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Notfallreform ist dringend nötig

  
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Statt Schuldige zu suchen, sollten sich die Beteiligten beim ärztlichen Bereitschaftsdienst zusammenraufen. Sonst sind die Patienten die Leidtragenden. 

Bei einem echten Notfall braucht es schnelle Hilfe.
Bei einem echten Notfall braucht es schnelle Hilfe.  Foto: Patrick Seeger

Die Bereitschaftspraxen in Brackenheim und Möckmühl sind passé. Lange hat man darum gerungen, viele sind – vor allem in Brackenheim – auf die Straße gegangen und haben protestiert. Nun müssen Betroffene lange Wege auf sich nehmen oder rufen im echten oder vermeintlichen Notfall die 110 an. 

Die Kassenärztliche Vereinigung nimmt ihre Zuständigkeit nicht ernst genug und verweist darauf, dass Fahrtzeiten von 40 Minuten zumutbar sind oder man halt bis Montag warten soll, wenn der Hausarzt wieder öffnet. Sofern es auf dem Land noch einen gibt. 

In der Warteschlange weit hinter echten Notfällen

Richtig ist, an den Krankenhäusern zentrale Strukturen zu schaffen. Wer am Wochenende einen Arzt braucht, sollte aber nicht in der Warteschlange weit hinter echten Notfällen sitzen müssen. Um kleinere Verletzungen oder ein Rezept für ein dringend notwendiges Medikament könnte sich ein niedergelassener Arzt kümmern, während Notfallmediziner des Krankenhauses für diejenigen da sein müssen, bei denen jede Sekunde zählt.

Dieser „Gemeinschaftstresen“ ist aber noch in ferner Zukunft. Die „intensiven Gespräche“, die im Landkreis Heilbronn geführt werden, führen zu keinen Erfolgen, solange die Kassenärztlichen Vereinigungen jedwede Verpflichtung ablehnen. Wie immer braucht es erst einmal Geld, um Strukturen schaffen zu können. Die Patienten sind dann im wahrsten Sinne des Worts die Leid-Tragenden. 




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