen Projekts ist Geschäftsführer Daniel Stefan überzeugt: Dringend sei dieser für Familien, Paare und Einzelpersonen, „die in Heilbronn ihre Heimat finden möchten“. Das Familienunternehmen hat bereits in Sinsheim, Kirchardt und anderen Kommunen mehrere Vorhaben in die Tat umgesetzt. In der Käthchenstadt wird das Team nun erstmals tätig. Und will laut Daniel Stefan nicht irgendwelche Gebäude errichten. „Wir wollen nachhaltigen, innovativen und lebenswerten Wohnraum für die Zukunft schaffen“, so der Geschäftsführer beim offiziellen Spatenstich.
Neue Wohnungen in Heilbronn: PV-Anlagen auf dem Dach sollen eigenen Strombedarf teilweise decken
Dazu gehören neben den 40 geförderten Wohnungen auch sieben Penthäuser mit barrierefreiem Zugang und einer Tiefgarage mit 47 Stellplätzen. Obendrauf wird es fast 100 Fahrradabstellmöglichkeiten geben. Der Innenhof soll genauso begrünt werden wie die Dächer, die außerdem mit einer Photovoltaikanlage ausgerüstet werden. Der damit produzierte Strom soll laut der Stefan-Gruppe einen Teil des dortigen Bedarfs decken.
Einer, der sich in dem Bereich bestens auskennt, ist der vom Unternehmen zum Spatenstich eingeladene CDU-Bundestagsabgeordnete Alexander Throm. Um die Ecke habe er vor vielen Jahren Abitur gemacht und habe spannende und lebhafte Erinnerungen an das Gebiet. „Das Bauvorhaben ist sehr beeindruckend.“ Und nötige im Respekt ab. Nicht nur, weil es das bisher größte Projekte der Kirchardter Firma ist. Als Jurist mit dem Spezialgebiet Baurecht wisse er, wie risikoreich ein solches Vorhaben sein kann. Dessen wird sich allerdings auch der Projektierer aus dem Kraichgau nach über 40 Jahren im Geschäft bewusst sein.

Heilbronner Stadtsiedlung stellt innerhalb von zwei Jahren 350 Wohnungen fertig
Bereits in dritter Generation wird das Familienunternehmen geführt. Dieser Zusammenhalt ist auch für Kirchardts Bürgermeister Gerd Kreiter ein entscheidender Punkt für den Erfolg. „Hier sieht man, was noch dazu mit Fleiß und Mut verwirklicht werden kann.“ Alle Mitarbeiter würden an einem Strang ziehen, was toll sei in Zeiten, in denen die Baubranche stellenweise am Boden liege.
Die hohen Zinsen haben in den vergangenen Jahren auch in Heilbronn den geförderten Wohnungsbau belastet. Trotzdem: „In den vergangenen zwei Jahren hat die Stadtsiedlung rund 350 Wohnungen fertiggestellt, etwa die Hälfte davon gefördert“, teilt Pressesprecherin Sara Furtwängler auf Stimme-Anfrage mit.
Schaffung von sozialem Wohnraum bleibt wichtiges Anliegen
Die Schaffung von sozialem Wohnraum werde auch weiterhin ein wichtiges Anliegen bleiben. Trotz der hohen Zinsen und Baukosten freue man sich, dass die Stadtsiedlung unter anderem durch eine von der Stadt Heilbronn bewilligte Eigenkapitalzulage von 13 Millionen Euro dennoch kontinuierlich weiterbauen und so bezahlbaren Wohnraum schaffen könne.
Laut der Pressestelle der Stadt Heilbronn konnte der Bestand an öffentlich geförderten Mietwohnungen nicht nur stabil gehalten, sondern sogar vergrößert werden, obwohl in den vergangenen Jahren viele geförderte Wohnungen aus der Sozialbindung gefallen seien.
Quote für geförderten Wohnraum wird flexibel ausgehandelt
Dass dies gelungen ist, sei insbesondere auf die Baulandpolitischen Beschlüsse sowie die Selbstverpflichtung der Stadtsiedlung, sich für geförderten Wohnraum zu engagieren, zurückzuführen, sagt Pressesprecherin Claudia Küpper. Die Beschlüsse „wurden im März 2018 vom Gemeinderat verabschiedet und regeln, dass die Bauverwaltung bei größeren Bauprojekten eine Quote an geförderten Wohnraum mit den Bauherren flexibel aushandelt“, so Claudia Küpper.
Im zweiten Bauabschnitt des Neckarbogens entsteht dadurch 30 Prozent des neuen Wohnraums als geförderter Wohnraum, im Neubaugebiet Hochgelegen 50 Prozent.
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