Die Stiftung Innovation in der Hochschullehre wurde auf Grundlage einer Bund-Länder-Vereinbarung gegründet. Sie verfolgt das Ziel, die Innovationsfähigkeit in Studium und Lehre dauerhaft zu fördern. Im Zentrum ihrer Arbeit stehen Austausch, Vernetzung und der Transfer innovativer Ideen zwischen den Hochschulen. Die Stiftung vergibt Fördermittel in verschiedenen Wettbewerbsverfahren und stärkt damit laut Pressemitteilung „gezielt die Qualität der Lehre an staatlichen Hochschulen in Deutschland“.
Sechs Millionen Euro Förderung: Hochschule Heilbronn startet neues Projekt ab Oktober
Die Hochschule Heilbronn entwickelt mit Millionenförderung ein möglicherweise zukunftsweisendes Studienmodell. Das Geld kommt von der Stiftung Innovation in der Hochschullehre.

Große Anerkennung für die Hochschullandschaft im Land: Im Rahmen der bundesweiten Ausschreibung „Lehrarchitektur“ der Stiftung Innovation in der Hochschullehre fließen 71,6 Millionen Euro nach Baden-Württemberg. Wie das Wissenschaftsministerium in einer Pressemitteilung mitteilt, profitieren 15 Projekte an 14 Hochschulen von der Förderung, auch die Hochschule Heilbronn ist dabei.
Lern-Campus Next-Gen: Projekt startet an Heilbronner Hochschule ab dem 1. Oktober
Ziel des Programms sei es, neuartige Lehrstrukturen an Hochschulen zu entwickeln und zu verankern. Im Mittelpunkt stehen innovative Ansätze, die durch die Reflexion bestehender Formate sowie neue Strategien eine nachhaltige Wirkung entfalten. Bundesweit hatten sich laut Pressemitteilung 131 Hochschulen mit 228 Projekten beworben – 80 davon, darunter zwölf Verbundvorhaben, wurden ausgewählt. Die Laufzeit beträgt bis zu sechs Jahre.
Die Hochschule Heilbronn (HHN) erhält eine Förderung von rund sechs Millionen Euro für das Projekt Lern-Campus Next-Gen – Lernen neu denken, das am 1. Oktober dieses Jahres starten soll. Die Projektleitung übernehmen Professorin Nicole Ondrusch und Ulrich Brecht, Prorektor Studium und Lehre. Übergeordneter Projektverantwortlicher ist HHN-Rektor Oliver Lenzen.
Bausteine statt Standardstudium: Millionenförderung für Lern-Campus Next-Gen in Heilbronn
Das Konzept sieht Folgendes vor: Künftige Studierende wählen zunächst festgelegte Grundbausteine aus, die die Basis für bestimmte Studienpfade legen. Für alle drei derzeitigen Säulen der HHN – Technik, Wirtschaft und Informatik – sollen solche Bausteine entwickelt werden. Anschließend können Studierende individuelle Vertiefungen wählen und so ihren eigenen und ganz individuellen Studienverlauf gestalten.
Dabei kombinieren sie Präsenz- und Onlineformate der HHN mit Kursen von Unternehmen oder Organisationen wie SAP, Campus Founders oder dem KI-Campus, externen Online-Kursen sowie Angeboten nationaler und internationaler Partnerhochschulen.
Projekt Lern-Campus Next-Gen: Hochschule Heilbronn in Aufbruchsstimmung
„Das Projekt hat Modellcharakter“, sagt Ondrusch. „Es kann die Hochschullandschaft revolutionieren.“ Die ganze HHN sei in Aufbruchsstimmung. Auch das Ministerium habe das Konzept gelobt. Ein Novum: Alle sechs Fakultäten der HHN beteiligen sich und entwickeln Bausteine für die gesamte Hochschule.
Eine große Rolle wird auch die Künstliche Intelligenz spielen. Digitale Campusstrukturen sollen entstehen – mit dem Ziel, Online- und Präsenzlehre sinnvoll zu verzahnen.
Fördersumme bringt Verantwortung mit sich: Sechs Millionen Euro für HHN-Projekt
Die Zusammenarbeit mit Unternehmen ist ein weiterer zentraler Aspekt. Ondrusch kann sich vorstellen, dass etwa Mitarbeitende aus dem Bereich Wirtschaft Kurse zu Cybersicherheit absolvieren – und so auch der Austausch mit Studierenden gefördert wird. Darin sieht sie eine Win-win-Situation.
Selbst wenn nicht alles umgesetzt werden könne, werde das Projekt Spuren hinterlassen, ist Ondrusch überzeugt: „Die Ergebnisse der nächsten Jahre werden die Hochschule Heilbronn verändern.“ Die hohe Fördersumme bringe auch Verantwortung mit sich. „Wir wollen dem Anspruch gerecht werden. Es muss gut werden.“ Auch intern komme das Projekt gut an: Viele Kolleginnen und Kollegen hätten bereits zahlreiche Ideen und Vorschläge eingebracht.
Neben Heilbronner Hochschule: Auch andere Universitäten bekommen Förderprogramm
„Die Hochschulen in Baden-Württemberg haben mit ihren innovativen Lehrkonzepten überzeugt. Das ist ein großartiger Erfolg und zeigt, welch kreatives Potenzial in unseren Hochschulen steckt“, sagte Wissenschaftsministerin Petra Olschowski bei der Bekanntgabe. Die Förderung sei ein klares Signal: „Wir setzen auf starke Lehre und mutige Reformen. Gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Herausforderungen ist es entscheidend, dass wir Studium und Lehre kontinuierlich weiterentwickeln.“
In Baden-Württemberg zählen unter anderem die Universitäten in Freiburg, Ulm, Stuttgart, Konstanz und Heidelberg zu den Geförderten. Auch Ulm, Stuttgart (HfT) und Ravensburg-Weingarten, die Pädagogische Hochschule Ludwigsburg, die Staatlichen Akademien der Bildenden Künste in Stuttgart und Karlsruhe, die Staatliche Hochschule für Gestaltung Karlsruhe sowie die Duale Hochschule Baden-Württemberg sind vertreten.
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