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Prozessauftakt in Heilbronn
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Eigene Oma um halbe Million Euro betrogen? „Er war mein Lieblingsenkel“

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Ein Enkel soll seine Großmutter um mehr als eine halbe Million Euro betrogen haben. Der Prozess startet am Donnerstag in Heilbronn. Der Mann war zunächst nach Serbien geflohen und befindet sich seit Januar in Untersuchungshaft.


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Hat ein Enkel – ein Unternehmer aus Heilbronn – seine eigene Großmutter um mehr als eine halbe Million Euro gebracht? Dem wird das Landgericht Heilbronn nun nachgehen. Der 34-Jährige ist unter anderem wegen Untreue angeklagt. Zwischen Juli 2021 und Februar 2022 soll er wiederholt Geld vom Konto seiner damals 85 Jahre alten Großmutter abgehoben und für eigene Zwecke ausgegeben haben. Der Prozessauftakt ist am Donnerstag, 3. Juli, um 9.30 Uhr. Laut Pressesprecherin Stefanie Morgenstern ist neben der Verlesung der Anklage auch die Aussage von sechs Zeugen geplant.

Nicht nur die Großmutter selbst, auch ein polizeilicher Hauptsachbearbeiter, Familienangehörige sowie zwei Zeugen aus dem Umfeld einer Bank sollen gehört werden.

Enkel war nach Serbien geflohen – Zweiter Anlauf vor dem Heilbronner Gericht

Eigentlich hätte der Prozess bereits im August vergangenen Jahres beginnen sollen. Der Angeklagte erschien jedoch nicht. Auch eine polizeiliche Vorführung blieb erfolglos. Wie sich später herausstellte, war der Mann nach Serbien geflüchtet.

Er wurde international zur Fahndung ausgeschrieben, rund zwei Monate später festgenommen und Anfang 2025 an die deutschen Behörden überstellt. Seit 11. Januar sitzt er in Untersuchungshaft.

Wäre er nicht gefunden worden, hätte man ihn noch bis zu fünf Jahre lang gesucht, teilte das Landgericht damals mit – so lange beträgt die sogenannte Verfolgungsverjährung.

Mutmaßlich betrogene Großmutter sprach mit der Heilbronner Stimme 

Die Großmutter, die von ihrem Enkel um eine erhebliche Geldsumme gebracht worden sein soll, erzählte im Gespräch mit unserer Zeitung vor einem Jahr, dass der Angeklagte ihr Lieblingsenkel gewesen sei.

Sie habe ihm das Schwimmen beigebracht und ihn während seiner Lehre regelmäßig zum Mittagessen abgeholt. „Ich bin nicht so wütend, wie ich sein könnte“, sagte sie damals. Sie verfüge über ein ausreichendes finanzielles Polster.

Betrugs-Prozess in Heilbronn – weitere Termine bereits geplant

„Das Verhältnis zu ihm war schon zerrüttet, bevor er sie betrogen hat“, fand die Cousine des Angeklagten deutlichere Worte. Immer wieder habe es Vorfälle gegeben, in die teilweise auch die Polizei involviert gewesen sei. „Zu dem, was er tat, konnte er nie stehen.“

Der Fortsetzungstermin ist bereits für Freitag, 4. Juli, angesetzt. Anschließend sind vier weitere Termine geplant: am Mittwoch, 16. Juli, am Freitag, 18. Juli, am Montag, 11. August, sowie am Donnerstag, 21. August – jeweils um 9.30 Uhr.




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