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Am Landgericht Heilbronn
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Gift im Kaffee des Kollegen? Zeugen sagen im Prozess gegen angehende Notfallsanitäterin aus

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Vor dem Landgericht Heilbronn hat die Verlobte eines mutmaßlich vergifteten Sanitäters ausgesagt. Ihr Partner soll Notfallmedikamente von der angeklagten Notfallsanitäterin in seine Getränke bekommen haben – mit schweren gesundheitlichen und psychischen Folgen.


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Im Prozess gegen eine 24-jährige angehende Notfallsanitäterin vor dem Landgericht Heilbronn haben am Montag die ersten Zeugen ausgesagt. Die Frau steht unter Verdacht, mehreren Kollegen während des Dienstes Notfallmedikamente in Getränke gemischt zu haben – mal im frisch gebrühten Kaffee, mal in der Flasche Wasser im Aufenthaltsraum. Laut Anklage sollen die Betroffenen teils schwere gesundheitliche Beschwerden wie Halluzinationen, Herzrhythmusstörungen und Gedächtnislücken erlitten haben.

„Ihm muss etwas eingeflößt worden sein“ – Verlobte des Sanitäters sagt in Heilbronn als Zeugin aus

Zu den ersten Zeugen zählten unter anderem die Mutter sowie die Verlobte eines Sanitäters, der gleich dreimal Opfer solcher mutmaßlichen Vergiftungen geworden sein soll. Ihr Partner musste nach einem der Vorfälle auf der Intensivstation behandelt werden. „Als ich ihn im Krankenhaus besuchte, war er schon sediert“, sagte die Verlobte vor Gericht. Die Schwere der Symptome habe ihr sofort klargemacht, „ihm muss etwas eingeflößt worden sein“.

Sie erinnerte sich im Zeugenstand auch an eine Bemerkung ihres Verlobten: Er habe den Verdacht geäußert, seine Kollegin könne ihm etwas ins Getränk gemischt haben. Doch diesen Gedanken habe er schnell wieder verworfen – er habe sich selbst davor erschrocken.

Er habe vermutet, dass sich in seiner Flasche ein Rest eines Spülmaschinentabs befunden haben könnte.

Prozess in Heilbronn: Kollege leidet bis heute unter den psychischen Folgen

Gemeinsam mit der Mutter des Betroffenen sei die Verlobte anschließend zur Rettungswache gefahren, um dort das vorbereitete Mittagessen zu sichern und ins Labor bringen zu lassen. Danach habe sie zusammen mit der Mutter Anzeige bei der Polizei erstattet.

Ihr Verlobter leide bis heute unter den psychischen Folgen. Er habe die Rettungswache gewechselt und befinde sich weiterhin in therapeutischer Behandlung. Die Mutter sagte aus, dass er unter anderem keinen Kaffee mehr trinken könne.




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