Die jährlichen Gesamtkosten für das Quartierszentrum in der Innenstadt belaufen sich laut städtischer Ratsunterlage auf rund 213.200 Euro. Davon entfallen 108.200 Euro auf Personal- und Sachkosten für den freien Träger, 80.000 Euro auf Miete und Gebäudeunterhalt sowie 25.000 Euro auf das Budget für Aktivitäten. Finanziert wird das Vorhaben über das städtische Programm „Aufbruch / Zukunft Innenstadt“.
Heilbronn plant neuen Treffpunkt für Jugendliche – „Rumhängen ohne Konsumzwang“
In der Heilbronner Innenstadt soll ein neues Quartierszentrum für Jugendliche entstehen. Jetzt nimmt das Projekt Fahrt auf.
In der Heilbronner Innenstadt soll ein neues Quartierszentrum entstehen – dezentral gedacht, offen für alle Altersgruppen, ohne Konsumzwang und mit Jugendtreffs, weil Jugendliche laut Stadt „einen eigenen Ort brauchen“. Besonders die SPD Heilbronn hatte sich in den vergangenen Monaten dafür stark gemacht, Räume für junge Menschen im Zentrum zu schaffen.
Jugendtreffs für Heilbronn: Eine Stadt sei mehr als Gastro und Handel
Jetzt hat der Gemeinderat das Vorhaben konkret auf den Weg gebracht. Träger wird die Evangelische Jugendhilfe Friedenshort. Ziel sei es, bestehende Angebote besser zu vernetzen, neue Formate für verschiedene Zielgruppen zu schaffen – mit einem besonderen Augenmerk auf Jugendliche und die soziale Infrastruktur in der Innenstadt zu stärken.
Tanja Sagasser-Beil, SPD-Stadträtin und Vorsitzende der Heilbronner SPD, freut sich, dass schnell Bewegung in die Sache gekommen ist. Sonst wäre eine Notlösung im Raum gestanden: eine Art Pop-up im Heilbronner Wollhaus. Die sei nun aber nicht mehr nötig.
„Dieser Bewusstseinswandel war längst überfällig“, sagt die 48-Jährige. Eine Stadt funktioniere eben nicht nur mit Handel und Gastronomie – es brauche auch Räume für Jugendliche, „wo sie einfach mal rumhängen können, was man halt so macht in dem Alter“.
Anlaufstelle für Heilbronner Jugendliche: „Egal mit welchem Anliegen“ und ohne Konsumzwang
Wichtig sei, dass es Treffpunkte für junge Menschen gebe – Orte, an denen sie wissen: „Hier kann ich hinkommen, egal mit welchem Anliegen.“ Und das ganz „ohne Konsumzwang“, betont Sagasser-Beil.
Da dürfe dann ruhig mal eine mitgebrachte Cola auf dem Tisch sein oder ein Vesperbrot. Es solle Raum geben für Ferienprogramme, Tischkicker zum Spielen, Gespräche – oder Beratung, etwa bei der Lehrstellensuche.
Die SPD Heilbronn hatte sich dafür stark gemacht – jetzt nimmt das Projekt Fahrt auf.
Damit die Angebote für Jugendliche möglichst schnell starten können, hat die Stadt eine Übergangslösung beschlossen: Noch vor der Fertigstellung eines endgültigen Standorts – etwa im von der Stadt erworbenen Gebäude in der Sülmerstraße 68 – wird im Wollhaus 17 ein Jugendtreff eingerichtet. Dort laufen bereits Programme für unbegleitete minderjährige Geflüchtete, die ins neue Angebot eingebunden werden sollen.
Vorgesehen sind die Öffnungszeiten an Wochentagen von 14 bis 19 Uhr. Zwei Fachkräfte aus der mobilen Jugendarbeit werden den Treff betreuen. Parallel dazu wird die langfristige Planung für das eigentliche Quartierszentrum weiterentwickelt.
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