„Große Herausforderungen“ – wie die Heilbronner Innenstadt neu belebt werden soll 

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In Heilbronn hat die Stadt neue Pläne für die Innenstadt vorgestellt. Das Zukunftskonzept und ein Rahmenplan sollen den Wandel zu mehr Wohnen und Gastronomie steuern. Bürger können sich beteiligen.


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„Es ist eine der größten Herausforderungen, der wir uns stellen“, betont Oberbürgermeister Harry Mergel. Die Rede ist wie so oft in den vergangenen Monaten vom Wandel der Heilbronner Innenstadt. Wie in allen Kommunen geht auch im Zentrum der Käthchenstadt seit Jahren der Trend weg von Handelsflächen und hin zu mehr Wohnraum und Gastronomiebetrieben. Die Zeiten, in denen große Einkaufszentren wie Wollhaus, ECE-Center und Klosterhof entwickelt wurden, liegen schon Jahrzehnte zurück. Heute gelten kleinere Einheiten und vielfältigere Nutzungen als richtungsweisend.  

In Heilbronn soll dieser Wandel nun mit einem Doppelstart erfolgreich begleitet werden, wie die Verwaltung bei der gestrigen Vorstellung der Projekte unterstreicht: Dem Start des Zukunftskonzepts und des städtebaulichen Rahmenplanes. Wobei gerade das Zukunftskonzept unter den Schlagworten „Aufbruch Innenstadt“ und „Zukunft Innenstadt“ längst gestartet ist. Der Gemeinderat hatte den Aufbruch bereits im November 2024 auf den Weg gebracht und am 8. Mai 2025 beschlossen.      

Wandel der Heilbronner Innenstadt: Übergeordnetes Leitbild entwickeln

„Der Großteil ist auch schon umgesetzt“, sagt Mergel und verweist auf den neu eingerichteten Jugendtreff, Handy-Parken, die „Müll-Polizei“ Waste-Watchers und zwölf neue Stellen im Kommunalen Ordnungsdienst. Tragende Säulen im Aufbruch Innenstadt wie der Gründerwettbewerb und die Innovationsfabrik Handel sollen noch in diesem Jahr realisiert werden. 

Am Samstag nach Weihnachten ist ordentlich Betrieb in der Heilbronner Innenstadt. Mit Umtausch und Gutscheinen halten sich die Menschen aber noch zurück.
Am Samstag nach Weihnachten ist ordentlich Betrieb in der Heilbronner Innenstadt. Mit Umtausch und Gutscheinen halten sich die Menschen aber noch zurück.  Foto: Pfäffle, Stefanie

Der städtebauliche Rahmenplan soll nun ein übergeordnetes Leitbild für die Innenstadt entwickeln und Weichen für die zukünftige Nutzung und bauliche Entwicklung stellen. Dabei soll auch mittel- und langfristig gedacht werden. Neben dem Gassenkonzept, das die Aufwertung von Eichgasse, Zehentgasse und Turmstraße vorsieht, will der Plan auch Orientierung für künftige Bebauungspläne in der Stadt geben. „Dabei geht es um die Frage wohin sich die Innenstadt in den nächsten 20 Jahren entwickelt“, erläutert Baubürgermeister Andreas Ringle.                 

Innenstadtentwicklung als Marathon: Beteiligung von Bürgern und Akteuren ausdrücklich erwünscht

„Diese Entwicklung ist kein Sprint sondern ein Marathonlauf“, macht Harry Mergel klar. „Es ist ein Marathon, der ebenso Elemente ein Hindernislaufes und sogar eines Orientierungslaufes enthält“ ergänzt Sven Lohmeyer vom Hamburger Planungsbüro Urbanista. Er sieht für Heilbronn in der Entwicklung zur Wissensstadt und im Aufbau und der Weiterentwicklung des Bildungscampus „ eine Nutzungsvielfalt und ein Riesenpfund, wofür andere Sie beneiden“. „Alles unter einen Hut zu bringen, ist aber nicht einfach“, macht Lohmeyer klar.

Eine Onlinebefragung, die am Montag (13. April) gestartet ist, ruft die Bürger dazu auf, sich an der Diskussion zu beteiligen.  Dazu dient auch eine Akteurswerkstatt Ende April mit Vertretern aus Handel, Gastronomie, Bildung, Kultur und der Immobilienwirtschaft.               

An der Online-Umfrage können sich alle Bürger beteiligen. Sie läuft unter www.heilbronn.de/deine-Innenstadt noch bis einschließlich 15. Mai.   

Externe Beratung für 200.000 Euro: Stadt Heilbronn setzt auf Expertise für strategische Planung

„Mit dem Zukunftsprojekt Innenstadt haben wir glücklicherweise eine Ebene, auf die man sehr gut aufbauen kann“, betont Markus Weismann, Geschäftsführender Gesellschafter des Architektenbüros asp GmbH, das die Stadt zusätzlich berät. Die externe Hilfe lässt sich die Stadt 200.000 Euro kosten.

Dabei stünde man aber ganz am Anfang. „Um den Prozess richtig zu steuern, werden viele Diskussionen nötig sein“, sagt Weismann. Das Zukunftskonzept Innenstadt soll bis zum Herbst erarbeitet werden, konkrete Ansätze und Ideen für erste Testprojekte sind dann im Green-Capital Jahr 2027 geplant. „Dann wollen wir zeigen, wie Wohnen in der Innenstadt künftig aussehen soll“, unterstreicht Harry Mergel.   

Oberbürgermeister Harry Mergel ( Mitte); Baubürgermeister Andreas Ringle (r.); Patrik Henschel, Leiter des Planungs- und Baurechtsamts (2.v.r.); Markus Weismann (asp Architekten, 3.v.l.), Sven Lohmeyer (urbanista, 2.v.l.) und Amos Heuss, zukünftiger Leiter des Kompetenzzentrums Innenstadt
Oberbürgermeister Harry Mergel ( Mitte); Baubürgermeister Andreas Ringle (r.); Patrik Henschel, Leiter des Planungs- und Baurechtsamts (2.v.r.); Markus Weismann (asp Architekten, 3.v.l.), Sven Lohmeyer (urbanista, 2.v.l.) und Amos Heuss, zukünftiger Leiter des Kompetenzzentrums Innenstadt  Foto: privat

Neue Leitung der Kompetenzstelle Innenstadt soll Aufbruchsstimmung bei Handel und Gastronomie fördern

Wie die Kompetenzstelle Innenstadt künftig aussieht, steht dagegen endlich fest. Armos Heuss übernimmt nach einem kurzen Intermezzo von Nadine Izquierdo ab sofort die Stelle, die für Aufbruchsstimmung unter Händlern, Dienstleistern und Gastronomie sorgen soll.

„Ich sehe meine Hauptaufgabe jetzt darin, die Ideen aufzunehmen, die richtigen Ansprechpartner zu finden, Prozesse zu begleiten und Entwicklungen möglich zu machen“, betont der gebürtige Stuttgarter, der im Kulturamt der Landeshauptstadt den Planungsstab des neuen Kulturzentrums „Villa Berg“ leitete. Auch diese Aufgabe dürfte für den 45-jährigen ein Marathonlauf werden. 




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