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Oma um halbe Million Euro gebracht? Angeklagter Enkel aus Heilbronn mutmaßlich ins Ausland geflüchtet 

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Weil ein 33-jähriger Enkel seine Oma um mehr als eine halbe Million gebracht haben soll, muss er sich vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Doch der Angeklagte erschien nicht. 

Eigentlich sollten am Landgericht Heilbronn die Verhandlungen um neun stattfinden – doch der Beschuldigte erschien nicht.
Eigentlich sollten am Landgericht Heilbronn die Verhandlungen um neun stattfinden – doch der Beschuldigte erschien nicht.  Foto: Bernd Weißbrod

Weil er seine eigene Oma um mehr als eine halbe Million Euro gebracht haben soll, muss sich ein 33-Jähriger unter anderem wegen Untreue vor dem Landgericht Heilbronn verantworten. Zum Prozessauftakt am Donnerstag, 8. August, um 9 Uhr, ist er jedoch nicht erschienen.

Eigene Oma betrogen? Angeklagter erscheint nicht zum Gerichtstermin in Heilbronn – und wird gesucht

Eine polizeiliche Vorführung, die die Große Strafkammer nach kurzer Absprache erließ, verlief ohne Erfolg. Weder zu Hause, noch bei der Arbeit oder am Gartengrundstück konnte der Angeklagte ausfindig gemacht werden.

Bei einem zweiten Versuch an seiner Wohnadresse habe man laut Auskunft der Polizei die Ehefrau des Beschuldigten angetroffen, die angab, einen heftigen Ehestreit gehabt und seit knapp zwei Tagen nichts mehr von ihrem Mann gehört zu haben. Er soll mit einem VW-Bus davongefahren sein. Wahrheit oder abgekartetes Spiel? Wohl eher Letzteres, da der Autoschlüssel sichergestellt werden konnte.

Der Vater des Angeklagten geht davon aus, dass sein Sohn das Land verlassen hat. Seine Aussage gegenüber der Polizei bestätigte er kurze Zeit später auch Richter Frank Haberzettl gegenüber, der aufgrund des dringenden Fluchtverdachts einen Haftbefehl erließ.

Mutmaßliche betrogene Oma spricht von "Lieblingsenkel" 

"Tut mir leid, dass ich Sie unverrichteter Dinge wieder nach Hause schicken muss", sagt der Vorsitzende Richter zu den Zeugen, die er nach drei Stunden Warten in den Sitzungssaal ruft.

Die 90-jährige Großmutter, die von ihrem Enkel um eine erhebliche Geldsumme gebracht worden sein soll, erzählt im Gespräch mit unserer Zeitung, dass der Angeklagte ihr Lieblingsenkel gewesen sei. Sie habe ihm das Schwimmen beigebracht und ihn während seiner Lehre immer zum Mittagessen abgeholt. Ob sie wütend ist über das, was passiert ist? Ein kurzer Moment der Stille. „Das habe ich auch schon überlegt. Ich bin nicht so wütend, wie ich sein könnte.“ Sie habe ein ausreichendes finanzielles Polster, es gehe ihr gut.

„Das Verhältnis zu ihm war schon zerrüttet, bevor er sie betrogen hat“, findet die Cousine des Angeklagten schärfere Worte. Immer wieder habe es Vorfälle gegeben, in die teilweise die Polizei involviert gewesen sei. „Zu dem, was er tat, konnte er nie stehen.“ Dass er vor Gericht nicht aufgetaucht sei, wundert sie daher nicht.

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