Überfüllt und ausgedünnt: Bahn zwischen Heilbronn und Stuttgart ist ein Desaster
Bahnfahren zwischen Heilbronn und Stuttgart ist nie ein Spaß gewesen. jetzt ist Pendeln auf dieser Strecke quasi unmöglich, meint unser Autor.
Mit der Bahn zwischen Würzburg, Heilbronn und Stuttgart zu pendeln, war schon immer etwas für Abenteurer. Man muss das wollen. Versucht man zu erklären, warum es auf dieser Strecke der Zug sein soll, gibt es ein müdes Lächeln zurück.
Jetzt hat der Service auf dieser Strecke eine Nicht-Qualität erreicht, die es schlicht unmöglich macht, so den Weg zur Arbeit, zur Ausbildung oder in die Schule zu bestreiten.
Bahnpendeln zwischen Heilbronn und Stuttgart gleicht einem Abenteuer
Zwei Drittel der Verbindungen zwischen Heilbronn und der Landeshauptstadt sind wochenlang gekappt. Die wenigen, die durchfahren, sind zu kurz, hoffnungslos überfüllt und – das allein wäre nicht bemerkenswert –verspätet.

Wer auf den Ersatzverkehr zwischen Bietigheim und Lauffen angewiesen ist, kann sich auf erholsame Stunden in trüben Bahnhofsecken einstellen. Die Anschlüsse sind oft nicht erreichbar.
Heilbronner Bahn-Pendler werden verstärkt aufs Auto setzen
Manche Erklärungen für das Desaster sind sogar nachvollziehbar. Betreiber Arverio muss seine Flotte auf ein neues Signalsystem umrüsten, die Ersatzzüge schwächeln. Die Deutsche Bahn wird der Komplexität der Bauaufgabe rund um Stuttgart 21 nicht mehr Herr. Die Baustellenplanung der DB Infrago treibt Partner in den Wahnsinn, Akteure kommunizieren unzureichend.
Auf Verständnis bei den Kunden kann jedoch niemand mehr hoffen. Nach diesem Winter werden viele Pendler ihre persönliche Verkehrswende vollziehen und künftig mit dem Auto fahren.
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