Sexueller Missbrauch in Ilsfelder Kindergarten – ehemaliger Erzieher verurteilt
Einen versuchten sexuellen Missbrauch und einen sexuellen Übergriff auf einen sechsjährigen Jungen soll ein ehemaliger Erzieher in einem Ilsfelder Kindergarten begangen haben. Das Heilbronner Amtsgericht hat ihn dafür jetzt verurteilt.
Zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei Monaten hat das Heilbronner Amtsgericht jetzt einen ehemaligen Erzieher aus dem Landkreis Heilbronn verurteilt. Das Gericht befand den Angeklagten unter anderem des versuchten sexuellen Missbrauchs an einem Schutzbefohlenen ohne Körperkontakt sowie des sexuellen Missbrauchs an dem gleichen Kind für schuldig.
Beinahe drei Jahre liegen die Taten mittlerweile zurück. Im Juli 2023 soll der Verurteilte in einem Ilsfelder Kindergarten den damals sechs Jahre alten Jungen aufgefordert haben, ihm seinen Penis zu zeigen. Dann würde er auch dem Kind seinen Penis zeigen. Der Sechsjährige hatte das abgelehnt. Ein anderes Mal soll der ehemalige Erzieher in die Unterhose des Jungen gegriffen und dabei sich selbst die Hose etwas heruntergezogen haben.
Sexueller Missbrauch in Ilsfelder Kindergarten: Gericht glaubte der Schilderung des Kindes
Der Angeklagte bestritt die Vorwürfe bis zuletzt. Bei seinem letzten Wort vor der Urteilsbegründung hat er geweint. Richterin Johanna Paul glaubte der Schilderung des Jungen. Eine Sachverständige hatte dem Kind zuvor in ihrem Gutachten dessen Glaubhaftigkeit attestiert.

Der Prozess sollte eigentlich schon vor elf Monaten stattfinden. Wegen der kurzfristigen Erkrankung einer Sachverständigen wurde die Verhandlung damals aber zunächst auf unbestimmte Zeit verschoben.
Staatsanwaltschaft plädierte auf Haftstrafe ohne Bewährung
Die Staatsanwaltschaft hatte jetzt eine Haftstrafe von einem Jahr und neun Monate ohne Bewährung gefordert. Verteidigerin Elisabeth Unger-Schnell plädierte auf Freispruch. Der Prozess fand laut dem Presserichter des Amtsgerichts, Michael Reißer, nichtöffentlich statt.
Die Mutter des Opfers zeigte sich nach dem Urteil zufrieden. „Uns ist es ein Anliegen, anderen Betroffenen Mut zu machen und an Gerechtigkeit zu glauben. Auch wenn der Weg oft steinig und lang ist, kann es sich lohnen, ihn zu gehen“, sagte sie gegenüber der Stimme.
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