Prozess wegen versuchten Mordes: Raser bereits mehrfach vorbestraft
Im Oktober 2024 soll ein damals 17-Jähriger bei einer Irrsinnsfahrt in einem gestohlenem Auto den Tod von zehn Menschen in Kauf genommen haben. Mit dem aktuellen Prozess wegen versuchten Mordes steht der Angeklagte nicht das erste Mal vor Gericht.
Für die Erste Staatanwältin Bettina Jörg steht zweifelsfrei fest: Ohne Rücksicht auf sein eigenes Leben und das anderer Personen hat der damals 17 Jahre alte Jugendliche „den ultimativen Nervenkitzel“ gesucht. Dabei habe der Angeklagte mit einem gestohlenem hochmotorisierten Mercedes in der Nacht auf den 13. Oktober 2024 eine Höllenfahrt hingelegt. Dabei soll er auf der Strecke insgesamt zehn Menschen in Lebensgefahr gebracht haben.
Aufhalten ließ er sich offenbar auch nicht von Polizeisperren, die nach dem ersten Alarm um 2.17 Uhr ausgerückt waren, um den Fahrer zu stoppen. Offenbar begeistert vom 500-PS-starken Motor des gestohlenen Fahrzeugs soll er dabei frontal auf die quergestellten Polizeifahrzeuge zugerast sein. Die Beamten konnten sich rechtzeitig in Sicherheit bringen.
Unfall in Heilbronn: Kurz vor der Irrsinnsfahrt war der Angeklagte aus der Haft entlassen worden
Zu diesem Zeitpunkt war der Angeklagte gerade einmal rund zweieinhalb Monate aus der Justizvollzugsanstalt Adelsheim entlassen worden. Das Amtsgericht Heilbronn hatte den Angeklagten 2023 zu einer Jugendstrafe von einem Jahr und neun Monaten wegen vorsätzlicher Körperverletzung, gefährlicher Körperverletzung, gemeinschaftlichen Diebstahls sowie Urkundenfälschung verurteilt.
Während seiner Haftzeit in Adelsheim kam es offenbar zu einer körperlichen Auseinandersetzung mit einem Mitgefangenen. Dabei soll der Angeklagte zu einer Pfanne gegriffen haben. Auch ein Brotmesser war im Spiel. Am Ende schlug der Angeklagte offenbar mit einem Pfannenwender auf den Kopf seines Kontrahenten. Wiederum etwa ein Jahr davor wurde der Angeklagte wegen Sachbeschädigung und Körperverletzung verurteilt. Dabei hat er offenbar ein 13 Jahre altes Mädchen geschlagen.
Angeklagter raste ohne linkes Vorderrad mit 125 Stundenkilometern durch Heilbronn
Die Höllenfahrt von Wüstenrot über Löwenstein und Ellhofen, die seit Anfang März wegen zehnfachen versuchten Mordes vor der zweiten Großen Jugendkammer des Landgerichts verhandelt wird, endete mit einem spektakulären Unfall in Heilbronn. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Mercedes bereits das linke Vorderrad verloren.
Davon unbeeindruckt raste der Angeklagte offenbar mit 125 Stundenkilometern weiter durch die Stadt und krachte schließlich in einen geparkten Pkw, der wiederum zwei weitere abgestellte Autos beschädigte.
Danach gelang ihm die Flucht nach England, wo er am 5. November 2024 von der englischen Polizei in der Nähe von London verhaftet wurde. Am 4. September 2025 erfolgte die Auslieferung nach Deutschland. Seitdem sitzt er in Stammheim in Untersuchungshaft und hat sich offenbar für einen Alphabetisierungskurs angemeldet.
Die Anklage der Staatsanwaltschaft lautet unter anderem versuchter Mord
Erste Staatsanwältin Bettina Jörg beschuldigt den Angeklagten unter anderem des zehnfachen versuchten Mordes in drei tatmehrheitlichen Fällen, des Diebstahls, des Angriffs auf Vollstreckungsbeamte, des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, der Gefährdung des Straßenverkehrs, der Sachbeschädigung sowie des unerlaubten Entfernens vom Unfallort.
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