Oma um 450.000 Euro betrogen – Heilbronner Gericht spricht Haftstrafe aus
Der Enkel plünderte über Monate hinweg das Konto seiner Großmutter – am Ende steht eine Haftstrafe und eine verstorbene Hauptzeugin.
Der Prozess gegen einen Mann, der seine eigene Großmutter um mehr als eine halbe Million Euro betrogen haben soll, ist früher als geplant zu Ende gegangen. Der 35-Jährige hatte die Tat gestanden und wurde nun vom Landgericht Heilbronn zu vier Jahren Haft verurteilt. Daneben wurde die Einziehung von 453.150,- EUR angeordnet, informiert Pressesprecherin Stephanie Morgenstern. Der „SWR“ hatte als erstes darüber berichtet.
Oma um viel Geld gebracht: Angeklagter spricht in Heilbronn von Spielsucht
Teilweise mehrmals täglich, teils sogar im Minutentakt, hob der Enkel Geld vom Konto der 89-Jährigen ab – so hatte es die Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift verlesen. Mal ein paar Hundert, mal mehrere Tausend Euro. Die Abhebungen erfolgten unter anderem in Heilbronn, Bad Rappenau und Heilbronn-Neckargartach – am Bankschalter oder am Geldautomaten. Insgesamt kam so eine Summe von über 450.000 Euro zusammen.

Beim Prozessauftakt Anfang Juli räumte der Angeklagte unter Tränen ein, das Geld für seine Spielsucht verwendet zu haben. Niemand habe davon gewusst, nicht einmal seine Ehefrau. „Ich wollte mich bei meiner Oma entschuldigen“, sagte er. „Das kann ich jetzt leider nicht mehr.“
Großmutter verstarb am Morgen des Prozessauftakts
Denn kurz vor Prozessbeginn wurde bekannt, dass die betagte Frau, die als Hauptzeugin geladen war, wenige Stunden zuvor verstorben war. Noch im vergangenen Jahr hatte sie gegenüber der Heilbronner Stimme gesagt: „Er war mein Lieblingsenkel.“
Schon im Vorfeld hatte es unerwartete Wendungen gegeben. Ursprünglich war der Start bereits für August vergangenen Jahres geplant gewesen – doch der Angeklagte war damals nicht erschienen. Wie sich später herausstellte, war er nach Serbien geflohen. Rund zwei Monate später konnte er im Rahmen einer internationalen Fahndung festgenommen werden.
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