Heilbronn verbietet Straßenprostitution: Der Sperrbezirk ist alternativlos
Heilbronn verbietet Straßenprostitution. Das ist richtig, aber die Folgen der Verordnung muss die Stadt im Blick behalten.

Bei dem Verbot der Straßenprostitution in Heilbronn geht es vor allem darum, Revierkämpfe zu vermeiden, die schon einmal eskaliert sind. Gegen diese rohe Gewalt, die sich letztlich gegen Frauen richtet, muss kompromisslos vorgegangen werden. Wenn Menschenhandel und Zwangsprostitution im Raum stehen, gibt es nur eine Möglichkeit: das gesetzliche Verbot und dessen Kontrolle.
Da die Einschätzung der Polizei in diesem Zusammenhang deutlich ist, war die Ausweitung des Sperrbezirks in Heilbronn alternativlos. Zum Schutz der Frauen, aber auch zum Schutz der Bürger.
Kein Ende der Prostitution
Es wird allerdings die Prostitution nicht aus der Stadt verbannen, so blauäugig kann niemand sein. Wenn auch die von einem Stadtrat bemühte Erklärung, es gebe „nun mal das Bedürfnis von vielen Männern“ absolut inakzeptabel ist, so wird das vermeintlich älteste Gewerbe der Welt in der Tat immer eine Nische finden.
Deshalb ist es wichtig, dass dem Verbot auf der Straße weitere Maßnahmen folgen. Entsprechende Kontrollen auch in Wohnungen müssen möglich, Hilfsangebote zielführend und niederschwellig sein. Damit die Frauen, die den Job freiwillig gewählt haben, sicher vor Gewalt und medizinisch betreut sind.
Die Stadt hat zugesagt, Rahmenbedingungen zu schaffen, die Mitternachtsmission in ihrer Arbeit mit betroffenen Frauen zu unterstützen und die Situation in eineinhalb Jahren zu evaluieren. Beste Voraussetzungen also, dass das Verbot im Sinne der Frauen wirksam ist.
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