Parkticket per App: Heilbronn führt digitales Parken ein
Ab August wird in Heilbronn das Parken per Smartphone möglich. Mehrere Anbieter stehen zur Auswahl – bezahlt wird minutengenau. Die klassischen Parkscheinautomaten bleiben vorerst bestehen.
„Kein Kleingeld? Handyparken!“, so steht es auf einigen Parkautomaten, denn bereits seit dem 1. August ist das Parken in Heilbronn digital. Wer in der Innenstadt einen Parkplatz findet, kann künftig das Parkticket per App buchen – sekundengenau und ohne Gang zum Automaten. Das neue System soll den Parkvorgang flexibler und einfacher machen, klassische Parkscheinautomaten bleiben zunächst parallel im Einsatz.
Die Stadt folgt damit, in Kooperation mit der Initiative „smartparking“, einem Trend, der sich bundesweit durchsetzt: digitales Bezahlen auch beim Parken. Insgesamt fünf App-Anbieter stehen zur Auswahl – EasyPark, mobilet, PayByPhone, Parkster und PARCO. Über diese kann der Parkvorgang gestartet, bei Bedarf verlängert oder vorzeitig beendet werden und die Abrechnung erfolgt sekundengenau nach tatsächlicher Parkdauer. Je nach Dienstleister wird ein kleiner Zuschlag auf die reguläre Parkgebühr erhoben und die genaue Höhe variiert je nach Anbieter.
Digitale-Parkticket-Kontrolle ersetzt den Parkschein in Heilbronn
Auch für die Kontrolle durch das Ordnungsamt bringt das neue System Veränderungen. Statt eines ausgedruckten Parkscheins hinter der Windschutzscheibe werden die Kennzeichen künftig digital geprüft und von den Mitarbeitern mit einem zentralen Online-System abgeglichen.
Das Projekt ist Teil des städtischen Sofortprogramms „Zukunft Innenstadt“, mit dem Heilbronn kurzfristig verschiedene Maßnahmen umsetzt, um die Innenstadt attraktiver und moderner zu gestalten – darunter auch Begrünung, neue Aufenthaltsorte oder der kürzlich eröffnete Jugendtreff „Treff 17“.

Digitale Parktickets stoßen auf Zustimmung und Skepsis
Sven Höfler, 43, aus Stuttgart, der regelmäßig beruflich in der Innenstadt unterwegs ist, sieht die Neuerung positiv: „Ich finde das super. Ich habe sowieso alles am Handy, warum nicht auch das Parkticket? Dass man nur die Zeit bezahlt, die man wirklich steht, finde ich fairer als vorher.“
Andere zeigen sich aber auch etwas zurückhaltender. „Ich bin da noch etwas skeptisch“, sagt Margret Kühn, 68, aus Böckingen. „Ich habe kein Smartphone und finde es mühsam, wenn alles nur noch digital geht. Hoffentlich bleiben die Automaten wirklich erhalten.“
Genau das ist vorerst auch geplant: Die bestehenden Parkscheinautomaten bleiben parallel in Betrieb. Dort kann weiterhin mit Münzen oder Karte bezahlt werden. Zusätzlich soll in den kommenden Tagen eine Informationsoffensive starten: An allen Automaten werden Schritt-für-Schritt-Anleitungen angebracht, die die Nutzung der neuen Apps erklären.
Kommentare öffnen

Stimme.de
Kommentare
Jakob Gabriel am 07.08.2025 11:16 Uhr
0 - 20% an Gebühren.
Wenn man die genannten Parkgebühr-Abrechner sucht und nach deren Preise, kommt es auf die Stadt an.
Manche Städte erlauben den Anbietern bis zu 20% der Parkgebühr zusätzlich als Servicegebühr zu verlangen.
Eine bundesweite oder bundeslandweite Regelung gibt es nicht.
Wer viel parkt kann bei manchem Anbieter auch eine monatliche Gebühr bezahlen und kommt so günstiger weg.
Okay... das ist eine Dienstleistung und die muss bezahlt werden.
Im Ausland kommt man nicht mehr drumherum und muss die App installieren und über die App bezahlen. Hoffe es bleibt bei den Automaten, die man mit Kleingeld oder per Karte bezahlen kann.
Markus Henkel am 07.08.2025 08:24 Uhr
"Je nach Dienstleister wird ein kleiner Zuschlag auf die reguläre Parkgebühr erhoben und die genaue Höhe variiert je nach Anbieter." Es wäre ein nützlicher Service für Leser, wenn die Heilbronner Stimme auch informiert hätte, welcher Dienstleister keinen oder den geringsten Zuschlag erhebt.