Wo kommt die neue Heilbronner Grundschule hin? Gymnasien mit klaren Forderungen
Heilbronn braucht eine neue Grundschule in der Innenstadt. Zur Standortfrage gibt es bald ein weiteres Treffen. Nun haben betroffene Bildungsstätten ein Positionspapier ans Rathaus verschickt.

Noch immer ist unklar, wo genau die Stadt Heilbronn eine neue Grundschule in der Innenstadt bauen will. Es läuft entweder auf den Hartplatz beim Mönchsee-Gymnasium (MSG) oder ein Gelände hinter der Alten Kelter zwischen MSG und Theodor-Heuss-Gymnasium (THG) hinaus. Vor Ostern soll es ein weiteres Treffen zwischen Rathausmitarbeitern und den beiden Schulgemeinschaften geben. Diese haben ein Positionspapier verschickt – mit klaren Forderungen.
Experten der Heilbronner Bildungslandschaft hatten hinter vorgehaltener Hand damit gerechnet, dass die Gymnasien teure Pläne in Richtung Rathaus und Gemeinderat schicken werden, sollte die Grundschule in der Nachbarschaft entstehen. Und genau danach sieht es nun aus, obwohl die beiden Bildungsstätten keine finale Mitsprachemöglichkeit haben. Über den Standort entscheidet der Gemeinderat.
Wohin kommt die neue Grundschule? Aus Sicht von zwei Gymnasien ist die Sache eindeutig
In dem Papier, gerichtet unter anderem an Oberbürgermeister Harry Mergel, heißt es in gefetteten Buchstaben: "Zeitdruck und begrenzte Finanzmittel, womit von Seiten der Stadtverwaltung argumentiert wurde, dürfen nicht zu einem überstürzten und unbefriedigenden Ergebnis führen." Das Schreiben haben unter anderem die beiden Schulleitungen sowie Elternvertreter unterzeichnet. Sie betonen: "Vielmehr plädieren wir nachdrücklich dafür, dass die Stadt Heilbronn die Chance nutzen sollte, eine langfristige und zukunftsweisende Campuskonzeption für die Schulen in der Kernstadt zu gestalten."
Die zwei weiterführenden Schulen sind demnach dafür, die Grundschule auf dem Gelände der Alten Kelter in Heilbronn zu errichten. Das Gebäude "mit seinen brachliegenden und zum Teil maroden Gebäudeteilen" sollte ihrer Ansicht nach abgerissen werden. In dem Brief schreiben die Verfasser, dass mit dieser Lösung das MSG "deutlich weniger räumliche Einschränkungen" erfahre. Zudem fordern sie: "Gleichzeitig sollte nun - nach langer Wartezeit - die Gestaltung eines Pausenhofs für das MSG in Angriff genommen werden. Auch eine Innenstadtaula wird dringend von mehreren Schulen benötigt."
Was hat es gebracht? Zum ersten Treffen gibt es unterschiedliche Ansichten
Vor einigen Wochen hatte es ein erstes Treffen der Beteiligten gegeben. Nach dem Gespräch, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden hat, waren Beteiligte unterschiedlicher Ansicht über den Erfolg. Mancher sprach von einem guten, offenen Austausch. Die beiden Gymnasien schreiben in dem aktuellen Positionspapier: "Der Austausch konzentrierte sich fast ausschließlich auf das Kleinspielfeld, welches vom Architekturbüro Drees & Sommer im Vorfeld detailliert geprüft worden war." Aus ihrer Sicht schien dabei "die geplante moderne Architektur des Grundschulbaus" im Vordergrund zu stehen. Für den Standort Alte Kelter sei hingegen nur eine grobe Einschätzung darüber vorgenommen worden, "ob dort für den Grundschulbau Platz sei".
Nicht nachvollziehbar ist für die Gymnasien, "dass ein geeignetes Grundstück nur auf dem Gelände des Mönchsee-Gymnasiums zu finden sei, welches sich schon lange über Platzmangel vor allem bezüglich seiner Außenflächen beklagt". Die Haltung ist klar: Sollte das Kleinspielfeld tatsächlich wegfallen, brauche das MSG eine neue Pausenfläche, "die vorher eingerichtet werden müsste". Das Gelände der Alten Kelter könnte genutzt werden.
Zu den weiteren Punkten gehört ebenfalls: "Die Belegung der Mönchsee-Halle ist bereits an ihrer Grenze." Im Übrigen müssten nach der Umstellung auf G9 noch mehr Gymnasialklassen als bislang untergebracht werden. Und: "Die Mitnutzung der Mensa durch eine Grundschule würde die gleichzeitige Nutzung des THG und des MSG als Aula noch weiter einschränken." Auch hierfür sei rechtzeitig eine Alternative bereitzustellen.
So reagiert das Rathaus auf eine Anfrage
Die Stadtverwaltung hält nach Angaben von Pressesprecherin Suse Bucher-Pinell ein Gespräch mit der Heilbronner Stimme über die Grundschule "nicht für notwendig, da es keine neuen Erkenntnisse gibt". Sie antwortet per E-Mail. Die Themen und Anregungen würden derzeit im Rahmen der Machbarkeitsstudie vertieft untersucht, um in einem weiteren Workshop im März mit allen Beteiligten gute Grundlagen zu schaffen, um eine Entscheidung für einen Standort auf dem Schulareal treffen zu können. "Erst wenn die Standortfrage geklärt ist, kann sich ein Wettbewerbsverfahren anschließen und eine konkrete Architekturplanung erfolgen."
Suse Bucher-Pinell ergänzt: "Die Stadt Heilbronn bietet mit dem Verfahren ein hohes Maß an Beteiligung der betroffenen, benachbarten Schulen an und nimmt sich die Zeit, die notwendig ist, um das gesamte Schulareal nachhaltig zu entwickeln und aufzuwerten." Es sei keinesfalls so, dass der Stadt die Zeit ausgehe.
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