Warum eine Verharmlosung des Heilbronner Böller-Chaos nichts bringt
An Gewaltexzesse darf man sich in Heilbronn nicht gewöhnen, meint unser Autor. Das gilt auch für die Silvesternacht.

Was für ein Start in das Jahr 2026. Ganz offensichtlich erwartet uns ein Jahr, in dem sich die Maßstäbe mitunter verschieben. Anders kann man die Bewertungen der Heilbronner Silvesternacht nicht beschreiben, wenn teilweise von einem Jahreswechsel ohne besondere Vorkommnisse gesprochen wird.
Heilbronner Silvesternacht 2026: Zwischen Böller-Chaos und Polizeiberuhigung
Während Augenzeugen von Böller-Exzessen berichteten, bewertet die Polizei den Jahreswechsel in der Innenstadt als „nicht besonders auffällig“.
Wahrscheinlich ist alles im Leben reine Gewöhnungssache – bei 423 Einsätzen im Bereich des Polizeipräsidiums Heilbronn, einem Böllerverbot, an das sich viele nicht hielten und beim Einsatz von Pyrotechnik, der zu Dutzenden Kleinbränden führte.
Die Polizisten, die in Vollschutz eingreifen mussten, können einem nur leidtun. Teilweise wurde gar mit Raketen – wie am Marra Haus – auf andere Passanten geschossen. Also doch: Alles eine Frage der eigenen Maßstäbe.
Stadtentwicklung in Heilbronn: Kritik an lokalen Projekten ist legitim
Die Reaktionen auf derartige Ereignisse muss man daher ernst nehmen. Viele Menschen haben den Eindruck, zu wenig Gehör zu finden. Das kann man an den Rückmeldungen bei uns – ob in Leserbriefen oder auf unseren Online-Portalen – nachlesen. Da fragt man berechtigterweise, ob die Kapitulation vor möglichen Attentaten und die Verlegung des Pferdemarktes noch verhältnismäßig sind.
Oder ob es wirklich Sinn macht, ein modernes und preisgekröntes Parkhaus für die neuen Innenstadtpläne Heilbronns abzureißen. Und ob man wirklich Paris mit Heilbronn in Sachen Gondel-Pläne gleichsetzen darf. Und wer im eher kleineren Heilbronn wirklich was davon hat – im Vergleich zu einer Millionen-Metropole.
Kritische Nachfragen sind legitim, auch wenn kaum jemand in Frage stellt, was sich alles in Heilbronn Positives tut. Am Ende hat OB Mergel recht: Das Schöne in der Stadt zu sehen, heißt nicht, sie schönzureden.
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Stimme.de
Kommentare
am 08.01.2026 18:32 Uhr
Offensichtlich gibt es zwei verschiedene Wahrnehmungen. Die der Mehrheit der Bürger und die Aussagen des Oberbürgermeisters im Namen der Verwaltung.
Erschreckend ist die einseitige Ohnmacht der Exekutive und Judikative im Vollstrecken der Gesetze und Verordnungen die unser Zusammenleben regeln sollen.
Die volle Härte des Gesetzes trifft beispielsweise diejenigen die Morgens um 6 Uhr in der 30 er Zone mit Tempo 36 geblitzt werden und verschont denjenigen der unter den Augen des Gesetzes zumeist folgenlos Ordnungswidrigkeiten und Straftaten begehen kann.
Erstgenannte habe einen festen Wohnsitz, ein eigenes Einkommen und zumindest ein Maß an Respekt für dieses Land in dem sie geboren wurden und leben.
Solche Dinge totzuschweigen oder schönzureden treibt diejenigen die meinen mehr zu geben als sie nehmen weiter in die Arme Radikaler die versprechen solche üblen Sachen abzustellen.
Jürgen Mosthaf