Stimme+
Fernbahnhof für drei Monate
Zur Merkliste Lesezeichen setzen

ICE ist zurück in Heilbronn: Was Fahrgäste zum kurzfristigen Halt sagen

   | 
Lesezeit  2 Min
Erfolgreich kopiert!

Bis zum 6. Juni hält der ICE in Heilbronn. Wegen Bauarbeiten auf der eigentlichen Strecke macht der Schnellzug Halt in Heilbronn. Fahrgäste hoffen auf dauerhafte Lösung. 

Der ICE ist zurück in Heilbronn. Die geplante Abfahrt 12.06 Uhr Richtung Innsbruck hat sich am ersten Tag um 18 Minuten verspätet.
Der ICE ist zurück in Heilbronn. Die geplante Abfahrt 12.06 Uhr Richtung Innsbruck hat sich am ersten Tag um 18 Minuten verspätet.  Foto: Lina Bihr

Die Augen wurden dann doch etwas größer bei vielen Wartendenden auf den Heilbronner Bahnsteigen, als der ICE 119 in Richtung Innsbruck auf Gleis drei einfuhr. So ein ICE macht Eindruck – und ist in Heilbronn alles andere als alltäglich.

Bis zum 6. Juni hält der ICE erneut am Hauptbahnhof. Die Endstationen: Innsbruck und die Bundeshauptstadt Berlin. Aufgrund von Sanierungsarbeiten auf der Schnellfahrstrecke zwischen Stuttgart und Mannheim wird der Fernverkehr umgeleitet – und Heilbronn kommt, wie schon im vergangenen Herbst, erneut in den Genuss eines Schnellzuganschlusses.

Planmäßig gegen 12.06 Uhr sollte der ICE am Donnerstag auf Gleis drei einfahren. Doch die Schnellzug-Euphorie bekam direkt einen kleinen Dämpfer.

Staunende Blicke am Bahnhof: ICE für kurze Zeit zurück in Heilbronn

„Aufgrund einer technischen Störung am Zug verspätet sich der ICE 119 Richtung Innsbruck um 15 Minuten“, hallte eine Durchsage aus den Lautsprechern über den Bahnsteig. Große Enttäuschung war bei den Fahrgästen jedoch nicht zu erkennen – es warteten ohnehin nur rund zwölf ICE-Reisende auf den Zug.

„Hätte ich gewusst, dass der ICE heute kommt, hätte ich anders geplant“, sagte eine Seniorin. „Ich bin im Herbst viel gefahren, vor allem nach Hamburg“, erinnerte sie sich an das ICE-Intermezzo im Jahr 2024. Dennoch stören sie die Abfahrtszeiten des ICE – in beide Richtungen. Besonders die Verbindung um 15.48 Uhr mit dem ICE 118 nach Berlin sei „nicht optimal“, sagte sie.

Was Reisende zum ICE-Halt in Heilbronn sagen

Sylvia Burgardt fährt zurück nach Isny im Allgäu und ist froh, diesmal nicht wie üblich mit dem Regionalzug über Stuttgart reisen zu müssen. „In Stuttgart ist das Umsteigen immer sehr anstrengend“, erklärte sie. Die Menschenmengen und die Baustellen dort würden der Reiselust schaden.

„Ich bin sehr froh über die Zugverbindung und hoffe, dass sie erhalten bleibt. Aber ich weiß ja nicht, wie die finanzielle Situation aussieht“, sagte Burgardt. Auf der Hinfahrt von Kempten nach Heilbronn war sie noch sechs Stunden unterwegs – mit dem ICE reduziert sich die Fahrzeit zurück nun auf gut dreieinhalb Stunden.

Gegen 12.23 Uhr fuhr der ICE 119 dann tatsächlich auf Gleis drei ein. Nur zwei Minuten später – eine kleine Raucherpause für den Zugführer inklusive – rollte der weiß-rote Zug bereits weiter. Zuvor stiegen etwa 25 Fahrgäste aus. „Wir kommen aus Berlin und feiern hier Ostern bei der Familie“, erzählte ein vierfacher Familienvater, während er seine Kinder aus dem höher gelegenen Zugabteil auf den Bahnsteig hob. Eiligen Schrittes ging die Familie in Richtung Stadtbahn-Haltestelle. „Der Anschlusszug wartet.“

Wunsch nach dauerhaftem ICE-Halt

Der Wunsch nach einem dauerhaften ICE-Halt war bei den Befragten und in der Stadt Heilbronn groß. „So ein Anschluss hätte schon früher kommen müssen. Aber bei Bahn und Stadt tut sich ja nichts. Das ist sehr schlecht für Heilbronn“, findet die reisende Rentnerin.

Die Deutsche Bahn sieht in Heilbronn bislang nicht genügend Fahrgastpotenzial für einen dauerhaften ICE-Halt. Oberbürgermeister Harry Mergel und Politiker der Stadt kämpfen dennoch für eine feste Anbindung: „Wir fordern deshalb einen dauerhaften Schnellzuganschluss für unsere Stadt“, sagte Mergel im Dezember 2024. Für das kommende ICE-Intermezzo hoffe die Stadt, dass das Angebot „gut angenommen wird“.




Kommentare öffnen
Nach oben  Nach oben