„Nicht viele Entlassungen“ – so schätzen Heilbronner ihre wirtschaftliche Lage ein
Heilbronn-Barometer: Die Hochschule Heilbronn hört sich regelmäßig zur Stimmung in der Region um. So gegenläufig sind die Zahlen der jüngsten Erhebung.
Die wirtschaftliche Lage in Heilbronn und Umgebung bewerten Heilbronner weniger gut als zuvor, die eigene wirtschaftliche Lage bleibt allerdings identisch: Das sind Kernaussagen des Heilbronn-Barometers, das das Heilbronner Institut für angewandte Marktforschung H-InfaM der Hochschule Heilbronn kürzlich veröffentlicht hat.
710 Personen haben an der Befragung teilgenommen, sagt Institutsleiter Dr. Joachim Allhoff bei der Präsentation der Zahlen. Diese spiegeln allerdings nicht die jüngste Entwicklungen wider: Erhoben wurden sie Mitte 2024.
Wie zufrieden die Heilbronner mit der wirtschaftlichen Lage sind
Die Zahlen irritieren nur auf den ersten Blick: Während die wirtschaftliche Lage in Heilbronn noch 2023 zu 64 Prozent mit gut/sehr gut bewertet wurde, waren es 2024 nur noch 47 Prozent.
Dem gegenüber stieg die Einschätzung „teils gut/teils schlecht“ im selben Zeitraum von 28 auf 42 Prozent und die Einschätzung von „sehr schlecht/schlecht“ um vier Prozentpunkte auf acht Prozent. Die Einschätzung der eigenen wirtschaftlichen Lage bleibt allerdings nahezu unverändert bei 80 Prozent.
Heilbronn-Barometer: Das sind die Zahlen
Joachim Allhoff führt diese Diskrepanz darauf zurück, dass die Lage in der Region zum Zeitpunkt der Erhebung noch gut gewesen sei. „Es gab nicht viele Entlassungen“, sagt er. Entsprechend positiv gestimmt blickten die Befragten auf ihre Situation.

Die Umfragezahlen zeigen laut Joachim Allhoff den Trend anderer Umfragen. Er verweist auf Zahlen der IHK. Die Situation im Großhandel habe sich verschlechtert, den Hotel- und Gaststättenbetrieben gehe es ebenfalls schlecht. „Die Gastronomie hat große Probleme“, weiß er. Erst setzte Corona mit den damaligen Einschränkungen den Firmen zu, dann sei die Inflation gekommen.
Dr. Nicola Marsden, Professorin an der Hochschule Heilbronn und stellvertretende Direktorin des H-InfaM, betont: „Auch wenn die Einschätzungen zur regionalen wirtschaftlichen Entwicklung verhalten ausfallen, zeigt die positive Wahrnehmung der eigenen wirtschaftlichen Situation, dass viele Bürgerinnen und Bürger Stabilität in ihrem persönlichen Umfeld sehen – ein wichtiger Anker in unsicheren Zeiten.“
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