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Neuer Mystery-Pack-Automat in Heilbronn: Das hat es mit dem Trend auf sich

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In Heilbronn steht ein sogenannter Mystery-Pack-Automat. Der Käufer weiß vorher nicht, was in dem Paket drin ist. Klingt erstmal spaßig, aber wie sinnvoll ist das Konzept?

Von hei / Linus Issig

Was passiert eigentlich mit Paketen, die nie zugestellt werden konnten? Einige davon landen zum Beispiel in einem Retourenautomaten. Herrenlose Pakete können hier für einen Festpreis ersteigert werden. Der Inhalt ist eine Überraschung – und genau das macht für viele den Reiz aus. 

Einen solchen Automaten gibt es nun auch im Heilbronner Stadtteil Sontheim. In der Staufenbergstraße steht dieser sogenannte Mystery-Pack-Automat (deutsch: Geheimes Paket). Wie der Instagram-Account "Heilbronner.spotted" berichtet, kosten die kleinen Päckchen 10 Euro, der Preis für die großen Pakete liegt bei 12 Euro. Auch am Fressnapf in Heilbronn steht ein solcher Automat. Hier kosten die Pakete 15 Euro.

Heilbronner ohne Glück: Packs aus Automaten in Heilbronn enttäuschen bisher

Die Reaktionen unter dem Posting sind aber verhalten. Während eine Nutzerin angibt, Bluetooth-Kopfhörer erhalten zu haben, beschweren sich mehrere Nutzer über den Inhalt ihres Päckchens. Darin sei etwa Babykleidung oder Kinderbadehosen gewesen. "Nicht zu empfehlen, ist das Geld nicht wert", schreibt eine Nutzerin. 

Der Spaßfaktor liegt dabei aber im Ungewissen. Denn der große Fang kann trotzdem irgendwann kommen. So können sich einige Käufer von Mystery-Packs aus anderen Städten sehr freuen. Sie sind nach dem Kauf eines solchen Mystery-Packs stolzer Besitzer von Produkten wie IPhones, Schuhen oder Lockenstäben von Dyson.

Ein Blick auf das übliche Sortiment eines solchen Mystery-Pack Automaten.
Ein Blick auf das übliche Sortiment eines solchen Mystery-Pack Automaten.  Foto: Linus Issig

Wie nachhaltig ist das Mystery-Pack-Automat Konzept wirklich?

Die Mystery-Pack-Automaten gibt es mittlerweile in ganz Deutschland. Dass das System aber besonders nachhaltig ist, bezweifelt Steffen Kroschwald vom Institut für Verbraucherforschung und nachhaltigen Konsum der Hochschule Pforzheim. Der Grundgedanke sei grundsätzlich gut – ein Großteil der Pakete lande aber vermutlich wieder im Müll, da der Käufer dafür keine Verwendung habe, sagt er gegenüber dem Norddeutschen Rundfunk (NDR). Er empfiehlt daher, immer nur zu kaufen, was man wirklich braucht, und damit den "Ressourcenverbrauch an sich zu reduzieren".

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Dabei ist der heroische Akt der Retourenverwertung wahrscheinlich weit weniger moralisch bedingt als er gerne den Anschein gibt. Denn entgegen der weitläufigen Meinung der Öffentlichkeit, alle Retouren würden von Online-Händler restlos vernichtet, ist das schon lange nicht mehr so.

So gibt der Online-Riese Amazon an, dass bereits 2022 knapp 80 Prozent der zurückerhaltenen Ware in Europa - nach entsprechender Qualitätssicherung - wieder als neues Produkt verkauft werden konnte. Die übrigen Waren werden entweder gespendet, recycelt oder als Gebrauchtwaren, beziehungsweise Restposten weiterverkauft.

Gibt es Umtauschmöglichkeiten beim Kauf von Mystery-Packs?

Einige Automatenbetreiber wie Viola und Sven-Ole Blunck in Eckernförde bieten Umtauschmöglichkeiten an, wie der NDR berichtet. In solchen Fällen kann man davon ausgehen, dass die Betreiber die Ressourcenverschwendung wirklich auf ein Minimum begrenzen wollen. Bei den meisten Betreibern existiert ein solches Umtauschsystem aber nicht.




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