Silvester in der Notaufnahme in Heilbronn: „Es wird immer stressiger“
Schnittwunden, Verbrennungen, Augenverletzungen: Ein Oberarzt der Zentralen Notaufnahme am Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn erklärt, warum Silvester immer mehr Verletzte bringt – und wie sich Unfälle vermeiden lassen.
Während viele Menschen den Jahreswechsel feiern, beginnt für andere eine lange Nacht im Dienst. In der Notaufnahme bedeutet Silvester zwischen Feuerwerk, Alkohol und unerwarteten Notfällen oft Ausnahmezustand. Sergiu-Eugen Laza, Oberarzt der Zentralen Notaufnahme am SLK-Klinikum am Gesundbrunnen in Heilbronn, berichtet.
Herr Laza, wie erleben Sie den Dienst an Silvester?
Sergiu-Eugen Laza: Es wird eher stressiger. Die Zahl der Verletzten, die in die Notaufnahme kommen beziehungsweise mit Krankentransporten, Rettungswagen oder Notärzten gebracht werden, nimmt tendenziell leider immer weiter zu.
Silvester in Heilbronner Klinik: Patienten mit Schnittverletzungen, Verbrennungen und Platzwunden
Welche Verletzungen oder Notfälle begegnen Ihnen an Silvester besonders häufig?
Laza: Am 31. Dezember haben wir es ab dem Nachmittag zunächst vermehrt mit Schnittverletzungen zu tun, da sich die Menschen bei Essenszubereitungen für die Silvesternacht beispielsweise schneiden. Je später es wird, desto eher sind es dann Verletzungen wie Platzwunden, Verbrennungen oder Augenverletzungen nach Stürzen, Schlägereien, Böllerunfällen oder Auto- und E-Scooterunfällen, sehr oft kombiniert mit einem erhöhten Alkoholpegel.

Ist Ihnen ein Unfall besonders in Erinnerung geblieben?
Laza: Besonders in Erinnerung ist mir eine schwere Handverletzung geblieben, die mit dem Verlust von drei Fingern und Verbrennung des Unterarms bei einem kleinen Kind einherging. Das Kind hatte am 1. Januar sehr früh noch Böller gefunden und angezündet, ohne genau zu wissen, was passieren kann, wenn man sie zu lange in der Hand hält.
Heilbronner SLK-Arzt rät: Vorsicht vor Böllern und Alkohol in Maßen
Was raten Sie, um Verletzungen oder Notfälle zu vermeiden?
Laza: Vor allem sollten keine selbstgebastelten Böller benutzt werden, und Kinder sollten während des Feuerwerks und am Tag danach bei Aufräumaktionen gut beaufsichtig werden. Nicht zuletzt ist es sehr ratsam, Alkohol sehr bewusst und nur in Maßen zu genießen.
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