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Klimawald auf dem Campus: Hochschule Heilbronn ist Vorreiter in Baden-Württemberg

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Wo einst Autos parkten, wachsen bald Bäume: Die HHN verwandelt einen Teil ihres Campus in ein Klimawäldchen. Das Projekt soll nicht nur das Mikroklima verbessern, sondern auch Forschung fördern.


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Neben der Mensa am Techcampus Sontheim soll in den kommenden Jahren ein „Klimawäldchen“ entstehen. „Wobei Wäldchen nach etwas Kleinem klingt, aber hier kommen in der Summe 100 Bäume hin“, sagt Oliver Lenzen, Rektor der Hochschule Heilbronn (HHN). „Es steigert die Aufenthaltsqualität am Campus, sensibilisiert für das Thema Klimaschutz und schafft ein Reallabor für unsere Studierenden.“

Mehr als 20 Bäume wurden bereits gepflanzt. Beim symbolischen Spatenstich im Jahr 2023 war auch Peter Wohlleben dabei – Deutschlands wohl bekanntester Förster und Bestsellerautor.

Hochschule Heilbronn nach eigenen Angaben als erste im Land mit Klimawäldchen auf Campus 

Die Hochschule Heilbronn ist nach eigenen Angaben die erste in Baden-Württemberg, die einen Klimawald auf dem Campus anlegt. Insgesamt 530 Quadratmeter sollen für das Projekt entsiegelt werden – darunter auch ein Teil der Studierendenparkplätze.

Der symbolische „Baggerbiss“ markiert den Beginn weiterer Pflanzungen auf dem Techcampus Sontheim der Hochschule Heilbronn.
Der symbolische „Baggerbiss“ markiert den Beginn weiterer Pflanzungen auf dem Techcampus Sontheim der Hochschule Heilbronn.  Foto: Berger, Mario

Jüngst wurde mit dem sogenannten „Baggerbiss“ der Weg für weitere Bäume geebnet: Ein Bagger nahm am Rand des Parkplatzes vor der Mensa in der Max-Planck-Straße symbolisch den ersten Erdaushub – ein Fachbegriff für den Startschritt bei Bauvorhaben. Mit dabei waren Vertreterinnen und Vertreter der Hochschule, des Planungsbüros, Sponsoren sowie Projektleiter und Initiator Roland Schweizer. Auch Frank Berkenhoff, Leiter des Amts Heilbronn von Vermögen und Bau Baden-Württemberg, war vor Ort – denn das Hochschulgelände gehört dem Land.

„Wasser ist ein kostbares Gut“: Am Heilbronner Klimawäldchen soll auch geforscht werden

„Wie sich das für eine Hochschule gehört“, wolle man an der HHN „hocheffizient Forschung betreiben“, sagt Lenzen. Das Klimawäldchen sei ein Praxisobjekt direkt vor der Haustür. Die dort erhobenen Daten sollen in die Lehre einfließen.

Ein Projekt des Studiengangs Umwelttechnik unter der Leitung von Professorin Katja Mannschreck wird zum Beispiel die Luftschadstoffe im Wäldchen messen – etwa Feinstaub. Die dafür notwendigen Komponenten sind in Sensorboxen verbaut, die an drei Messstellen im Gelände aufgestellt werden.

Auch das Amt Vermögen und Bau Heilbronn möchte die Fläche für Forschungszwecke nutzen. Frank Berkenhoff erklärt: „Wasser ist ein wertvolles Gut. Die zentrale Frage lautet: Wie bringen wir die Pflanzen sicher durch den Sommer?“ Ein sensorgestütztes Bewässerungssystem soll künftig präzise erfassen, wann ein Baum Wasser benötigt – und so ressourcenschonendes Gießen ermöglichen. Ein solches System könnte auch auf andere Liegenschaften wie Parkanlagen übertragen werden.

Kritik mit Blick auf Ipai-Begrifflichkeiten: „Das eigentliche Ökosystem steht in Heilbronn-Sontheim“

Initiator Roland Schweizer zeigt sich begeistert über die zügige Umsetzung: „Das Klimawäldchen wird nicht nur das Mikroklima verbessern, sondern eröffnet vielfältige Möglichkeiten“ – von wissenschaftlicher Begleitforschung bis hin zu Kooperationen mit Schulen.

Der Standort eigne sich hervorragend als außerschulischer Lernort, um Wissen über die Gefahren des Klimawandels anschaulich zu vermitteln. Mit Blick auf den in Heilbronn derzeit entstehenden KI-Park Ipai, der häufig als „Ökosystem“ bezeichnet werde, stellt Schweizer klar: „Das eigentliche Ökosystem steht in Sontheim.“

Noch in diesem Jahr soll das Klimawäldchen an der Hochschule Heilbronn fertig werden

Das Gestaltungskonzept stammt vom Planungsbüro Koeber Landschaftsarchitektur. Landschaftsarchitekt Christoph Haug erläuterte das Konzept, das in drei Zonen unterteilt ist: den „Klimasaum“, das zentrale „Klimawäldchen“ mit urwaldartiger Atmosphäre durch hohe Bäume und dichte Kronen, sowie den „Klimahain“ mit rund 25 Bäumen.

Wege werden das Gelände durchziehen, massive Eichenstämme dienen als Sitzgelegenheiten, und sogenannte Liegepodeste – eine moderne Interpretation der Parkbank – sollen vor allem junge Menschen ansprechen.

Bis November 2025 soll das Klimawäldchen fertiggestellt sein. Letzte Nachpflanzungen sind im Frühjahr 2026 geplant.

Interessierte können spenden oder Baumpatenschaften übernehmen 

Die Mammutbaum-Patenschaft übernimmt die Klimaschutzstiftung der Kreissparkasse Heilbronn. Dr. Christin Löffler überreichte bei der Veranstaltung ein symbolisches Bäumchen – verbunden mit einer Förderung in fünfstelliger Höhe. Auch Steffen Ueltzhöfer von Edeka unterstützt das Projekt mit einer Spende in Höhe von 10.000 Euro.

Wer das Projekt unterstützen möchte, kann eine Baumpatenschaft übernehmen. Ansprechpartnerin ist Melanie Gish. Sie ist an der HHN für Fundraising, Kultur- und Netzwerkarbeit sowie das HHN-Stipendium „Grüne Zukunft“ verantwortlich. Kontakt: Tel. 07131 504-1177, E-Mail:melanie.gish@hs-heilbronn.de




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