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Faschings-Berliner in Heilbronn: Streusel, Glasur und Puderzucker im Trend

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Nach Rassismusvorwürfen gegen einen Bäcker wegen Pappfiguren-Deko: Wie sieht es mit Angebot und Dekoration von Faschingskrapfen in anderen Bäckereien in Heilbronn aus?

Von Sara Braig

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Vor drei Jahren ist der Heilbronner Bäcker Ralf Herrmann in den Fokus der Öffentlichkeit geraten. Der Grund: seine Berliner. Die süßen Gebäckstücke mit Marmeladenfüllung hatte er mit Pappfiguren dekoriert. Die zeigten zum Beispiel einen Clown, aber auch eine Figur mit dunkler Hautfarbe und Knochenschmuck um den Hals und eine andere, die stereotypisch als Indianer dargestellt war.

Rassismusvorwurf wegen Pappfiguren auf Berlinern von Heilbronner Bäcker

Manche Kunden sahen darin eine Form von Rassismus. Bäcker Herrmann kann das bis heute nicht nachvollziehen und beharrt darauf, niemanden zu diskriminieren.  Deswegen gehen seine umstrittenen Faschingskrapfen auch in diesem Jahr wieder mit Dekoration in den Verkauf - jedoch ohne die Pappfigur mit dunkler Hautfarbe.

Dennoch bleibt die Frage: Ist es notwendig, die Faschingskrapfen mit Figuren zu dekorieren? Die Heilbronner Stimme hat sich in anderen Bäckereien in der Stadt Heilbronn umgesehen und gefragt, wie diese ihre Berliner dekorieren. 

Optik der Faschingskrapfen spielt in Heilbronn eine wichtige Rolle 

Die Bäckereikette Härdtner hat während der gesamten Faschingssaison von Ende Januar bis Faschingsdienstag fünf Krapfen im Angebot: die klassischen Berliner mit einer Himbeer-Johannisbeere-Konfitüre als Füllung, Eierlikör-, Pistazien-, und Nutella-Berliner sowie einen Dinkel-Quark-Krapfen. Auf die Dekoration der Gebäckstücke wird hier  besonderer Wert gelegt, wie Geschäftsführer Nicolas Härdtner erklärt: „Die Optik spielt eine wichtige Rolle.“

Besonders bei den modernen Varianten wie dem Nutella-Berliner setzt die Bäckerei bewusst auf eine auffällige und fröhliche Dekoration. Die kommt jedoch ohne Pappfiguren aus: Dekoriert wird zum Beispiel mit Puderzucker, Schokostreuseln oder Haselnussstückchen. „Ziel ist es, die Faschingskrapfen nicht nur geschmacklich, sondern auch visuell ansprechend zu gestalten“, sagt Härdtner.   

Berliner gibt es zur Faschingszeit in vielen Varianten. Alle haben gemeinsam, dass sie auffällig dekoriert sind.
Berliner gibt es zur Faschingszeit in vielen Varianten. Alle haben gemeinsam, dass sie auffällig dekoriert sind.  Foto: Sara Braig

Klassische Krapfen kommen bei Heilbronner Kunden am besten an

Die Bäckerei Eitel in der Innenstadt verkauft nur Ofenberliner. Im Unterschied zu den herkömmlichen werden diese nicht im Fett gebacken. Chef Steffen Eitel erklärt warum: „Wir haben dafür kein Backgerät und dann ist der Aufwand zu groß.“ Eitels Ofenberliner sind klassisch abgestäubt mit Puderzucker und Zimt und Zucker. Bei den Kunden kommen die etwas anderen Faschingskrapfen dennoch gut an: „Wir sind zufrieden“, sagt Eitel.

In der Bäckerei Kern werden sowohl gewöhnliche Berliner als auch solche mit Alkohol verkauft. Zu der Beliebtheit des Gebäcks sagt eine Verkäuferin: „Am beliebtesten sind die normalen. Die kann jeder essen. Auch die Kinder“. Sie erzählt, dass die klassischen Faschingskrapfen auch deswegen so gut ankommen, weil auch so mancher erwachsene Kunde auf Alkohol verzichte. Die Dekoration bei allen Faschingskrapfen fällt schlicht aus, neben Puderzucker oder einem Zuckerguss sind die Berliner unter anderem mit einer Schokoglasur verziert.

Die Heilbronner Filiale von Happy Baker hat nur Faschingskrapfen mit Vanillefüllung in ihrem Sortiment. Diese sind mit einer Schokoladenschicht überzogen und mit kleinen Schokostückchen getoppt. Die Dekoration stehe hier nicht im Vordergrund, berichtet eine Mitarbeiterin, alle Gebäckstücke sähen gleich aus. Trotzdem würden sie gut bei den Kunden ankommen.

Bienenstich, Schwarzwälder, Nutella: Berliner haben namenstypische Verzierungen 

Die Bäckerei Übele in der Stadtgalerie hat von den fünf besuchten Läden die größte Auswahl an Faschingskrapfen. Insgesamt haben sie acht Sorten im Angebot: Classic, Nutella, Pudding, Eierlikör, Schwarzwälder, Bienenstich, Pistazie und heiße Liebe. Die Auswahl der Gebäcke wechselt von Tag zu Tag, sagt eine Angestellte. Am beliebtesten seien ihr zufolge die Berliner mit der Schoko- oder Puddingfüllung sowie die Varianten mit Bienenstich und Eierlikör.

Die Dekorationen in der Bäckerei Übele sind am auffälligsten. Fast alle Gebäckstücke sind hier namenstypisch verziert. Die Bienenstich-Sorte sticht durch ihre charakteristische Dekoration mit Mandelsplittern und Puderzucker heraus, der Berliner mit der Nutellafüllung ist  mit einer kakaohaltigen Fettglasur und Schokolinsen bestückt. Der Faschingskrapfen mit der Puddingfüllung sieht aus wie ein Schaf, geschickt gemacht durch eine weiße Schokocreme und Schokoraspeln als Gesicht. Die Eierlikör-Variante ist schlicht mit Schokosplittern bestückt.




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