Angeblicher Entführungsversuch an Schule in Böckingen: Polizei äußert sich
Online verbreitete sich das Gerücht, dass ein Mädchen an einer Grundschule entführt werden sollte. Die Polizei Heilbronn nahm die Ermittlungen auf – und hat nun Ergebnisse verkündet.
Es klingt erschreckend und alarmierend zugleich: Ein unbekannter Mann soll Anfang dieser Woche in eine Toilette einer Grundschule in Alt-Böckingen in Heilbronn eingedrungen sein. Dort soll er ein Mädchen angesprochen haben und unter dem Vorwand, seine Mutter warte vor dem Schulgebäude, versucht haben, das Kind herauszulocken und zu entführen. Eine entsprechende Meldung verbreitete sich während der vergangenen Tage in Whatsapp-Gruppen von Eltern der Grundschüler in Alt-Böckingen.
Versuchte Entführung an Grundschule in Alt-Böckingen? Polizei äußert sich
Bei der Polizei ging auch eine entsprechende Anzeige ein. Die Ermittlungen liefen. Heute stellte sich heraus: An den Behauptungen ist nichts dran. Die Polizei Heilbronn teilt mit: „Die durchgeführten Ermittlungen ergaben, dass eine versuchte Entführung oder weitere Straftaten in diesem Zusammenhang nicht stattgefunden haben.“
Darüber hinaus solle man unbedingt davon absehen, ungeprüfte Meldungen oder bloße Gerüchte zu verbreiten. Denn: „Solche Falschmeldungen schüren unnötige Unsicherheit und Angst.“ Die Behauptung in der Whatsapp-Gruppe endete mit der Aufforderung: „Bitte teilt das so oft wie möglich.“
Meldungen zu angeblichen Entführungen: Polizei erklärt Hintergründe
Ähnliche Behauptungen waren kürzlich auch in Bezug auf die Grünewald-Grundschule in Heilbronn-Böckingen in Umlauf: Dort soll ein Mann unterwegs gewesen sein, der Kinder verfolgt habe. Auch diese Meldung verbreitete sich in Eltern-Gruppen auf Whatsapp. Auch dieser Fall habe sich als Falschmeldung entpuppt, wie Andreas Blind, Sprecher der Polizei Heilbronn berichtet.
Ähnliche nicht korrekte Behauptungen waren zuletzt beispielsweise in Bad Friedrichshall und in Lehrensteinsfeld im Umlauf. Im südlichen Landkreis stellten sich die Hintergründe als besonders harmlos heraus.
Die Gründe für solche fehlerhaften Behauptungen können vielfältig sein: „Manchmal geht es darum, Aufmerksamkeit zu bekommen, manchmal haben Kinder sich nicht auf den Unterricht vorbereitet und erfinden Geschichten als Ausrede“, sagt Blind. Die Folgen der Falschmeldungen betrachtet der Sprecher zwiespältig: „Sie können sowohl Furcht einflößen als auch sensibilisieren, sodass Kinder und Eltern vorsichtig sind und auf verdächtige Vorkommnisse und Personen reagieren.“
Polizei betont: Verdächtige Beobachtungen unbedingt melden
Denn genau das betont die Polizei: Sobald man Seltsames beobachtet, sollte man dies unbedingt der Polizei melden. Solche Wahrnehmungen werden jederzeit ernst genommen und geprüft. „Lieber meldet man sich einmal zu viel bei uns als einmal zu wenig“, sagt Polizeisprecher Andreas Blind.
Auch Eva Happold ist erleichtert, dass sich die bedrohlichen Vermutungen als unwahr entpuppt haben. „Es sind immer wieder Polizeistreifen, auch in Zivil unterwegs, die im Umfeld unserer Schule nach dem Rechten sehen. Grundsätzlich fühlen wir uns hier in der Grundschule sicher“, sagt die Rektorin der Grünewaldschule in Heilbronn-Böckingen. Die in einer der Whatsapp-Gruppen geäußerte Forderung nach Sicherheitspersonal an Schulen hält sie für übertrieben.
Rektorin Happold: „Das Thema Sicherheit ist bei uns auch im Unterricht immer wieder Thema. So sensibilisiert, halte ich die Kinder fürs Leben gut gerüstet.“
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