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Volkshochschulen üben Kritik 

Sorgen wegen gekürzter Mittel für Integrationskurse – Angebote in Region Heilbronn „in keiner Weise bedarfsgerecht“

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Sprachförderung an den Volkshochschulen in Heilbronn und Unterland steht wegen fehlender Bundesmittel vor Herausforderungen.

Die Mittel für Integrations- und Berufssprachkurse sind stark reduziert – sowohl die VHS Heilbronn als auch die VHS Unterland warnen vor den Folgen.
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Die Mittel für Integrations- und Berufssprachkurse sind stark reduziert – sowohl die VHS Heilbronn als auch die VHS Unterland warnen vor den Folgen. Foto: dpa  Foto: arifoto UG

Nach dem Rekordjahr 2024 blickt die Volkshochschule Heilbronn mit gemischten Gefühlen auf das laufende Jahr, der Blick in die Zukunft ist getrübt – vor allem mit Blick auf geförderte Kurse: „Da es aktuell immer noch keinen Bundeshaushalt gibt, wurden die Mittel für Integrations- und Berufssprachkurse teils drastisch gekürzt“, so Peter Hawighorst, Geschäftsführer der VHS Heilbronn. Das habe direkte Auswirkungen auf viele Menschen, die sich sprachlich fit machen wollen, um in Deutschland Fuß zu fassen – gesellschaftlich wie beruflich.

„Unser derzeitiges Angebot ist in keiner Weise bedarfsgerecht“

„Unser derzeitiges Angebot ist in keiner Weise bedarfsgerecht. Das ist vor allem für diejenigen Menschen fatal, die sich in unsere Gesellschaft integrieren und im Berufsleben einbringen möchten. Und das geht eben nur mit kompetenten Sprachkenntnissen“, so Hawighorst.

Um zumindest einen Teil der Lücke zu füllen, hat die VHS Heilbronn zusätzliche Formate für Selbstzahler ins Programm genommen. „Aber die können sich nur Menschen leisten, die bereits in Arbeit sind und über ein entsprechendes Einkommen verfügen.“ Parallel suchten Volkshochschulen das Gespräch mit politischen Entscheidungsträgern: „Wir drängen auf schnelle Lösungen und eine Finanzierung, die sich am tatsächlichen Bedarf orientiert.“

Gekürzte Mittel für Integrationskurse: Kritik auch von der VHS Unterland 

Auch Roswitha Keicher, Geschäftsführerin der VHS Unterland, sieht die aktuelle Situation kritisch. „Das kann ich nicht verstehen“, sagt sie mit Blick auf die Ankündigung des Bundes, die Mittel für Integrationskurse zu kürzen.

Weniger Geld bedeute weniger Unterstützung für Menschen, die die Sprache für einen Berufseinstieg benötigen. „Man fordert, dass sich Menschen integrieren und in die Gesellschaft einfinden – aber gleichzeitig werden die strukturellen Rahmenbedingungen verschärft.“

Eigentlich habe die VHS Unterland überlegt, sich auch als Integrationskursträger zertifizieren zu lassen, so Keicher. „Aber aktuell warten wir nun erst einmal - unter anderem aufgrund der gekürzten Bundesmittel - ab.“ Dozenten bereitzustellen oder Infrastruktur aufzubauen, wenn am Ende die Teilnehmer fehlten, sei aus jetziger Sicht nicht zielführend.




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