So breit ist die Stadt Heilbronn in Sachen KI bereits aufgestellt
Kommt in den nächsten Jahren eine zehnte Landesuniversität mit dem Schwerpunkt auf Künstlicher Intelligenz? Die Stadt Heilbronn kann bei vielem punkten. Ob das aber reicht?
Der Wahlkampf zur Landtagswahl 2026 ist eröffnet, und CDU-Spitzenkandidat Manuel Hagel setzt mit einer zehnten Landesuniversität zu Künstlicher Intelligenz einen Akzent. Dazu beantworten wir einige Fragen.
Mal den Wahlkampf beiseite: Wie wahrscheinlich ist es, dass Heilbronn wirklich eine eigene Universität bekommt?
Eines vorneweg: Heilbronn hat mit dem Campus Heilbronn der Technischen Universität München schon eine Uni vor Ort. Klar ist aber: Kabinett und Landtag können jederzeit eine neue Uni auf den Weg bringen. Heilbronn ist prädestiniert für diesen Schwerpunkt. Die Hochschule Heilbronn befasst sich schon lange mit Künstlicher Intelligenz. Der Innovationspark für Künstliche Intelligenz (Ipai) wächst, Firmen und Organisationen wollen sich im Ipai-Netzwerk einbringen und KI-Anwendungen schaffen.
Die Eidgenössische Technische Hochschule (ETH) Zürich kommt unter anderem mit einem KI-Schwerpunkt nach Heilbronn, das Land schafft zudem mit drei Unis ein Landesgraduiertenzentrum für Angewandte KI. Auch die TUM befasst sich damit – genauso wie die Duale Hochschule Baden-Württemberg. Das spricht für den Standort. Bei solchen Entscheidungen blicken Politiker allerdings oft auch auf räumliche Ausgewogenheit: Der Norden des Landes hat schon die meisten Unis.
CDU-Spitzenkandidat Hagel bringt mit KI-Universität Heilbronn in den Fokus des Landtagswahlkampfs
Welche Rolle spielt die Dieter-Schwarz-Stiftung?
Die Dieter-Schwarz-Stiftung finanziert den Ausbau des Bildungscampus. Gebäude und auch Lehre und Forschung erhalten von ihr Geld. Beispielsweise hat Wissenschaftsministerin Petra Olschowski der Stiftung dafür gedankt, dass die Top-Wissenschaftler im Landesgraduiertenzentrum die Räume durch die Stiftung erhalten. Das Geld vom Land kann also ausschließlich in die Wissenschaft fließen. Einen Automatismus auf Unterstützung durch die Stiftung gibt es nicht.
Braucht es eine KI-Uni überhaupt?
Darauf gibt es keine einfache Antwort. Viele Unternehmen setzen auf KI, für andere Experten ist KI längst durch Quantencomputing überholt. Einzelne Wissenschaftler bedauern zudem: Den meisten Jugendlichen fehlen die mathematischen Verständnisse dafür, um KI überhaupt weiterentwickeln zu können. Nicht zu vergessen: Im Bereich KI ist das Land schon aktiv.
Dieter-Schwarz-Stiftung als treibende Kraft hinter Bildung und Wissenschaft in Heilbronn
Was sagt Wissenschaftsministerin Petra Olschowski zum Vorstoß von Manuel Hagel?
„Ich halte es für essenziell wichtig, dass wir in der Diskussion um Baden-Württemberg als Wissenschafts- und Forschungsstandort in erster Linie eine Qualitätsdebatte führen – insbesondere bei zuletzt zurückgegangenen Studierendenzahlen deutschlandweit“, teilt sie stimme.de mit. „Wir sind mit neun Landesuniversitäten und 21 Hochschulen für angewandte Wissenschaften bereits hervorragend und sehr breit aufgestellt.“ Gerade mit Blick auf die Schlüsseltechnologien der Zukunft sei viel Geld investiert worden. „Und das macht sich bezahlt“, so Petra Olschowski. „Es ist uns bei Künstlicher Intelligenz, Luft- und Raumfahrt, Mobilität, Quantencomputing, Nachhaltigkeit, Lebens- und Gesundheitswissenschaften gelungen, sehr gut funktionierende Innovationsökosysteme aufzubauen.“
Was haben das KIT aus Karlsruhe, die Universitäten Stuttgart und Tübingen mit dem gemeinsamen Landesgraduiertenzentrum in Heilbronn vor?
Spitzenforscher aus dem Bereich KI sollen ins Land gebracht werden. Dort gehe es um KI-bezogene Zukunftsfelder wie Chipdesign, Robotik und Cybersicherheit auf ganz neue Weise, so Wissenschaftsministerin Olschowski – „mit innovativen Formaten, die dort erprobt und angewendet werden“.
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