Aggressive Fahrgäste im Nahverkehr – Personal achtet auf eigene Sicherheit
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Aggressive Fahrgäste sind vor allem nach dem Weinfest oder dem Wasen ein Problem. Aber im Regionalverkehr wie den Stadtbahnen geht es meist friedlich zu. Dafür werden Fahrer und Begleiter geschult.
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„In den letzten Monaten hatten wir im Regionalverkehr keine Probleme“, berichtet Andreas Kühner, Geschäftsführer von Gross Reisen. Aber immer wieder gebe es die Situation, dass Fahrgäste versuchen, den Bus zu ramponieren oder aggressiv gegenüber Mitfahrenden sind.
Aggressive Fahrgäste im Nahverkehr: Busfahrer berichten von Beschimpfungen und Randale
Und auch im „ganz normalen Alltag“ komme es immer wieder vor, dass der Fahrer verbal attackiert wird, zum Beispiel, weil es einigen nicht schnell genug geht.
„Der Fahrer kann ja nichts dafür, wenn der Bus im Stau steht, bekommt aber trotzdem alles ab.“
Ist der Bus übervoll, sind gute Nerven gefragt. Nicht nur für die Fahrgäste, auch für die Busfahrer ist es wichtig, dass die Situation nicht außer Kontrolle gerät.
Foto: Gajer, Simon
Busfahrer werden geschult: „In erster Linie geht es darum, ruhig zu bleiben“
Nicht erst seit den jüngsten Vorfällen bis hin zur tödlichen Attacke Anfang Februar in Rheinland-Pfalz würden Fahrerinnen und Fahrer nun auch in Heilbronn geschult, wie sie in Konfliktsituationen regieren sollen. Sowohl Busfahrer als auch Personal der Stadtbahnen lernen in speziellen Workshops im Rahmen ihrer Ausbildung, wie sie Konflikte bewältigen können.
„In erster Linie geht es darum, ruhig zu bleiben“, sagt Kühner. Die Schutzscheiben, die eigentlich wegen der Pandemie eingeführt wurden, sind geblieben und schützen nun anderweitig. „Wenn es zum Streit kommt, empfehlen wir unseren Fahrern, ihren Arbeitsstand nicht zu verlassen und die Polizei zu rufen.“
Aggressive Fahrgäste werden aus dem Fahrzeug verwiesen
Auch bei der Albtal-Verkehrsgesellschaft (AVG) werden Präventionsmaßnahmen durchgeführt, die drohende Vorfälle bereits im Vorfeld verhindern können. Wie seit Anfang März im Bahnverkehr gelte in Bussen und Bahnen auch im Raum Heilbronn das Prinzip „Eigenschutz vor Kontrolle“. Sollte sich ein Fahrgast weigern, einen Fahrschein vorzuzeigen, kann der Fahrer diese aus dem Fahrzeug verweisen. Kommt es zum Streit, ist wieder der Anruf in der Zentrale oder bei der Polizei der richtige Weg.
Aktuelle Vorfälle werden hier aber kaum registriert, so die Pressestelle der Heilbronner Polizei. In der Stadtbahn wurde ein aggressiver Fahrgast in Bad Wimpfen aus dem Zug geschickt, es gab aber auch das umgekehrte Szenario, dass ein Zugbegleiter ein Mädchen geschlagen haben soll, so die Sprecherin. Ansonsten beschränken sich Delikte wie Körperverletzung eher auf das Bahnhofsumfeld.
„Der Fahrer kann nichts dafür, wenn der Busim Stau steht.“ Andreas Kühner
Videoüberwachung und mehr Personal sollen zur Sicherheit beitragen
Der gemeinsame „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ soll Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen in größerem Umfang ermöglichen, teilt die Deutsche Bahn mit. Außerdem sollen Nahverkehrszüge mit mehr Personal besetzt werden. Mitarbeitende im Nahverkehr werden in Schulungen dazu angehalten, in Konfliktsituationen „selbstbewusst aufzutreten, Konflikte zu deeskalieren und sich selbst nicht in Gefahr zu bringen“.
Michael Krauth, Pressesprecher der Verkehrsbetriebe Karlsruhe, kann im AVG-Stadtbahnverkehr „keinen außergewöhnlichen Anstieg von tätlichen Angriffen auf unser Personal feststellen“. Der Trend sei eher sinkend. „Am häufigsten sind es in unseren Fahrzeugen verbale Auseinandersetzungen.“ Sogenannte „Aggressionsdelikte“ nehmen landesweit immer mehr zu, nicht nur im Nahverkehr, sondern generell im „öffentlichen Raum“.
Fahrdienstpersonal ist in besonderem Maße von Gewalttaten betroffen. Dies bestätigt auch die für den Bahnverkehr zuständige Bundespolizei. Im Hohenlohekreis gab es keine Delikte, aber im Stadt- und Landkreis Heilbronn. Allerdings bewegen sich die Zahlen auf relativ niedrigem Niveau.
Körperverletzungen gab es im Landkreis 2025 im Gegensatz zu den Vorjahren keine. Dafür wurden jeweils einmal in einem Bahnhof und einmal im Zug Fälle von Bedrohung angezeigt. In der Stadt gab es acht Fälle von Körperverletzung, davon viermal schwer, im Bahnhof, dazu noch einmal in einem Zug. Bedrohungen gab es fünf im Bahnhof, eine in einem Zug. In den meisten Fällen waren Mitarbeiter der DB die Leidtragenden.
Sicherheit und Komfort gibt es nicht zum Nulltarif
Um mehr Sicherheit für das Personal zu gewährleisten, werden die Teams der Ticketkontrolleure immer doppelt besetzt. „Dieses Konzept hat sich aus unserer Sicht sehr bewährt und leistet einen wichtigen Beitrag zur Sicherheit“, stellt Krauth fest.
In den Stadtbahnen werde Videoüberwachung eingesetzt. „Dies ist sowohl präventiv – zur Vermeidung etwaiger Vorfälle – als auch im Nachgang beim Aufklären in Zusammenarbeit mit der Polizei sehr effektiv“, sagt Krauth.
Im Zugverkehr werden nun auch verstärkt Security und Bodycams zum Einsatz kommen. Aber, wie eine Sprecherin betont, die in diesem Fall namentlich nicht genannt werden will, könne man nur das anbieten, was auch bezahlt wird – egal, ob mehr Züge oder mehr Personal. Sicherheit und Komfort gebe es nicht zum Nulltarif.
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