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Pflanzenschutzmittel auf Versuchsfeld in Heilbronn-Sontheim? Firma klärt auf

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Ein Feldversuch der Firma Eurofins bei Heilbronn-Sontheim sorgt für Aufregung: Werden hier Pflanzenschutzmittel versprüht? 

Bienen - hier am Druckhaus der Heilbronner Stimme - stehen unter besonderem Schutz. In Sontheim sieht ein Imker seine Völker durch ein benachbartes Versuchsfeld in Gefahr.
Bienen - hier am Druckhaus der Heilbronner Stimme - stehen unter besonderem Schutz. In Sontheim sieht ein Imker seine Völker durch ein benachbartes Versuchsfeld in Gefahr.  Foto: Seidel, Ralf

Große Aufregung gibt es unter Imkern in Heilbronn-Sontheim. Auch Spaziergänger wundern sich über das angebliche Versuchsfeld der Firma Eurofins. Am südlichen Ortsrand im Zwickel zwischen der Neckartalstraße und der B27 stehen seit einigen Tagen Bienenkästen. 

Darüber hat sich Imker Hans Rosen geärgert. Nur wenige Meter weiter hat er eine Bienen-Zuchtstation. Wenn in der Nähe Bienenkästen aufgestellt werden, müsse er das wissen. „Da werden einem die Völker ungefragt vor die Nase gesetzt.“ Zudem seien er und seine Kollegen nicht darüber informiert worden, was auf dem Eurofins-Versuchsfeld genau passiert. 

Bienenkästen sorgen in Heilbronn-Sontheim für Aufregung unter Imkern und Spaziergängern

Die Sorge war groß, dass hier Pflanzenschutzmittel versprüht werden, die für Bienen wie auch Menschen gesundheitlich gefährdend oder gar schädlich sein könnten. Auch die Stadtverwaltung Heilbronn, namentlich die Abteilung für Forst- und Landwirtschaft, informierte sich über ein mögliches Versuchsfeld und wer dies genehmigt habe. 

Nun ist es mit Mails so eine Sache: Nicht immer kommen sie da an, wo sie hingehören. „Wir sind ein weltweiter Konzern mit vielen verschiedenen Sparten“, sagt Silvio Knäbe von der Eurofins Agroscience Services EcoChem GmbH in Niefern-Öschelbronn. Aktuell habe man kein Versuchsfeld im Heilbronner Raum, auf dem tatsächlich Pflanzenschutzmittel ausgebracht werden. 

Alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel müssen regelmäßig überprüft werden, ob es Gefahren für Menschen und Tiere gibt.
Alle zugelassenen Pflanzenschutzmittel müssen regelmäßig überprüft werden, ob es Gefahren für Menschen und Tiere gibt.  Foto: Peter Förster

Versuchsfeld in Heilbronn-Sontheim ist nur eine Kontrollfläche

Das angebliche Versuchsfeld in Heilbronn-Sontheim sei nur eine Kontrollfläche, stellt Knäbe auf Nachfrage von stimme.de klar. „Bereits zugelassene Pflanzenschutzmittel müssen alle zehn Jahre überprüft werden“, so der Verantwortliche für Feldversuche. Zunächst geschehe dies im Labor, dann unter realen Bedingungen. 

Im Klartext heißt das: In Sontheim werden und wurden keine Pflanzenschutzmittel versprüht. „Auf so einem Kontrollfeld passiert gar nichts“, betont der Eurofins-Experte. 

Nähe zu Spazierweg war unglücklich gewählt – Kästen inzwischen umgesetzt: „Das war dumm!“

Allerdings habe man die Bienenkörbe zu nah am Weg platziert, gibt Knäbe zu: „Das war dumm!“ Mittlerweile stehen die Kästen mit elf Völkern und etwa 110.000 Bienen weiter innen in dem auf 2,5 Hektar mit Phacelia oder Bienenweide besäten Feld. Auch dafür, dass Imker Hans Rosen nicht informiert worden sei, entschuldigt sich der Versuchsleiter. „Zum einen wussten wir nichts von der Bienenzucht in der Nähe, zum anderen ist unsere E-Mail wohl an eine falsche Adresse gegangen.“ 

Das Ausbringen von Pflanzenschutzmitteln zu Versuchszwecken sei genehmigungspflichtig, stellt Knäbe das Verfahren dar. Wenn es ein Versuchsfeld gegeben hätte, wäre sowohl das Bundeslandwirtschaftsministerium als auch das Regierungspräsidium involviert gewesen. Das Verbringen und und Aufstellen der Bienenvölker habe man beim Veterinäramt der Stadt Heilbronn angezeigt. 




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