Polizei-Versammlung in Heilbronn wirft Fragen auf: Wird der Streifendienst geändert?
Die Schutzpolizeidirektion des Heilbronner Präsidiums hält eine Dienstversammlung ab, bei der die Streifenkapazität der ländlichen Reviere Thema war. Das sorgt für Unruhe.
Eine Versammlung der Schutzpolizeidirektion des Polizeipräsidiums Heilbronn in der Aula der Hochschule Sontheim vor knapp zwei Wochen wirft bei Beteiligten Fragen auf. Offenbar soll der Streifendienst im Präsidium Heilbronn neu organisiert werden. Konkret sollen Pläne vorgestellt worden sein, wonach beim Revier Weinsberg nachts auf eine Streife reduziert werden soll.
Räumlichkeiten der Polizei nicht groß genug
Das Polizeipräsidium Heilbronn bestätigt die Dienstversammlung in Sontheim. Dass sich die Polizei außerhalb des Präsidiums treffe, sei seit Jahren gängige Praxis. Eigene Räumlichkeiten seien nicht groß genug. Bei der Versammlung sei es um die Optimierung vorhandener Ressourcen gegangen, Anpassung der Arbeitsabläufe und -modelle und um flexiblen Personaleinsatz basierend auf aktuellen Lagen.
Der gesamtgesellschaftliche Wandel mache auch vor der Polizei nicht halt. „Es ist unser Bestreben, unsere Mitarbeitenden frühzeitig in Entwicklungen und Veränderungsprozesse einzubeziehen“, sagt Sprecher Frank Belz (54). „Konkrete Angaben, welches Revier wie viele Streifen in einer Nacht vorhält, werden wir aus einsatztaktischen Gründen nicht machen.“ Beschlüsse seien bei der Versammlung keine gefasst worden.
Gewerkschafter: „Die Kolleginnen und Kollegen erwarten eine nachhaltige personelle Stärkung der Polizei“
Thomas Mohr, Pressesprecher der Gewerkschaft der Polizei, bestätigt, dass es bei der Versammlung in Sontheim um den anhaltenden Personalmangel auf dem Land gegangen sei. Beim Präsidium Heilbronn, dem flächengrößten im Land, sei die Polizeidichte teilweise gering.
„Einige Reviere decken große ländliche Räume ab, in denen statistisch weniger Straftaten registriert werden. Dennoch muss der Schichtdienst rund um die Uhr gewährleistet werden.“ Überlegungen zur nächtlichen Streifenorganisation habe es gegeben, erklärt er. „Die Kolleginnen und Kollegen erwarten eine nachhaltige personelle Stärkung der Polizei.“
Sichtbarkeit der Polizei in der Fläche sei notwendig
Dirk Preis warnt davor, dass sich die Polizei aus der Fläche zurückziehe. Die Sichtbarkeit der Polizei sorge bei den Bürgern im Land für subjektive Sicherheit, erklärt der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft. Pläne darüber, wo Personal zusammengelegt oder reduziert werden kann, sollten landesweit mit dem für die Polizei zuständigen Innenministerium besprochen werden und nicht nur innerhalb eines Präsidiums.
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