Heilbronner Innovationspark Ipai wächst: Fraunhofer treibt KI-Chip-Design voran
Der Ipai in Heilbronn wächst weiter: Fraunhofer startet ein Zentrum für KI-Chips und stärkt das Netzwerk vor Ort. Entwickelt werden leistungsfähige Halbleiter für Anwendungen wie autonomes Fahren, Robotik und mehr.
Der Innovationspark Künstliche Intelligenz (Ipai) wächst und hat schon über 100 Unternehmen und Organisationen, die sich dem Netzwerk als Mitglied angeschlossen haben. Allein auf die Anwendung von Künstlicher Intelligenz in Unternehmen kommt es hier längst nicht mehr an. Auch bei Computerchips stocken Institute auf.
Es war der große Coup des Landes, als es den belgischen Computerchip-Entwickler Imec nach Heilbronn an den Ipai holen konnte. Imec arbeitet seit Monaten vor Ort. Und auf derselben Etage in den Ipai-Spaces im Wohlgelegen, unweit der Präsenz von Audi, zeigt eine weitere Außenstelle von Fraunhofer Präsenz. Und auch hier geht es um die kleinen, wichtigen Computer-Bauteile.
Chip AI von Fraunhofer in Heilbronn: Das steckt dahinter
Die bereits ansässigen Fraunhofer Heilbronn Forschungs- und Innovationszentren (HN Fiz) haben ihr Leistungsangebot um das Forschungs- und Innovationszentrum „Chip AI“ erweitert. Es geht im Ipai um KI-Chip-Design. Hinter diesem speziellen Zentrum stehen das Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF) und das Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen (IIS), gefördert wird es von der Dieter-Schwarz-Stiftung.

Der Standort Heilbronn hat es Ning Chen angetan. „Der Ipai bietet ideale Bedingungen“, sagt der Leiter des Chip-AI-Zentrums von Fraunhofer. Gerade das Beispiel Imec zeige doch, wie viele Spieler sich auf dem KI-Feld tummeln.
Viele Experten in Heilbronn vor Ort: Gespräche finden an der Kaffeemaschine statt
Die Wettbewerber kennen sich, und sie wissen auch die besondere Start-up-Atmosphäre in den Ipai-Spaces zu schätzen. Beispielsweise stehen Kaffeeautomaten allen offen, Gespräche untereinander in den offenen Fluren sind erwünscht. Im Ipai treffe man Imec-Mitarbeiter regelmäßig, sagt Ning Chen.
„Wir sehen den Ipai als Bündnis der KI-Kompetenzen an“, so Ning Chen. Die Präsenz vor Ort ist ihm wichtig. Man arbeite enger zusammen mit potenziellen Kunden und Partnern. Dass die Unternehmen mit ihren Büros schon jetzt so dicht beieinandersitzen, „habe einen enormen Mehrwert“.
Fraunhofer-Forscher wollen nach eigenen Angaben in Heilbronn hochleistungsfähige Halbleiter-Chips für den Einsatz in modernen KI-Systemen entwickeln. Zum anderen arbeiten sie an neuartigen Methoden, um den Chip-Entwurfsprozess mithilfe von KI zu unterstützen.
Anwendungen von KI-Chips: Verteidigung, Robotic und Automotive
Bei Fraunhofer stehen drei Anwendungsbereiche im Fokus: Verteidigung, Robotic und Automotive, zählt Ning Chen auf. Mit einem Beispiel verdeutlicht er, wie wichtig es ist, dass diese speziellen Computerchips flott rechnen. Beim autonomen Fahren müssen die Objekte um das Fahrzeug schnell identifiziert werden. Nur auf eingebaute Software zu setzen, reiche hier längst nicht mehr. Vieles wird schon direkt im Chip verarbeitet.
Das Land stärkt ebenfalls das Chip-Ökosystem und stellt nach eigenen Angaben dafür fünf Millionen Euro zur Verfügung. Im Zentrum dieser Initiative steht eine Geschäftsstelle im Ipai, die laut einer Pressemitteilung des Landes „starke Innovationsakteurinnen und -akteure“ zusammenbringe. Die Dieter-Schwarz-Stiftung holt zudem Nachwuchswissenschaftler über die Max-Planck-Schools nach Heilbronn, und auch hier soll es um Chip-Design gehen.
Beim Chip-Design vorankommen: Woher die Experten kommen
Beim Personal ist Ning Chen nicht bange. Hochschule, Campus Heilbronn der Technischen Universität München, bald die Eidgenössische Technische Hochschule Zürich sowie die Fraunhofer-Experten: Man müsse zwar noch weitere Kompetenzen aufbauen. Bei null fängt die Region in Sachen Chip-Design nicht an. „Wir haben talentierte Leute in Heilbronn.“
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