Rund 20 Techniker eines regionalen Dienstleisters waren durchgehend im Einsatz, um die betroffenen Haushalte in Kirchhausen und Neckargartach wieder an das Internet anzuschließen. „Unterstützt wurde der Partner von zwei Kollegen der Deutschen GigaNetz aus dem Bereich Bau und Betrieb“, teilt Sprecherin Ronja Wiedbrauk mit.
Teile von Heilbronn tagelang ohne Internet: Was war das Motiv der Täter?
Unbekannte haben Glasfaserkabel gezielt zerstört und zwei Heilbronner Stadtteile vom Internet getrennt. Der Vorfall ist auch für die Deutsche GigaNetz ungewöhnlich. Was bisher bekannt ist.
Fast zwei Wochen lang waren mehrere Haushalte in den Heilbronner Stadtteilen Kirchhausen und Neckargartach ohne Internet. Unbekannte hatten an elf Glasfaser-Verteilerkästen der Deutschen GigaNetz die Kabel gezielt zerstört und für einen Schaden gesorgt, der wohl in die Hunderttausende geht.
Am Montagvormittag (2. März) sind, bis auf zwei Kunden, sämtliche der über 200 Anschlüsse wieder am Netz, wie eine Unternehmenssprecherin mitteilt. Der Fall wirft jedoch Fragen auf – sowohl zu den Tätern als auch zum Motiv.
Vandalismus legt Internet in Heilbronner Stadtteilen lahm: „Angriff auf kritische Infrastruktur“
Für die Deutsche GigaNetz handelt es sich um einen „Angriff auf kritische Infrastruktur“, wie Sprecherin Ronja Wiedbrauk deutlich macht. „Der Vorfall in Heilbronn ist in der Form ein Einzelfall und so in den letzten Jahren nicht vorgekommen.“ Bundesweit habe das Unternehmen bisher „wenige, marginale Einzelfälle verzeichnet, die sich weder auf bestimmte Regionen noch auf ein geografisches Muster konzentrieren.“
Laut Wiedbrauk seien ausschließlich Privathaushalte in Kirchhausen und Neckargartach vom Internet getrennt gewesen. Firmen habe der Ausfall nicht betroffen. Der Materialschaden am Kabel belaufe sich auf rund 300 Euro. Der Gesamtschaden inklusive Instandsetzung liege im mittleren sechsstelligen Bereich.
Erkenntnisse, wer für die Zerstörung der Glasfaserkabel verantwortlich ist, gibt es noch nicht, sagt die Polizei Heilbronn. „Die Ermittlungen dauern an.“
Glasfaserkabel in Heilbronn gezielt durchtrennt – Schwerpunkt in Kirchhausen
Auffällig ist, dass zehn der insgesamt elf geknackten Verteilerkästen in Kirchhausen liegen. Lässt der Fokus auf den Stadtteil möglicherweise Rückschlüsse auf den oder die Täter zu? Die Polizei Heilbronn äußert sich hierzu nicht.
Die betroffenen Verteilerkästen in Kirchhausen würden etwa 25 Prozent aller Verteiler in diesem Stadtteil ausmachen, sagt Wiedbrauk. Ob beim Vorgehen der Täter ein Muster erkennbar ist, kann die GigaNetz-Sprecherin nicht beantworten. Die Kästen „liegen über den gesamten Stadtteil verteilt“.
Glasfaserkabel in Heilbronn zerstört: Bessere Absicherung möglich?
Nach Angaben der Deutschen GigaNetz wurden die Verteilerkästen am 18. und 19. Februar beschädigt. Geknackt wurden sie offenbar mit einem Bauknochen. Jenen Universalschlüssel für Schlösser ohne Zylinder kann jedermann für unter zehn Euro im Baumarkt kaufen. Gibt es seitens des Unternehmens Pläne, die Kästen besser abzusichern?
Wiedbrauk bleibt hierzu vage. Laut ihr sei es während einer Glasfaser-Bauphase, wie derzeit in Kirchhausen und Neckargartach, nötig, dass Firmen und Projektbeteiligte „wiederholt Zugang zu den Netzkomponenten“ erhalten. Dazu würden Verteilerkästen zählen. Anschließend folge eine Endabnahme und ein Übergang in den Regelbetrieb.
Für die Deutsche GigaNetz habe die Sicherheit der Netzinfrastruktur grundsätzlich „höchste Priorität“. Das Unternehmen prüfe die Abläufe regelmäßig, „um ein angemessenes Schutzniveau sicherzustellen.“
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