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Biberach bangt um Zukunft der Hausarztpraxis – „Wo sollen ältere Patienten hin?“

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Die Hausarztpraxis von Anna Friederike Hund im Heilbronner Stadtteil Biberach muss weichen, doch noch fehlt eine Alternative. Menschen im Ort zeigen sich besorgt. 


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Die Zukunft der Hausarztpraxis von Anna Friederike Hund in Heilbronn-Biberach ist ungewiss. Bis Ende Juni muss sie aus ihren bisherigen Räumlichkeiten ausziehen, da das Gebäude von einem Stuckateurbetrieb übernommen wird. Die entscheidende Frage lautet also: Wohin? Stadtverwaltung und lokale Vertreter arbeiten intensiv an einer Lösung, um die medizinische Versorgung im Stadtteil auch weiterhin sicherzustellen.

Der zweite praktizierende Hausarzt sei laut Anna Friederike Hund ausgelastet und der Hausarzt im angrenzenden Kirchhausen wird bald nach Fürfeld umziehen.

Zukunft der Hausarztpraxis in Biberach ist unsicher: Stadt arbeitet an einer Lösung

Die Stadt Heilbronn betont, dass sie eng mit allen Beteiligten zusammenarbeitet, um eine möglichst gute Lösung zu finden. „Seitens der Stadt sind mehrere Ämter involviert“, erklärt Sprecherin Suse Bucher-Pinell. So unterstützen die Wirtschaftsförderung und das Amt für Liegenschaften und Stadterneuerung bereits bei der Suche nach geeigneten Praxisräumen in Biberach.

Anna Friederike Hund , Ärztin für Allgemeindemedizin in Heilbronn-Biberach, muss bis Ende Juni raus aus dem Gebäude.
Anna Friederike Hund , Ärztin für Allgemeindemedizin in Heilbronn-Biberach, muss bis Ende Juni raus aus dem Gebäude.  Foto: Könnecke, Lisa

Die Immobilie in der Brunnenstraße, um die es derzeit geht, wurde direkt angeboten. Ende März soll sie besichtigt werden. Da eine Nutzungsänderung erforderlich wäre, sind auch das Planungs- und Baurechtsamt, das Gesundheitsamt sowie das Amt für Straßenwesen in den Prozess eingebunden. „Der bevorstehende Termin vor Ort dient dazu, gemeinsam mit allen Beteiligten rasch eine tragfähige Lösung zu erarbeiten, da die Zeit drängt“, so Bucher-Pinell.

Heilbronn-Biberach bangt um Zukunft der Hausarztpraxis: Bezirksbeiratssprecher spricht von „einem großen Verlust für den Stadtteil“

Die ungewisse Zukunft der Praxis beschäftigt viele Menschen in Biberach. Lars Dietrich, Sprecher des Bezirksbeirats, unterstreicht ihre Bedeutung für den Stadtteil: „Hausbesuche zeichnen sie aus, sie hat viele Stammkunden. Müsste sie ihre Praxis aufgeben, wäre das ein großer Verlust.“

Anna Friederike Hund sei im Ort sehr präsent. „Sollte sie nicht mehr praktizieren, würde das eine erhebliche Lücke in Biberach reißen.“

Hausarztpraxis in Heilbronner Stadtteil Biberach muss weichen: Bei Umzug außerhalb: „Viele wären aufgeschmissen“ 

Lilli Riedlinger, seit über 30 Jahren Patientin bei Hund, hofft, dass eine neue Praxis im Stadtteil selbst und nicht außerhalb gefunden wird. „Viele wären sonst aufgeschmissen“, sagt sie mit Blick auf die Infrastruktur.

Eleftherios Krimitzas, Inhaber des Schreibwarengeschäfts Christel’s Lädle, berichtet, dass das Thema immer wieder bei ihm im Laden zur Sprache kommt. Kunden sprechen ihn an, fragen nach Neuigkeiten und machen sich Sorgen. „Alles steht in der Schwebe.“

Schlechte Infrastruktur in Heilbronn-Biberach wird kritisiert 

Auch Adelheid Zimmermann, selbst keine Patientin von Hund, hat eine klare Meinung: „Sie hat einen guten Ruf. Ich würde es bedauern, wenn sie nicht mehr praktiziert.“ Besonders schätzt sie, dass Hund auch samstags eine Sprechstunde anbietet. „Ich kenne niemanden sonst, der das macht.“

Sollte Anna Friederike Hund ihre Praxis nicht weiterführen können, sei die Lage mit Blick auf die medizinische Versorgung beängstigend, findet Zimmermann. „Wo sollen die älteren Patienten hin?“ Die Infrastruktur sei schlecht, und der Weg zu einem Arzt außerhalb von Biberach mit erheblichem Zeitaufwand verbunden. Zudem seien die meisten Praxen in der Umgebung bereits überlaufen und nehmen keine neuen Patienten mehr auf.

Nun bleibt abzuwarten, ob die Besichtigung der potenziellen neuen Praxisräume eine langfristige Lösung ermöglicht.




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