Höhere Parkkosten in Heilbronn: Schröpfung der Bürger oder angemessene Anpassung?

  
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In Heilbronn sollen Anwohnerparken und Parkgebühren deutlich steigen. Der öffentliche Raum ist zu wertvoll für Dauerparken – moderat höhere Gebühren erscheinen daher gerechtfertigt, meint unser Autor.


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Eine Vervierfachung der Kosten für den Anwohnerparkausweis, eine Verdopplung der Preise fürs Kurzzeitparken in der Stadt – auf den ersten Blick klingt das nach einer regelrechten Schröpfung der Heilbronner Autofahrer. Aus der Melkkuh der Nation wird noch der letzte Tropfen herausgepresst. Für den städtischen Einzelhandel ist es selbstredend einer der letzten Nägel für den Sarg. 

Anwohnerparken war in Deutschland über Jahrzehnte unvergleichlich günstig 

Doch gemach, gemach – bei genauerer Betrachtung ergibt sich ein differenzierteres Bild. Das Anwohnerparken war in Deutschland über Jahrzehnte mit maximal acht Cent pro Tag unvergleichlich günstig. Nachdem die Höhe dieser Gebühr in die Hoheit der Kommunen übergeben wurde, haben viele Städte die Preise an die tatsächlichen Kosten für die Schaffung und den Erhalt von Parkplätzen angepasst. Im Landesvergleich bewegt sich Heilbronn hierbei weiter im unteren Drittel.

Die Parkgebühren in Heilbronn sind seit 2011 konstant. Mit der angestrebten Verdopplung erfolgt eine Anpassung an die privat betriebenen Parkhäuser der Stadt mit dem Ziel, dass Autofahrer künftig nicht mehr aus Kostengründen nach günstigeren Parkplätzen Ausschau halten. 

Mehr Grün, weniger Grau: In Heilbronn soll mit Beginn des Green-Capital-Jahres 2027 das Parken teurer werden.
Mehr Grün, weniger Grau: In Heilbronn soll mit Beginn des Green-Capital-Jahres 2027 das Parken teurer werden.  Foto: Christiana Kunz

Auto und Innenstadt – das verträgt sich nicht länger 

In Summe dienen beide Maßnahmen einem höherrangigen Ziel, das letztlich allen Bürgern, Besuchern und ja - auch den Gewerbetreibenden und Gastronomen in der Stadt zugute kommen soll. Um die Aufenthaltsqualität und Attraktivität zu steigern, darf der öffentliche Raum nicht länger als Abstellfläche für Blechkarossen missbraucht und Innenstädte nicht ausschließlich als Einzelhandelsstandorte wahrgenommen werden. 

Die Liebhaber des motorisierten Individualverkehrs in vergleichsweise moderater Weise an den Kosten für diesen strukturellen Wandel zu beteiligen, erscheint einleuchtend. 




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